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Karel Gott

Schlagerlegende Karel Gott - das doppelte Doppelleben

"Das ist kein Sänger, das ist ein Naturereignis!" schrieben die Kritiker enthusiastisch, als sich Karel Gott bei einem Festival in Cannes 1967 erstmals einem westlichen Publikum vorstellte.

Jazz und Swing waren seine große Leidenschaft. Schon als Schüler jazzte er mit seinen Kameraden um die Wette und nach dem Abitur lebte er seine Passion in verschiedenen Tanzcafés und Jazzkellern aus. Das war der Ausgleich für das ansonsten recht harte Leben. Tagsüber arbeitete er in einer Elektrofabrik, als Vorstufe für ein geplantes Studium an der Technischen Hochschule. So hatte es der Vater bestimmt. Das bedeutete ein straffes Tagespensum: von morgens 6 Uhr bis 14 Uhr mittags Fabrik und ab spätnachmittags bis um Mitternacht Gesang.

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Karel Gott - die Cover seines Lebens

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1967 Premiere in Deutschland mit der Titelmusik zum Film „Doktor Schiwago“: „Weißt Du wohin“ brachte erst im zweiten Anlauf den Durchbruch. Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung wurde Karel Gott zu einer Vertriebstagung der Deutschen Grammophon-Gesellschaft eingeladen, um sein neues Repertoire vorzustellen. Die Zuhörer waren von seinem "Weißt Du wohin" begeistert und im Herbst 1968 wurde die Single erneut veröffentlicht. Diesmal gelang der Einstieg in die Top Ten.

1967 Premiere in Deutschland mit der Titelmusik zum Film „Doktor Schiwago“: „Weißt Du wohin“ brachte erst im zweiten Anlauf den Durchbruch. Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung wurde Karel Gott zu einer Vertriebstagung der Deutschen Grammophon-Gesellschaft eingeladen, um sein neues Repertoire vorzustellen. Die Zuhörer waren von seinem "Weißt Du wohin" begeistert und im Herbst 1968 wurde die Single erneut veröffentlicht. Diesmal gelang der Einstieg in die Top Ten.

Die erste deutsche Langspielplatten-Produktion folgte rasch und seine Plattenfirma schrieb: „Die goldene Stimme aus Prag bietet ein Mosaik ausgezeichneter Lieder. Die breite Skala reicht vom Zigeunerlied bis zu Ludwig van Beethoven. Diese Repertoire-Mischung gibt dem Sänger Gelegenheit, sämtliche Register seines Könnens zu ziehen.“ Zu dieser Zeit feierten ihn Kritiker in Ost und West gleichermaßen, er war das unumstrittene Idol der tschechischen Jugend und der Liebling zahlloser Musikfreunde hierzulande. Die LP „Die goldene Stimme aus Prag“ ging mehr als eine Million Mal über die Ladentische. Am 12. Februar 1970 wurde er mit einer „Goldenen Schallplatte“ ausgezeichnet.

Für die B-Seite seiner zweiten deutschen Single bekam er hochkarätige Unterstützung von James Last, der "Irgendwo in fremden Straßen" schrieb und mit seinem Orchester begleitete. In seiner Autobiographie erzählt Karel Gott von einer Einladung zu einem James Last-Konzert. Allerdings musste er am selben Abend noch in die Tschechoslowakei zurück, so dass er in der Pause die Veranstaltung verließ. In der zweiten Hälfte des Programms sagte James Last, dass er sich sehr darüber freue, Karel Gott im Publikum zu sehen. Die Scheinwerfer suchten im ganzen Saal vergebens nach dem Sänger...

1968 vertrat er Österreich beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson und der Gewinner des Song-Contests von 1966 - Udo Jürgens - schrieb hierfür den Beitrag „Tausend Fenster“. Mit der Startnummer 4 trat Karel Gott in der Londoner Royal Albert Hall vor das Publikum und konnte wenig überzeugen: in der Endwertung reichte es für den 13. Platz (von 17).

Bei uns hingegen feierte er Triumph um Triumph: nach seiner ersten Deutschland-Tournee Anfang 1969 verlangte das Publikum nach mehr, so dass im November des Jahres eine zweite folgte. Überall bot sich das gleiche Bild: die Hallen waren überfüllt. Seine zweite LP „In mir klingt ein Lied“ wurde veröffentlicht, zu Weihnachten das Album „Weihnachten in der Goldenen Stadt“ und in den Hitparaden standen seine Singles „Was damals war“ und „Lady Carneval“ in den Top Ten.

