Ein Paar am Postkartenstand (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Ärger vermeiden Fettnäpfchen beim Postkartenschreiben

Sie ist weiterhin im Trend und jeder bekommt sie gerne: Die Postkarte aus dem Urlaub! Hauptsache ist, da hat jemand an mich gedacht. Aber ist es egal, was draufsteht und auch, was darauf abgebildet ist? Ob bei diesem Urlaubsgruß auch Fettnäpfchen lauern, das weiß Alexandra Sievers.

Karten mit vorgedruckten Grüßen?

Diese Karten sind sicher praktisch, aber eben auch unhöflich. Denn der Empfänger merkt dann schon, dass man sich mit der Karte keine Mühe gegeben hat. Es wirkt wie eine lästige Pflichterfüllung, darüber freut man sich nicht. Beim Kartenschreiben sollte man schon darauf achten, dass man ein paar persönliche Worte für den Empfänger findet, etwas, das ihm wirklich zeigt: Da denkt jemand nett an mich und möchte mir eine Freude machen.

Schnell dahin gekritzelte Zeilen, die kaum lesbar sind?

Mit einer zu voll geschriebenen Karte ist es wie mit einem zu vollen Teller. Da vergeht einem der Appetit: man will sie nicht lesen. Deshalb sollte man bei der Karte auch ein bisschen auf das Schriftbild achten. Das richtige Maß ist, wenn die Karte in gut lesbarer Handschrift nicht zu vollgeklatscht, aber doch gefüllt ist.

Ein Kartenmotiv für alle?

Postkarte aus Stuttgart (Montage) (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de - Montage: SWR)
Foto: Colourbox.de - Montage: SWR

Wenn sich die Adressaten untereinander nicht kennen, dann ist das kein Problem. Heißt es allerdings daheim “Ach, du hast auch die Karte mit dem Boot in der Bucht bekommen“, dann ist das schon ein bisschen peinlich. Es ist doch auch viel schöner, wenn man das Motiv individuell für den Empfänger wählt. Wenn man z.B. eine Tante hat, die Kirchen mag, dann nimmt man ein Kirchenmotiv, der Freund, der Hobbygärtner ist, freut sich sicher über eine Karte, auf der einheimische Pflanzen abgebildet sind. Wenn ich ein passendes Motiv wähle, dann habe ich es auch leichter beim Formulieren, weil ich im Text auf dieses Motiv Bezug nehmen kann.

Die Karten noch am Flughafen einwerfen?

Das ist nicht ideal. Der Urlaubsgruß sollte eigentlich vor dem Urlauber zu Hause ankommen. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn man die Karte in der Mitte des Urlaubs schreibt, dann hat man schon ein bisschen was zu erzählen, und die Karte hat noch Zeit für den Postweg.

Urlaubsgrüße an den Arbeitsplatz?

Ich finde, dass es eine nette Geste ist, an die Kollegen zu denken, und wenn das Verhältnis freundschaftlich ist, dann kann man die Kollegen auch ein bisschen aufziehen, ganz nach dem Motto: Ich liege in der Sonne und ihr müsst alle arbeiten! Vorsichtig sollte man allerdings immer dann sein, wenn es um Äußerungen geht, die den Chef, die Firma, die Arbeit oder auch einen bestimmten Kollegen betreffen. Man muss einfach überlegen, wer die Karte lesen könnte. Es kommt sicher gar nicht gut an, wenn eine unschöne Formulierung über den Chef darauf vermerkt ist und er bekommt es dann über die Karte mit.

Ist bei den Motiven erlaubt, was gerade gefällt?

Erlaubt ist, was niemanden in eine peinliche Situation bringt! Für die Kollegen eine Karte, auf der vollbusige Damen abgebildet sind, das ist eher unpassend. Denn man muss bedenken, dass vom Kartenmotiv Rückschlüsse gezogen werden, sowohl auf den Empfänger, als auch auf den Absender. Deshalb sollte man am besten unverfängliche Kartenmotive wählen.

Darf man nach dem Urlaub auch mal nachfragen, ob die Karte überhaupt angekommen ist?

Das sollte man durchaus tun, denn so kann man Missverständnissen vorbeugen. Denn man ärgert sich vielleicht insgeheim, weil der andere sich nicht bedankt. Dabei ist es, gerade bei einem langen Postweg, ja durchaus auch möglich, dass er die Karte gar nicht erhalten hat. Für den Empfänger der Karte gilt: Ein Dank ist durchaus angemessen.

Und wenn man jemanden vergessen hat?

Keine Notlügen erfinden, einfach offen zugeben, dass man die Karte vergessen hat. Sonst muss man sich immer merken, was man wem als Entschuldigung vorgeschwindelt hat, und es ist absehbar, dass man sich irgendwann im Lügengestrüpp verfängt und die Wahrheit ohnehin rauskommt.

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