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Salvatore Adamo

Die Chanson-Legende ist 75 Salvatore Adamo

Er stammt aus Sizilien, wuchs in Belgien auf, gilt als französischer Sänger und gehört als Künstler der ganzen Welt. Nur wenige, seine besten Freunde, nennen ihn bei seinem Vornamen Salvatore. Für die zahlreichen Fans rund um den Erdball ist er einfach nur "Adamo". Jetzt feiert der Chanteur mit der rauen Stimme seinen 75. Geburtstag.


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Adamo - die besten Plattencover

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Adamos erste Langspielplatte stand 1964 in den Geschäften. Sie beinhaltete eine Sammlung der bisher veröffentlichen Singles und EPs. Darunter seine ersten beiden Schallplattenaufnahmen von 1962 „Laissons dire“ und „En Blue Jeans et blouson d’cuir“ sowie „Sans toi, mamie“, womit ihm 1963 sein erster Nummer-1-Hit in Belgien gelang und wofür er seine erste „Goldene Schallplatte“ in Empfang nehmen konnte.

Adamos erste Langspielplatte stand 1964 in den Geschäften. Sie beinhaltete eine Sammlung der bisher veröffentlichen Singles und EPs. Darunter seine ersten beiden Schallplattenaufnahmen von 1962 „Laissons dire“ und „En Blue Jeans et blouson d’cuir“ sowie „Sans toi, mamie“, womit ihm 1963 sein erster Nummer-1-Hit in Belgien gelang und wofür er seine erste „Goldene Schallplatte“ in Empfang nehmen konnte.

Mit „Vous permettez, Monsieur“ stieß Adamo in die Spitzen der Hitparaden vor. Der Song mauserte sich zum europäischen Hit, der entsprechend dekoriert wurde: in Belgien erhielt er erneut eine „Goldene Schallplatte“, ebenso in Holland. Es war auch gleichzeitig sein deutsches Platten-Debüt. Parallel zum französischsprachigen Original nahm er eine deutsche Fassung davon auf: „Gestatten Sie, Monsieur“. Seine internationale Karriere nahm ihren Anfang.

1965 gelang ihm der Durchbruch zum Publikumsliebling Frankreichs. Sein erstes Gastspiel im Pariser „Olympia“ wurde zum Konzertereignis des Jahres. Für je eine Million verkaufter Singles erhielt er drei „Goldene Schallplatten“. Es erschien sein Album „Complainte d’un amour mort“, das 1967 unter dem Titel „Mein Name ist Adamo“ - um zwei Titel ergänzt - in Deutschland auf den Markt kam.

Tourneen außerhalb Europas führten Adamo 1966 rund um die Welt und zum ersten Mal nach Japan. Überall wurden seine Lieder in den Hitparaden notiert. In Frankreich war jede vierte verkaufte Schallplatte eine von Adamo. „Une meche de cheveux“ war einer seiner Hits des Jahres (hierzulande: „Eine Locke von Deinem Haar“). Sowohl seine japanische als auch englische Version des Titels verschwanden unveröffentlicht in den Archiven und wurden erst Jahrzehnte später auf CD herausgebracht.

Mit „Inch’ Allah“ gelang Adamo einer seiner größten Hits. Zum Chanson inspirierte ihn ein Besuch im Orient, Thema des Liedes war der Sechstage-Krieg zwischen Israel und Ägypten, Syrien und Jordanien. Das als Friedenslied gedachte Chanson führte zu Konsequenzen: es wurde in vielen arabischen Ländern verboten und darüber hinaus der Künstler dort mit einem Auftrittsverbot belegt.

1967 unternahm Adamo seine erste Deutschland-Tournee und er feierte mit seiner Rolle in "Les Arnauds" seine Film-Premiere. Während ihm die zehnte „Goldene Schallplatte“ verliehen wurde, erschien „Adamo international“. Auf dieser LP sang er seine Lieder in französischer, deutscher, englischer, italienischer und spanischer Sprache.

Der „Valse d’été“ erlangte in Deutschland durch die deutsche Fassung von Alexandra als „Walzer des Sommers“ große Popularität. Sie hatte den deutschen Text zu diesem Adamo-Chanson geschrieben.

Ein weiterer europaweiter Hit für Adamo: „Une larme aux nuages“. In Deutschland, Österreich und der Schweiz stürmte das Lied mit dem Text von Carl-Ulrich Blecher als „Es geht eine Träne auf Reisen“ 1968/69 die Bestseller-Listen. Den Titel nahm er in weiteren Sprachen auf: als „Una lágrima en las nubes“ lief der Titel in Spanien und…

… in Italien tönte er als „Affida una lacrima al vento“ aus den Lautsprechern. Eine japanische und eine englische Version („Tears on the rainbow“) blieben damals unveröffentlicht.