Innerhalb eines Jahrzehnts gelang Karel Gott in Ost und West eine stabile Karriere. Ständig war er auf Tourneen unterwegs, selbst in Japan gastierte er. Er trat bei Festivals in Rio de Janeiro, Athen und Caracas auf und nahm bei unzähligen Fernsehsendungen in Europa und Übersee teil. Die deutschen Single-Bestsellerlisten notierten Karel Gott 1971 mit „Das sind die schönsten Jahre“ vorerst letztmalig. Danach sollte es fast vier Jahre dauern, bis er sich hier wieder platzieren konnte.

1972 erhielt er die erste Goldene Schallplatte in seiner Heimat und im folgenden Jahr werden die Weichen für Auftritte im sonnigen Süden gestellt: die LP „Canzone“ mit überwiegend neapolitanischen Volksweisen verhalf ihm ins italienische Fernsehen. Eine ähnliche Produktion folgte 1981 unter dem Titel „Bella Italia“. Das ZDF produzierte die Sendung „Scusi, wo liegt Belcanto“, die Karel Gott moderierte und dabei Auszüge seiner neuen LP vorstellte. Der Traum von einer eigenen Fernsehsendung erfüllte sich hierzulande jedoch bereits viel früher: 1974 stellte er sich seinen deutschen Zuschauern in der TV-Personality-Show „Zwischen Donau und Don“ vor.

Folkloristische Lieder waren seit jeher die Stärke von Karel Gott. Die Langspielplatten mit den Liedern seiner Heimat zählten zu den Spitzenverkäufen. Die "Böhmische Kirmes" von 1975 beinhaltete vieles, was das Publikum an volkstümlichen Melodien aus Böhmen erwartete und so durften "Meine Rosa ist aus Böhmen", "Powidldatschkerln" oder "Es war im Böhmerwald" nicht fehlen. Kostproben hieraus gab er sogar auf einem mehrtägigen Gastspiel, das ihn nach Kuba führte. Sein langjähriger Produzent Otto Demler äußerte über die "Böhmische Kirmes", dass sie "sein bisher bestes Produkt sei."

Der tschechische Komponist Karel Svoboda schuf zahlreiche Hits von Karel Gott. Dazu zählte auch die Titelmusik zur ZDF-Zeichentrickserie "Die Biene Maja" aus dem Jahr 1977, für die die beiden gerade mal eine halbe Stunde Zeit brauchten. Sowohl das Lied als auch die Filme erreichten bei Jung und Alt Kultstatus. Das Lied wurde mit insgesamt fünf goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Als 2013 eine Neuauflage der "Biene Maja" über die Bildschirme flimmerte, ersetzte Helene Fischer den Star.

Nochmals Fernsehen: die Höhepunkte der Karel Gott-Show vom Dezember 1978 gab es auf Langspielplatte, mit mancher Überraschung: "Die Legende von Babylon" nicht mit Bruce Low, sondern von Karel Gott gesungen. Oder "Wunderland bei Nacht" in einer gesungenen Version, Gene Kellys "Singin‘ in the rain" in deutscher Sprache oder die Romanze des Nemorino aus Gaetano Donizetti’s Oper "Der Liebestrank". Mit dabei auch "Das Mädchen aus Athen" von Ralph Siegel, der für vier Jahre Karel Gott produzierte und als Komponist für etliche Dauerbrenner sorgte…

…wie beispielsweise mit der Geschichte über die Großmutter „Babicka“. Ralph Siegel soll den Titel innerhalb von zwanzig Minuten komponiert haben. Die Hits "Made by Siegel" folgten Schlag auf Schlag: "Lago Maggiore", "Eine Liebe ist viele Tränen wert" oder das Lied zur ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" von 1982 "Und die Sonne wird wieder scheinen". "Wir arbeiteten hervorragend zusammen, doch neulich habe ich einen Fehler gemacht", äußerte Karel Gott in einem Interview. "Ich sagte ihm, dass ich mich als Tenor bei meiner letzten Single nicht genug gefordert fühlte... Ralph hat sich prompt gerächt. Die neue Single "Du bist da für mich" geht hoch bis zum 'B'."

