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Streifzug in Münsingen-Gruorn Abseits des Fasnetrummels

Menschenleer und still ist es im Winter in Gruorn. Von dem Dorf auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Münsingen im Kreis Reutlingen stehen nur noch das Schulhaus und die Kirche. Der ideale Ort für Ruhe suchende Wanderer – auch im tief verschneiten Winter.

Wanderer und Spaziergänger müssen aus Sicherheitsgründen auf ausgewiesenen Wegen bleiben.

Wanderer und Spaziergänger müssen aus Sicherheitsgründen auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.

Seit 2006 ist der ehemalige Truppenübungsplatz bei Münsingen für Besucher geöffnet. Wanderer und Spaziergänger müssen aus Sicherheitsgründen auf ausgewiesenen Wegen bleiben. Denn in der Erde stecken noch insgesamt 113.000 Tonnen Munition, so eine Schätzung. Vorsicht Lebensgefahr - Schilder weisen auf die schlummernde Gefahr im Boden hin. Ansonsten können sich die Besucher von der weiten, hügeligen und parkartigen Landschaft bezaubern lassen.

Bewohner mussten ihr Dorf verlassen

Vom Wanderparkplatz Trailfinger Säge sind es knapp zwei Kilometer bis nach Gruorn. Die 665 Einwohner mussten das Dorf 1939 räumen, weil die Nazis das Militärgelände vergrößerten. Lediglich die Kirche und das Schulhaus blieben stehen. Heute kümmert sich ein Verein um den Erhalt der Gebäude und die Grabpflege auf dem Friedhof.

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Streifzug in Münsingen-Gruorn

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Vorsicht Lebensgefahr! In der Erde stecken noch ungefähr 113.000 Tonnen Munition - Schilder weisen auf die schlummernde Gefahr im Boden hin.

Vorsicht Lebensgefahr! In der Erde stecken noch ungefähr 113.000 Tonnen Munition - Schilder weisen auf die schlummernde Gefahr im Boden hin.

Wanderer und Spaziergänger müssen aus Sicherheitsgründen auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.

Ein idealer Ort für Ruhe suchende Wanderer – auch im tief verschneiten Winter.

Diese Mauerreste sind nur "Attrappen", sie dienten einst den Soldaten für ihre Schießübungen.

Die Kirche in Gruorn stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist dem Märtyrer Stephanus geweiht. Sie heißt deshalb Stephanuskirche. Die drahtverglasten, rot-blauen Fenster hat die Künstlerin Ursula Nollau 2004, 2010 und 2012 entworfen.

Im alten Schulhaus befindet sich ein kleines Heimatmuseum.

Carmen Münzing betreibt am Münsinger Marktplatz das Café "einzignichtartig".

Inmitten restaurierter Möbel und Antiquitäten lässt es sich hier gemütlich Kaffee trinken.

Führungen an Sonn- und Feiertagen

Von Ostern bis Allerheiligen ist die Kirche täglich geöffnet. In dieser Zeit werden an allen Sonn- und Feiertagen auch Führungen zur Geschichte des Ortes und der Kirche angeboten. Auch das Heimatmuseum im zweiten Stock des Schulhauses ist dann geöffnet. Weitere Informationen gibt es beim Verein "Komitee zur Erhaltung der Kirche in Gruorn e.V." .

Zum Abschluss ins Café "einzignichtartig"

Zum Aufwärmen oder Ausruhen nach der Wanderung haben wir auch noch einen Geheimtipp: das Café "einzignichtartig" – gemütlich und voller Antiquitäten, wie in einem Puppenhaus. Das Café befindet sich im 1. Stock eines frisch renovierten, alten Hauses am Münsinger Marktplatz. Und wer viel Glück hat, wird auch noch von Münsingens Bürgermeister bedient.

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