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Schlagerlegenden Marion Maerz hatte immer einen eigenen Kopf

Ein Lied genügte, um sie für alle Zeiten in den Schlagerolymp zu katapultieren: "Er ist wieder da" war 1965 einer der größten Musikknüller und machte Marion Maerz zum Star. Bis heute ist die Sängerin, die nun ihren 75. Geburtstag feiert, auf diesen Erfolg stolz.

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Die besten Cover von Marion Maerz

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Unter ihrem bürgerlichen Namen Marion Litterscheid debütierte sie 1964 auf schwarzem Vinyl. "Liebe auf den ersten Blick" war es bei den Schallplattenkäufern nicht, denn ihre ersten beiden Singles blieben damals Ladenhüter. Heute sind sie gesuchte Raritäten.

Unter ihrem bürgerlichen Namen Marion Litterscheid debütierte sie 1964 auf schwarzem Vinyl. "Liebe auf den ersten Blick" war es bei den Schallplattenkäufern nicht, denn ihre ersten beiden Singles blieben damals Ladenhüter. Heute sind sie gesuchte Raritäten.

Der Durchbruch gelang 1965 mit "Er ist wieder da". Christian Bruhn, der Komponist des Liedes, erinnerte sich in seiner Autobiographie: "Der Song entstand im Meisel-Verlag in der Mittagspause im kleinen Kabuff neben der Küche, in dem damals ein Klavier stand." Was zunächst nur als B-Seite gedacht war, entwickelte sich zum großen Hit - innerhalb weniger Wochen verkauften sich davon eine halbe Million Platten.

In den 1960er Jahren wurde Marion Maerz auf den Plattencovern stets nur "Marion" genannt. Ihr erstes Album stand 1967 in den Geschäften und enthielt neben "Er ist wieder da" den Nachfolge-Hit "Ich hab‘ einen guten Freund gehabt" und ihren Beitrag zu den Deutschen Schlagerfestspielen 1966 "Mach‘ nicht die Tür zu", der allerdings bereits in der Vorrunde ausschied.

Bei der ZDF-Hitparade, die am 6. September 1969 vom Stuttgarter Killesberg im Rahmen der Funkausstellung ausgestrahlt wurde, fiel ein Künstler aus. Marion wurde nachnominiert und ging mit ihrem Titel "Weit, weit, weit" ins Rennen. Der Sprung auf das Siegertreppchen gelang ihr damit nicht. Dort stand als strahlender Gewinner Michael Holm, der den Text für "Weit, weit, weit" geschrieben hatte.

Marion besang Platten in holländischer, spanischer und englischer Sprache. 1968 nahm sie "Round and round" auf - eine gelungene Cover-Version des Perry Como-Hits aus dem Jahr 1957. Diese fand auch Berücksichtigung auf…

… ihrer LP "Die großen Erfolge", die neben der deutschen Adaption des Hits "El Condor Pasa" die jüngsten Veröffentlichungen wie "Klopf‘ auf Holz" oder "Wer Liebe sucht" beinhaltete. Die Plattenfirma schrieb begleitend: "Marion gilt bei vielen Fachleuten als 'heimliche young Lady' des deutschen anspruchsvollen Schlagers. Sie hat es immer verstanden, mit ungewöhnlichen Liedern, die mit dem herkömmlichen Klischee nichts zu tun haben, das Publikum zu begeistern."

Nach einer rund zweijährigen Pause kehrte Marion Maerz 1971 mit ambitionierten Produktionen zurück. Den Auftakt bildete die hochgelobte Sammlung von Burt Bacharach-Kompositionen ("Seite Eins"), die sie in deutscher Sprache interpretierte. 1972 arbeitete sie mit Michael Kunze zusammen. Es entstand die Langspielplatte "Nimm mich zu Dir", auf der neben dem Single-Hit "Es ist so gut" auch "Hallelujah Man", ein Titel von Klaus Doldinger, zu hören war. Der schwärmte: "Sie ist ein Arbeitstier und selten mit sich zufrieden. Sie möchte alles möglichst perfekt haben. Und das ist ja durchaus ein positiver Zug."