Die Serie „Edition 2000“ zielte auf die Plattensammler und eine Ausgabe dieser Reihe war Adamo gewidmet. Die auf 2.000 Exemplare limitierte Auflage umfasste jeweils zwei Langspielplatten, dazu im Innenteil der LP ein Portrait des Künstlers, ergänzt durch seltenes Bildmaterial. Musikalisch bildete diese Zusammenstellung seine weltweiten Erfolge ab. Wer Adamo beispielsweise in türkischer Sprache singen hören wollte, wurde hier fündig.

Adamo war zu Beginn der 1970er Jahre eine ganze Erfolgsreihe vergönnt. Nach der „Träne auf Reisen“ kam „Du bist so wie die Liebe“ in die Hitlisten. Großes Glück hatte er mit dem „kleinen Glück“ („Petit bonheur“): am 28. März 1971 überreichte ihm der Geschäftsführer der Electrola auf dem Flughafen in Stuttgart die höchste Auszeichnung, die der Konzern vergab - den „Goldenen Hund“. Adamo erhielt ihn für eine Million verkaufter Single-Platten.

Auf der 1972 begonnenen Trilogie „Kieselsteine“ berührte vor allem der Titel „Die alte Dame, der Sänger und die Spatzen“ die Fans. Die Geschichte ist Adamo wirklich passiert, als man ihn für ein Plattencover fotografierte. Den Song nahm eine Illustrierte dann zum Anlass für ein Preisausschreiben; wer von den älteren Leserinnen glaubte, der besungenen Dame zu ähneln, sollte sich mit einem Bild bewerben. Die Gewinnerin erhielt eine Einladung nach Paris, samt einem Treffen mit Adamo.

Für seine Erfolge im Showgeschäft bekam Adamo 1979 die „Goldene Europa“. Auch tourte er durch Japan und Deutschland, dazu war er hierzulande mit Reinhard Mey in der Show „Zwei Herren im Dreiviertel-Frack“ zu sehen. Für die ARD-Fernsehlotterie schrieb und interpretierte er zudem das Lied „Zweimal Glück und zurück“. Auf der B-Seite dieser Single war mit „Kinderjahre“ ein Titel aus der Feder von Alexandra. Erst nach ihrem Unfalltod hat Adamo die Musik dazu komponiert und das Lied aufgenommen.

Nach fast 20-jähriger Vertragsbindung mit der Plattenfirma Electrola wechselte Adamo 1980 zur Teldec. Einstand auf dem neuen Label war die französische LP „Pauvre liberté“ und in Deutschland das Album „…und dann ein Lied“.

In den 1980er Jahren machte sich Adamo hierzulande rar; 1984 hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, ein Herzinfarkt erforderte eine Bypass-Operation. Nach seiner Genesung arbeitete er in Frankreich und Belgien weiter wie zuvor. 1988 kam bei uns die LP „Wenn Worte fehlen“ in den Handel. Das Lied „Que Sera“ aus dieser Produktion läuft bis heute regelmäßig im Rundfunk.

Das Jahr 1994 markiert den Schlusspunkt seiner deutschsprachigen Karriere. Die CD „So naiv“, einer Adaption seiner französisch-sprachigen Produktion „Reveur de fond“ war sein letztes Album. Seither erschienen nur noch Zusammenstellungen seiner bekanntesten Lieder, in Frankreich und Belgien ist Adamo aber weiterhin aktiv. Erwähnenswert ist das Album „Le bal des gens bien“ von 2008, für das er 17 seiner großen Erfolge mit Künstlern der aktuellen Chanson-Szene im Duett aufgenommen hat.


Genau genommen erblickte Adamo bereits am 31. Oktober 1943 - gerade noch vor der Mitternachtsschwelle zum neuen Tag - in einem kleinen sizilianischen Dorf das Licht der Welt. Wenige Jahre später wanderte die Familie nach Belgien aus. Der Vater fand Arbeit als Bergmann und plagte sich schwer, um die Mutter, Salvatore und seine sechs Geschwister zu ernähren. Als er durch ein Grubenunglück zum Invaliden wird, mussten alle von seiner Rente leben. Der Papa widmete seine ganze Aufmerksamkeit seinem Sohn, der ihn mit seiner schönen Gesangsstimme erfreute. Beide lauschten oft einem alten Trichtergrammophon und Gigli, Caruso oder Lanza wurden zu seinen „Gesangslehrern.“

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Autodidakt an der Gitarre

Salvatore Adamo bei einem Auftritt

Salvatore Adamo bei einem Auftritt

Im Alter von zwölf Jahren durfte er in den Kinderchor eintreten. Die Freude darüber währte nicht lange, da sich der Stimmbruch bemerkbar machte. Die bislang glockenklare Stimme war rau geworden, für den Vater eine herbe Enttäuschung. Dennoch gab Salvatore den Gesang nicht auf; er nahm an einem Sängerwettstreit teil und fiel durch. Stattdessen begann er nun, Gedichte zu schreiben und zu komponieren. Als sein Großvater ihm eine Gitarre schenkte, brachte er sich die wichtigsten Griffe in kürzester Zeit selbst bei. Man schrieb das Jahr 1959 und im Dezember dieses Jahres schlug die große Stunde von Salvatore Adamo…