1985 gelang Karel Gott mit dem tschechischen Kinderstar Darina Rolincová der Hit "Zvonky štěstí", der bei uns als "Fang‘ das Licht" die Hitparaden stürmte. Das Lied wurde später mehrmals neu aufgenommen: statt der kleinen "Darinka" sangen die Geschwister Hofmann mit Karel Gott, kurz darauf erlebte der Titel eine Renaissance im Duett mit DJ Ötzi. Der zweite Versuch, zusammen mit Darinka nochmals einen Hit zu landen, schlug fehl: "Gib mir ein Zeichen" blieb unbeachtet. Aus Kindern werden Leute: Darinka tritt nach wie vor in der Tschechoslowakei unter dem Namen "Dara Rolins" auf.

1987 freute sich Karel Gott über eine Platin-LP für 400 Produktionen aus über 20 Jahren Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft (Polydor). Pünktlich zum Jubiläum kam eine neue Platte auf den Markt: "Kein Blick zurück". An dieser Stelle werfen wir einen Blick nach vorne: zwanzig Jahre später erhielt Karel Gott erneut eine Auszeichnung seiner Plattenfirma. Vom ehemaligen Polydor-Chef Ossi Drechsler, der ihn einstmals in den 1960er Jahren entdeckt hatte, bekam er einen Award für 40 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit überreicht.

"Ich singe Lieder, die ich schon lange liebe, Evergreens, die ich immer gern gehört und mitgesungen habe - bisher aber nur zuhause." Im Millenniumsjahr ermöglichte ihm seine Plattenfirma, eben jene Titel aufzunehmen. "Ich durfte mit Interpretationen meiner Lieblingslieder ein ganzes Album besingen". Zu seinen Favoriten zählten u. a. Herbert Grönemeyer ("Halt‘ mich"), Udo Lindenberg ("Horizont") oder John Miles ("Music"). Der Titelsong "Für immer jung" (Original: Alphaville "Forever young") schaffte 2008 den Einstieg in die Charts, nachdem er das Lied im Duett mit dem Rapper Bushido aufnahm.

Nana Mouskouri, Wencke Myhre, Daliah Lavi, Semino Rossi, Hartmut Engler, Xavier Naidoo oder Norbert Rier von den Kastelruther Spatzen waren einige Stars, die zusammen mit Karel Gott im Duett sangen. All diese ungewöhnlichen Aufnahmen entstanden 2009 für das Album "Leben", einer Hommage an den Künstler anlässlich seines 70. Geburtstags. Alle beteiligten Künstler waren von der Idee zu dieser besonderen Würdigung begeistert und haben gerne ihre Mitwirkung bei diesem einmaligen Projekt zugesagt, das sämtliche Genregrenzen unbeachtet ließ.

Ein Best of-Album der besonderen Art hat Karel Gott 2011 zusammengestellt: es enthielt seine ganz persönlichen Lieblingslieder vom Beginn seiner Karriere bis in die Gegenwart. „Hinter der Sonne - Lieder, die ich im Herzen trage“ brachte viele verborgene Schätze wieder ans Tageslicht. Karel Gott schrieb dazu: „Dieses Album ist etwas ganz Besonderes und soll Euch auf eine Reise durch mein Lebenswerk geleiten, ohne die schon allseits und vielmals veröffentlichten bekannten Hits zu bemühen“.

Singen als Berufswunsch - kein Gedanke

Dabei strebte er keine Sängerlaufbahn an. Vielmehr war er seit Kindertagen fest entschlossen, Maler zu werden. Eine Leidenschaft, die er heute noch pflegt und für ihn mehr als "nur ein Hobby" bedeutet, wie er gegenüber SWR4 erzählte. Die Einser im Zeichnen ermutigten ihn damals auch dazu. Während die Dreier in Musik klar aussagten, dass in der Welt der Töne seine Zukunft nicht lag. Das Blatt wendete sich, als Arbeitskollegen in der Elektrofabrik ihn überredeten, an einem Nachwuchswettbewerb teilzunehmen. Hier fiel er dem Bandleader Karel Krautgartner auf, der ihm eine Gesangsausbildung empfahl.