Wie ein roter Faden zog sich südländisches Flair durch ihr 1973er-Album "Shalom". Die Presseabteilung ihrer Firma schrieb: "Marion Maerz macht laut eigener Aussage zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Urlaub. Als Reiseziel hat sie die spanische Mittelmeerküste gewählt. Die Langspielplatte ist buchstäblich am Vorabend ihrer Abreise fertig geworden." Die Produktion startete mit "Weiße Wolken" (Original: Demis Roussos "Velvet Mornings"). Darüber hinaus sang sie Kompositionen von Mikis Theodorakis ("Von Tag zu Tag" und "Zorba") bis hin zu Manos Hadjidakis ("Ein Schiff wird kommen" oder "Weiße Rosen aus Athen").

Zwar sah der Titel nie eine Hitparade von innen - dennoch wurde "Sascha, es bläst ein kalter Wind" ein heimlicher Kult-Hit. 1974 stand die Platte in den Geschäften.

Als es darum ging, eine deutsche Version des französischen Super-Hits "Tu t’en vas" ins Rennen zu schicken, fiel die Wahl auf Marion Maerz und den Komponisten Anthony Monn (u. a. Saragossa Band, Amanda Lear). Das Duo "Marion & Anthony" verkaufte von "Du gehst fort" über 100.000 Exemplare. Weitere Singles des Duos folgten: "Die jungen Jahre geh’n" war die deutsche Fassung des Al Bano & Romina Power-Titels "We’ll live it all again", mit dem das italienische Ehepaar 1976 beim Grand Prix d-Eurovision de la Chanson antrat.

"Ich singe nur Lieder, hinten denen ich hundertprozentig stehe. Diese können ruhig einfach, müssen aber echt sein" äußerte die Künstlerin in einem Interview. Sie sang Kompositionen von renommierten Autoren, darunter u. a. Peter Maffay oder Mort Shuman, der Welthits für z. B. Elvis Presley oder die „Drifters“ geschrieben hatte. Shuman gelang 1972 ein großer Wurf mit "Le lac majeur", das in Deutschland als "Lago Maggiore im Schnee" mit Vicky Leandros bekannt wurde. 1979 griff Marion Maerz den Titel nochmals auf.

Der kanadische Pianist Frank Mills hatte "Music Box Dancer" bereits im Jahr 1974 komponiert. Doch erst vier Jahre später veröffentlichte er die Instrumental-Nummer auf Platte. Viele Solisten und Orchester haben die Melodie in ihr Repertoire aufgenommen, auch Marion Maerz brachte eine Gesangs-Version auf den Markt. Kurze Zeit später erschien die gleichnamige LP, welche einen Überblick über ihre aktuellen Singles bot - darunter "Es war nur der Sommerwind" oder "In Griechenland".

Ein Duett mit Bernd Clüver war schon länger geplant - allerdings standen dem bislang vertragliche Gründe im Weg. Nach Bernd Clüvers Wechsel zur Firma Aladin, die 1975 Peter Orloff gegründet hatte, wurde endlich etwas daraus. 1979 kam "Schau’ mal herein" in die Plattengeschäfte. Ein Titel, der heute noch häufig im Programm von SWR4 Baden-Württemberg gespielt wird - ebenso wie das Original von Suzi Quatro und Chris Norman: "Stumblin’ in".

Vor dem Hintergrund, sich um ihre 1975 geborene Tochter Mascha zu kümmern, zog Marion Maerz sich zunehmend ins Privatleben zurück. 1983 startete sie ein Comeback mit "Nacht von Palermo". Im Werbetext hieß es: "Die unverkennbare warme Stimme ist reifer geworden und bringt mehr noch als früher das ein, was nach wie vor Voraussetzung für Erfolg ist: Glaubwürdigkeit und Überzeugung".

