Grüne Landschaft mit Feldweg im Gegenlicht  Lupe mir dem Schriftzug SWR4 - Regionencheck (Foto: SWR, Foto: Colourbox.de - Montage: SWR)

Melken macht die Maschine Der digitale Bauernhof

AUTOR/IN

Die Kühe melken, Kälbchen füttern - das macht auf dem Bürkle Hof in Loßburg (Kreis Freudenstadt) der Roboter. Technik ermöglicht es dem Bauern, den Hof als Ein-Mann-Betrieb zu führen.

gallery-swr-T4N9C (Foto: SWR, SWR - Ulrike Mix)
Friedrich Bürkle SWR - Ulrike Mix

Was produziert der Hof?

Es ist in erster Linie Milch, die Cornelia und Friedrich Bürkle produzieren. 85 Kühe haben auf ihrem Hof in Loßburg-Ursental (Kreis Freudenstadt) ein Zuhause. Auf den Feldern wächst vor allem Getreide und auf den Wiesen Gras - beides als Futter für das Vieh. Daneben ernten die Bürkles aber auch Weizen und Kartoffeln. Letztere werden mit Wurst, Brot und Eiern – alles selbst produziert – im eigenen Hofladen verkauft.

Was ist das Besondere daran?

Auf dem Hof läuft fast alles automatisch. Ein Futterroboter fährt fast geräuschlos die Stallgassen entlang und scannt, ob alle Kühe noch genug Futter haben, und gibt die entsprechenden Futtermengen vor den Tieren aus. Am Melkstand scannt ein Roboter das Euter ab und platziert anschließend die Melkbecher exakt unter den Zitzen – und schiebt sie darüber. Die frisch gemolkene Milch wird sofort überprüft. Wenn irgendwelche Werte nicht stimmen, bekommt Bauer Bürkle eine Nachricht aufs Handy.
Die Kälbchen bekommen sechsmal am Tag Milch über einen Fütterungsarm mit Schnulli. Dabei wird nicht nur die Trinkmenge registriert, sondern auch der Saugreflex. Wenn die Tiere schwach saugen oder zu wenig trinken, bekommt Friedrich Bürkle ebenfalls eine Nachricht, denn das könnte auf eine Krankheit hindeuten.

Wie kam es dazu?

Als Friedrich Bürkle 2013 seinen Hof auf High Tech umstellte, war er der erste Hof in Baden-Württemberg, der diesen Weg einschlug. 250.000 Euro habe die Technik gekostet, sagt er. Genug echten Kontakt zu den Tieren habe er dennoch, meint Bürkle. Denn letztlich müsse er täglich nachschauen, ob kein Tier verletzt und auch sonst alles in Ordnung sei.

bbb

Wie viele Mitarbeiter hat der Hof?

Friedrich Bürkle bewirtschaftet ihn im Alleingang. Anders lohne sich ein mittlerer Betrieb wie seiner heute nicht mehr, meint er. Er ist mit seiner Ein-Mann-Lösung zufrieden. Klar ist aber auch: Er ist 24 Stunden am Tag im Einsatz – oder zumindest in Bereitschaft, denn das Handy klingelt bei jedem technischen Problem.
Als zweites Standbein zum Hof betreiben Bürkles eine Pferdepension mit Reiterstüble und Ferienwohnungen. Darum kümmert sich hauptsächlich Cornelia Bürkle. Ins Reiterstüble kommen auch immer wieder Gästegruppen, die einen Ausflug in den Schwarzwald machen.

Vor Ort: Hof Bürkle Landwirtschaft 4.0

RC Bürkle (Foto: SWR, SWR - Foto: Andrejs Gramatins)
85 Kühe haben auf dem Bürklehof in Loßburg-Ursental (Kreis Freudenstadt) ein Zuhause. SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
Ein Futterroboter fährt fast geräuschlos die Stallgassen entlang und scannt, ob alle Kühe noch genug Futter haben. SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
Muuuuh....2013 wurde es hier digital. 201 stellte Bürkle seinen Hof auf High Tech um und war der erste Hof in Baden-Württemberg, der diesen Weg einschlug. SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
Wie es funktioniert? Am Melkstand scannt ein Roboter das Euter ab und platziert anschließend die Melkbecher exakt unter den Zitzen – und schiebt sie darüber. SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
Genug echten Kontakt zu den Tieren habt Bürkle noch, sagt er. Denn letztlich muss er täglich nachschauen, ob kein Tier verletzt und auch sonst alles in Ordnung ist. SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
"Alles gut" will diese Kuh wohl sagen... SWR - Foto: Andrejs Gramatins Bild in Detailansicht öffnen
AUTOR/IN
STAND