"Das Konservatorium war richtig konservativ"

Karel Gott folgte dem Rat und nahm ein Musikstudium auf, doch seine Interessen lagen beim Jazz und Swing, am Konservatorium hingegen stand klassische Musik auf dem Lehrplan. Schon bei der Aufnahmeprüfung sorgte er für Aufsehen, indem er mit der Tradition des ehrwürdigen Gebäudes brach und sich nicht davon abbringen ließ, sich als heißer Jazz- und Swing-Interpret zu präsentieren und moderne Rhythmen vorzutragen. Dennoch erklärte sich ein Professor bereit, ihn unter seine Fittiche zu nehmen.

Karel Gott: "Das war das Schwierigste, denn bei uns ist das Konservatorium richtig konservativ. Da darf kein Musiker Nebengeschäfte machen, und besonders nicht ein Sänger, der Oper studiert. Wenn er sich dann noch mit Jazz und Rock’n’Roll abgibt, ist das die absolute Frechheit."

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Karel Gott - rare Platten aus dem "Osten"

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Mit dem preisgekrönten Film-Evergreen „Moon River“ debütierte Karel Gott 1963 auf dem tschechischen Plattenmarkt. Diese Komposition eröffnete auch das 1967 in erschienene Album "The golden voice of Prague" (in englischer Sprache). Neben Melodien aus der „West Side Story“ waren ebenso Jazz-Standards wie „My funny Valentine“ vertreten. Und der Klassiker „Be-Bop-A-Lula“ gab Karel Gott Gelegenheit zu zeigen, dass er auch "Rock'n'Roll" kann. Absolut hörenswert!

Mit dem preisgekrönten Film-Evergreen „Moon River“ debütierte Karel Gott 1963 auf dem tschechischen Plattenmarkt. Diese Komposition eröffnete auch das 1967 in erschienene Album "The golden voice of Prague" (in englischer Sprache). Neben Melodien aus der „West Side Story“ waren ebenso Jazz-Standards wie „My funny Valentine“ vertreten. Und der Klassiker „Be-Bop-A-Lula“ gab Karel Gott Gelegenheit zu zeigen, dass er auch "Rock'n'Roll" kann. Absolut hörenswert!

„Lady Carneval“, „Was damals war“ oder auch „Einmal um die ganze Welt“ - all diese Evergreens stammen ursprünglich aus der Tschechoslowakei. Bevor sie sich hierzulande in der deutschen Version erstmals auf dem Plattenteller drehten, waren sie dort bereits zu Hits geworden. „My Czech Favourites“ aus dem Jahr 1972 enthielt die Originalaufnahmen in seiner Muttersprache.

In der ehemaligen DDR war Karel Gott ein gern gesehener Gast. Auf dieser Amiga-Produktion von 1973 verdient ein Titel besondere Aufmerksamkeit: es handelt sich um das Lied, das im Original „Kávu si osladim“ hieß und bei uns als „Es wird schon weitergeh’n“ 1972 populär wurde. Wenigen dürfte wohl bekannt sein, dass von dem Song zwei deutschen Fassungen existierten - eine west- und eine ostdeutsche Version. Die ostdeutsche Aufnahme „Ein Stückchen Zucker mehr“ ist auf dieser LP vertreten.

„Zwischen Moldau, Don und Donau“ hieß eine LP, die Karel Gott 1972 in Deutschland aufnahm und osteuropäische Folklore zum Inhalt hatte. Ein Jahr später wurde das Album unter dem Titel „Mezi Vlatvou, Donem a Dunajem“ für den tschechischen Plattenmarkt übernommen.

Nochmals Aufnahmen in englischer Sprache: als Vorlage dienten Erfolge aus seiner Heimat. Folgerichtig trug die LP den Titel „From my Czech Song-Book“. Darunter zwei Titel, die man auch hierzulande gut kannte: „If I were Mister Paganini“ („Er war ein zweiter Paganini“) und das bereits vorhin schon erwähnte „Es wird schon weitergeh’n“, hier in der englischen Fassung „I’ll sugar coffee more“.

Gerhard Winkler’s „Glaube mir“, Charlie Chaplin’s „Smile“ oder „Can’t help falling in love“, von Elvis Presley im Film „Blue Hawaii“ weltberühmt gemacht - alles Melodien, die nicht altern. So lautete auch das Motto dieser Schallplatte, die Karel Gott in tschechischer Sprache 1975 zusammen mit dem Orchester Karel Vlach aufnahm.

