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Grüne Landschaft mit Feldweg im Gegenlicht / Lupe mir dem Schriftzug SWR4 - Regionencheck

Biogas statt Milch Der Energiehof

Energielandwirt ist ein High Tech-Job. Wenn es in der Biogasanlage Probleme gibt, kümmert sich Winfried Vees selbst darum – vom verklemmten Schieber bis zu den verdreckten Wänden.

BG Energiehof

Juliane und Winfried Vees

Was produziert der Hof?

Der Energiehof Weitenau in Eutingen-Weitingen im Kreis Freudenstadt produziert Biogas (Methan). Die Fermenter, in denen Mikroben das Gas erzeugen, werden mit Gülle (u.a. Schweine-, Pferde-, Kuhmist), Mais, Gras und Durchwachsener Silphie gefüttert. Im Jahr landen gut 10.000 Tonnen Material in der Biogasanlage. Etwa die Hälfte davon ist Mais. Aus dem Gas der Anlage wird in Blockheizkraftwerken Strom für 1.100 Haushalte gewonnen, außerdem Wärme für die Gebäude auf dem Hof und seit 2015 Bio-Methan für die Tankstelle des Hofes.

Wie kam es dazu?

Familie Vees hatte ursprünglich einen Betrieb mit Milchvieh, Mastschweinen, Ackerbau und Grünland. 2004 ging die Biogasanlage mit einem ersten Fermenter in Betrieb. Dann wurde nach und nach auf Energiehof umgestellt – ohne Tiere. Inzwischen gibt es zwei Fermenter, in denen Biogas entsteht.

1:44 min

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Energiehof Weitenau

Pferdemist im Tank

Film: Ulrike Mix

Tiere hat das Ehepaar Vees keine mehr auf seinem Energiehof. Der produziert aus Gülle und Pflanzen Biogas für die Ökostromproduktion - und Bio-Methan für die eigene Tankstelle.

Was ist das Besondere daran?

Das Ehepaar Vees hofft, dass die Durchwachsene Silphie den Mais künftig zumindest teilweise ersetzen kann. Diese Pflanze blüht und ist zum Beispiel attraktiv für Bienen.
Die Bio-Methan-Tankstelle auf dem Hof von Winfried und Juliane Vees ist ein bundesweites Pilotprojekt. Das Methan aus der Biogasanlage wird gereinigt, so dass Erdgasfahrzeuge damit betankt werden können. 2-3 Kunden pro Tag nutzen die Tankstelle.

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Bilder vom Energiehof

Leckerbissen für die Bienen

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Die zwei Fermenter sind das Herzstück des Hofes. Darin verwandeln Bakterien Gülle und Pflanzen Biogas. Das Gas wird verstromt und treibt Autos an.

Die zwei Fermenter sind das Herzstück des Hofes. Darin verwandeln Bakterien Gülle und Pflanzen Biogas. Das Gas wird verstromt und treibt Autos an.

An der eigenen Tankstelle auf dem Hof können Autos Bio-Methan tanken.

Hier gibt es Nachschub für die Fermenter.

Gut 10.000 Tonnen Mist und Pflanzenmasse kommen pro Jahr in die Anlage.

Auf Feldern um den Hof herum wächst die Durchwachsene Silphie. Sie soll so weit wie möglich den Mais bei der Gasproduktion ersetzen. Darüber würden sich auch die Bienen freuen,...

... denn die Durchwachsene Silphie ist auch eine beliebte Futterquelle für Bienen.

Juliane Vees kümmert sich um Buchhaltung, managet Führungen und macht all die andere Büroarbeit. Für die ganzen technischen Anlagen ist Winfried Vees zuständig. Auch da ist viel Fachwissen gefragt,...

... um die Anlage am Laufen zu halten und keine Fehler zu machen. Denn die können gefährlich sein, wie die ganzen Warnschilder zeigen.

Wie viele Mitarbeiter hat der Hof?

Winfried Vees ist für die Technik zuständig. Wenn es in der Biogasanlage ein Problem gibt, klingelt sein Handy – Tag und Nacht. Dann muss er den Schaden reparieren – vom Schieber, der sich verklemmt hat, bis zu Dreckkrusten, die von den Wänden gekratzt werden müssen. Juliane Vees macht die Büroarbeit, schreibt Rechnungen für die Stromkunden oder koordiniert die Führungen, die es auf dem Energiehof Weitenau für Interessierte gibt. Darüber Hinaus hat der Energiehof einen Mitarbeiter.

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Vor Ort: Energiehof Weitenau

Fütterung auf dem Hof ohne Tiere

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Morgenstimmung auf dem Energiehof. Mit 8 Grad ist es recht kalt geworden. Neben den Solarzellen auf dem Dach...

Morgenstimmung auf dem Energiehof. Mit 8 Grad ist es recht kalt geworden. Neben den Solarzellen auf dem Dach...

... ist vor allem der Fermenter für die Energiegewinnung zuständig. In ihm wird Biomasse zu Gas vergoren. Und weil es ein Energiehof ist, "sieht es ein bisschen anders aus als die Bauernhöfe, die man sonst so kennt," meint Reporterin Sabine Gronau. "Ich höre Maschinen brummen, aber keine Kuh muhen."

Und hier gibt's Futter für den Fermenter.

Damit der Fermenter sein Futter bekommt, braucht es schweres Gerät. Das schaut sich Reporterin Sabine Gronau genauer an...

... und fragt nach bei den Betreibern des Energiehofes Weitenau: Juliane und Winfried Vees.

Winfried Vees erklärt die Umwandlung von Grüngut in Energie. Chemisch betrachtet alles ganz einfach, oder?

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