Anfang der 1990er Jahre meldete sich Marion Maerz mit volkstümlichen Titeln in neuem Sound zurück. "Das war auch eine neue Erfahrung für mich, vor Leuten zu singen, die schunkeln und fröhlich sind" äußerte sie in einem Interview.

Ihre Plattenveröffentlichungen sind inzwischen rarer geworden, aber auch im neuen Jahrtausend ließ sie immer wieder Neues von sich hören: "Das Glück kann fliegen", "Regenlose Tage für meine Seele", "Der alte Apfelbaum" oder "Leider war mein Herz im Spiel" sind Titel aus jüngerer Zeit.

Die Wange sei noch geschwollen, das Sprechen sehr undeutlich lässt uns Marion Maerz wissen, deshalb müsse sie das Interview mit SWR4 Baden-Württemberg leider absagen. Tochter Mascha Litterscheid (43) übernimmt die Kommunikation und erzählt, dass eine schwierige Zahnoperation ihrer Mutter zu schaffen macht. Noch teilen sich die beiden Frauen ein Haus in ländlicher Gegend an der Elbe, doch die Ältere wird demnächst nach Wedel umziehen. Kein Führerschein und ihr ungebrochen starkes kulturelles Interesse, das sind die Gründe "Da wird’s im Alter auf dem Dorf schwierig", hat die Tochter Verständnis. Widerspruch wäre ohnehin zwecklos, denn Marion Maerz hatte schon immer ihren eigenen Kopf, doch ohne den hätte es ihre Karriere auch gar nicht gegeben.

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Singen statt tippen

Marion Maerz

Star-Coiffeur Vidal Sassoon frisiert Marion März

Denn auf der Bühne stehen und singen, das war es, was Marion Litterscheid immer wollte. Davon konnte sie auch die Ausbildung zur Fremdsprachen-Korrespondentin nicht abhalten. Parallel dazu nahm sie an einem Talentwettbewerb teil, holte prompt den zweiten Platz und hatte damit ihren ersten Plattenvertrag. Doch die Debüt-Single "Terry", 1964 unter ihrem bürgerlichen Namen veröffentlicht, schlägt nicht ein.
Das konnte die junge Interpretin aber keinesfalls aufhalten. Zielstrebig suchte sie den Komponisten Christian Bruhn auf, der gerade in Berlin einen Musikverlag mitgegründet hatte. Bruhn bot ihr den Titel "Er ist wieder da" an, in der festen Überzeugung, dass dieser wie kein anderer zu ihr passt. Marion Maerz weiß noch heute: "Ich habe mich sofort in das Lied verliebt."

Im Aufzug mit Paul McCartney

Paul McCartney (ca. 1965)

Paul McCartney

Wenig später stand "Er ist wieder da" in den Geschäften, allerdings als Rückseite der Single. Denn der Plattenboss hatte entschieden, den Titel "Blau, blau, blau" auf der A-Seite zu platzieren. Der Geschmack der Hörer war aber ein anderer, die B-Seite schaffte den Sprung in die Hitparaden und blieb über acht Wochen in den Top Ten.

Auch international machte sich die Newcomerin schnell einen Namen, sie veröffentlichte ihre Titel in verschiedenen Sprachen und produzierte dazu auch im Ausland. Bei Aufnahmen in London, so erinnert sie sich noch genau, kam es im Aufzug der Produktionsfirma zu einer Begegnung mit Paul McCartney, der sich sehr lobend über ihre Musik äußerte.

Als erste deutsche Sängerin wurde "Marion", wie sie sich damals nannte, in den legendären "Beat Club" von Radio Bremen eingeladen und die "Bravo" zeichnete sie 1967 mit dem "Bronzenen Otto" aus. Doch trotz der Erfolge entsprach das Songmaterial nicht ihren Vorstellungen. Sie wollte mehr Chanson und weniger Schlager. Weil sie bei diesem Thema uneins war mit den Verantwortlichen der Plattenfirma, zog sie sich ab 1969 weitgehend von der Bühne zurück.

Zweite Chance, zweiter Name

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Nachgefragt

Wo haben Sie Marion Maerz kennengelernt, Mary Roos?