"Bach oder Beat"

Ein neues Doppelleben begann, denn tagsüber sang er Lieder und Arien, abends sorgte er verbotenerweise in Cafés als Jazzsänger für Stimmung. Der begeisterte Applaus des Publikums befeuerte seinen Ehrgeiz und er verfolgte sein Studium weiterhin ernsthaft und konsequent. Drei Jahre lang glückte das Spiel mit dem Feuer, bis ihn eines Abends der Professor erwischte und ihm ein Ultimatum stellte: "Bach oder Beat." Als Karel Gott sich sicher war, dass er im Showgeschäft reelle Chancen hat, kehrte er dem Konservatorium den Rücken. Seine Entscheidung wurde durch ein Engagement am Prager Semafor-Theater noch bekräftigt.

"Das Engagement bedeutete maximale Popularität im ganzen Land. Das Fernsehen übertrug einmal monatlich das Programm und Karten musste man einen Monat im Voraus bestellen."

Sinatra des Ostens

Nach seinem Debüt rissen sich Rundfunk und Fernsehen in der CSSR um ihn. Bereits seine ersten Schallplatten verzeichneten Rekordumsätze. Sein Ruhm durchlöcherte den "Eisernen Vorhang" und bald trat er erstmals im Westen auf. 1967 gab er seine Premiere auf dem deutschen Plattenmarkt mit "Weißt Du wohin". Er absolvierte ein sechsmonatiges Gastspiel in Las Vegas, wo er glänzende Erfolge feierte und Stars wie Dean Martin, Sammy Davis jr. oder Frank Sinatra kennenlernte. Er wurde sogar als legitimer Nachfolger des Letztgenannten gehandelt, womit sich sein Beiname "Sinatra des Ostens" erklärt. Der internationale Durchbruch war geschafft.

Cliff Richard

Cliff Richard

"Was für ein Glück, dass Karel Gott dort geboren wurde, wo er geboren wurde. Hätte er bei uns gelebt und seine Muttersprache wäre Englisch gewesen, wären viele von uns ohne Arbeit." (Sir Cliff Richard)

40-facher Publikumspreisträger

Seit über 50 Jahren zählt er in Ost und West zu den erfolgreichsten Interpreten. Seine Discographie umfasst die stattliche Anzahl von rund 120 Alben und seine viele Millionen mal verkauften Tonträger wurden mit Edelmetall aller Arten ausgezeichnet. Wie sehr das Publikum ihn schätzt, belegt eindrucksvoll die Auszeichnung mit der "Goldenen Nachtigall", dem Publikumspreis der Tschechoslowakei - mehr als 40 Mal erhielt er diese Würdigung. In Deutschland konnte er 2017 für sein Lebenswerk die "Goldene Henne" im Empfang nehmen.


DJ Ötzi

DJ Ötzi

"Karel Gott ist zuerst der Gentleman und dann erst Herr Gott. Ich habe Hochachtung vor seiner einzigartigen Karriere - ich bin sein Fan und ich bin stolz darauf, ihn kennen zu dürfen." (DJ Ötzi)

Auftritt als Schauspieler

Nach einer überstandenen Krebserkrankung präsentierte Karel Gott 2018 in seiner Heimat ein neues Album, das begeistert aufgenommen wurde. Darüber hinaus hat er sein berufliches Spektrum erweitert und spielte kürzlich neben seinen beiden jüngsten Töchtern und seinem Enkelsohn im tschechischen Märchenfilm "Das Geheimnis des zweiköpfigen Drachens" die Hauptrolle. Hierbei war es ihm wichtig, nicht als Sänger Karel Gott aufzutreten - obwohl er auch ein Lied im Film singt -, sondern in eine andere Rolle zu schlüpfen. So verkörpert er den Großvater, der als Schmied tätig ist.

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Kurz vor seinem 80. Geburtstag veröffentlichte er ein Duett mit seiner 13-jährigen Tochter Charlotte, das übersetzt so viel wie "Herzen erlöschen nicht" bedeutet. Als weiser Vater gibt er seinem heranwachsenden Kind Ratschläge für das Leben. Denn, so heißt es im Lied, er fühlt, wie die Zeit sprintet. Doch auch angesichts anhaltender gesundheitlicher Probleme denkt er nicht ans Aufhören. So wünschen wir ihm zu seinem Ehrentag vor allen Dingen Gesundheit und viel Kraft für sein weiteres Tun. "Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld, davon hab' ich schon als kleiner Bub geträumt" - dieser Traum fand seine Erfüllung.

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