Georg Hagmeier

Marion Maerz schätzt Mary Roos sehr, abr die beiden haben sich ein wenig aus den Augen verloren. Wir haben bei Mary Roos nachgefragt, wo sie sich kennengelernt haben.

Sie nahm Schauspiel- und Klavierunterricht und trat erst 1971 wieder ins Rampenlicht. Für das Comeback bekam Marion den Nachnamen Maerz und mit einem Album anspruchsvoller Burt-Bacharach-Kompositionen gleich eine aufsehenerregende Produktion (beides Ideen ihres damaligen Produzenten). Die Kritiker lobten die Neuausrichtung, lediglich das Publikum konnte sich nicht dafür begeistern, die Platte wurde ein Reinfall. Allerdings ist "Seite eins" mittlerweile ein begehrtes Kultobjekt für Schallplattensammler.
Als 1972 "ein Lied für Edinburgh" gesucht wurde, nahm Marion Maerz an der deutschen Vorentscheidung teil, konnte sie sich aber mit "Hallelujah Man" nicht durchsetzen. Klaus Doldinger hatte diesen Titel komponiert und produziert, mit Dr. Michael Kunze, Peter Orloff, Giorgio Moroder und Peter Maffay arbeiteten in den Folgejahren weitere Musikgrößen mit ihr zusammen.

Mama statt Musikerin

Mutter und Tochter: Mascha und Marion Maerz

Mutter und Tochter: Marion Maerz mit Mascha

Mit ihren hohen Qualitätsansprüchen tat sich Marion Maerz mitunter schwer beim Publikum, so blieb beruflich der große Wurf weiter aus. Privat hingegen war 1975 mit der Geburt ihrer und Frank Elstners Tochter Mascha ein richtiges Glücksjahr. Fortan gilt ihre ganze Aufmerksamkeit dem Nachwuchs und zunehmend nicht mehr der Musik. "Meine beste Freundin" so Mascha Litterscheid spontan auf die Frage nach ihrem Verhältnis zur Mutter. Das mag auch daran liegen, dass Marion Maerz ledig blieb, "weil Sängerinnen starke Frauen sind, vor denen viele Männer Angst haben", so ihre Vermutung.
Erst Anfang der 1990er Jahre meldete sie sich mit Volksmusik in zeitgemäßem Sound zurück. Ergänzend dazu verfolgte sie ihre Karriere als Schauspielerin, stand unter anderem in Köln und in Hamburg in den Musicals "Sekretärinnen" und "Himmel auf Erden" (Vorlage für "Sister Act") auf der Bühne.

Worüber sie noch nie sprach

Marion Maerz bei einem Auftritt 2010

Marion Maerz bei einem Auftritt 2010

In ihrer langjährigen Laufbahn hat Marion Maerz viele Höhen und Tiefen des Künstler-Daseins erlebt. Doch immer lobten die Kritiker unisono ihre ungeheure Musikalität und ihre hervorragende Stimme. Vor Jahren liebäugelte sie sogar nochmals mit einer Tournee. SWR4 Baden-Württemberg gegenüber erwähnt sie nun erstmals die überstandene Brustkrebserkrankung, deretwegen sie 2009 diese Pläne aufgeben musste. Mascha Litterscheid, selbst Jazz-Musikerin, möchte die Mutter aber doch noch zu einer neuen Produktion überreden. Vielleicht gelingt ihr das ja beim Spaziergang am Strand von Sankt Peter-Ording. Der Urlaub dort ist das Geburtstagsgeschenk der Tochter, von deren Papa Frank Elstner kommt übrigens jedes Jahr pünktlich ein Blumenstrauß.

Marion Maerz - der Steckbrief

Geboren17. August 1943 in Flensburg als Marion Litterscheid
HitsBestplatzierter Titel war "Er ist wieder da", der 1965 Platz 6 erreichte. Weitere Chartplatzierungen erreichte sie zum Beispiel mit "Wir halten zusammen" und "Du gehst fort".

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