Salvatore Adamo ist ein zärtlicher Gärtner, dessen Blumen die Wildheit und die Frische des roten Mohns und der Margeriten haben.“ (Jacques Brel)

Adamo wurde als der "neue Aznavour" bejubelt

Salvatore Adamo mit Mutter Concetta

Salvatore Adamo mit Mutter Concetta

Bei einem weiteren Wettbewerb für Chanson-Amateure gewann Adamo mit seinem selbst geschriebenen Chanson „Si j’osais“. Die Fachwelt sprach von einem "neuen Aznavour". Die Karriere ließ aber noch auf sich warten, bis sich ein belgischer Produzent der EMI Electrola bei Adamo meldete. Er wollte ihn produzieren, allerdings nur unter der Bedingung, dass der junge Sänger eine Abnahme von 500 verkauften Exemplaren seiner Platte garantierte. Ein Mäzen übernahm die Bürgschaft, die bald Makulatur war. Von der ersten Single "Laissons dire"/"En blue jeans et blousons d’cuir" verkauften sich im Handumdrehen mehrere tausend Stück.

Adamo mag nichts singen ohne es zu verstehen

„Ich habe nichts gegen kommerzielle Erfolge - ich habe nur etwas gegen unintelligente Lieder“.

Die Erfolge stellten sich Schlag auf Schlag ein und blieben nicht auf Belgien begrenzt. Ein gerade erst begonnenes Journalistik-Studium hängte er 1963 an den Nagel. Der große Durchbruch kam mit „Sans toi, mamie“ und mit „Vous permettez, Monsieur“ gelang 1964 ein europaweiter Hit. „Gestatten Sie, Monsieur“, die Cover-Version seines Europa-Hits, war sein Debüt in deutscher Sprache. Hierbei erging es ihm wie vielen seiner ausländischen Kollegen - er verstand von allem kein Wort und sang von einer Tafel ab, auf der alles in Lautschrift geschrieben stand.

Schreiben, fluchen, studieren - das Sprachentalent Adamo

„Ich versuche, die Banalitäten in meinen Liedern wegzulassen. Und es ist auf der ganzen Welt nicht nötig, dumme Texte zu singen, um Erfolg zu haben.“

Salvatore Adamo bei Frau Heinemann

Zu Gast bei Frau Heinemann und Frau Lübke

Aus diesem Grund war Adamo mit seinem in Deutschland größten Erfolg „Es geht eine Träne auf Reisen“ im Nachhinein nicht sonderlich glücklich und distanzierte sich davon. Beim Text war er einem Missverständnis aufgesessen, nachdem er das Wort „Träne“ mit dem französischen „le train“, also „der Zug“, in Verbindung brachte und somit nichts dabei fand, von einem Zug, der auf Reisen geht, zu singen. Er bemerkte erst später, dass seine französischen Verse in der deutschen Übersetzung oftmals ins Seichte abdrifteten. "Deshalb entschloss ich mich, keinen deutschen Text mehr zu singen, ohne seinen Inhalt zu kennen", äußerte er in einem Interview und entwickelte sich zu einem Sprachen-Talent: „Französisch ist die Sprache, in der ich meine Lieder schreibe, Italienisch die Sprache, in der ich fluche und Deutsch die Sprache, die ich am intensivsten studiere“.

1994 nimmt Adamo Abschied vom deutschsprachigen Publikum

Salvatore Adamo feiert 30. Geburtstag

Salvatore Adamo feiert mit Heino seinen 30. Geburtstag

Die 1970er Jahre brachten Adamo in Deutschland viele weitere Erfolge ein, mit denen er auch andere Publikumsschichten ansprechen konnte. In Walter Brandin und Eckart Hachfeld hatte er zudem ideale Texter gefunden: "Ihre Texte sagen aufs Komma genau das aus, was ich im Französischen gemeint habe". Ab den 1980er Jahren machte sich Adamo rarer. Während 1994 sein letztes deutschsprachiges Album erschien, veröffentlicht er in Frankreich und Belgien weiterhin neue Produktionen und tritt auch mit 75 Jahren weiterhin auf.


Adamo - der Steckbrief
Geborenam 1. November 1943 in Comiso, Sizilien
LebenAdamo kam mit vier Jahren nach Belgien, weil sein Vater in Mons Arbeit als Bergmann fand. Der Sänger ist seit 1969 mit der Jugendfreundin Nicole verheiratet, hat mit ihr zwei Söhne und eine Tochter aus einer Liaison.
Gerüchte1964 sang Adamo von "Dolce Paola" und die Klatschpresse spekulierte sensationslüstern, ob den Sänger und die damalige belgische Prinzessin und spätere Königin mehr als die Liebe zur Musik verbindet.
Dumm gelaufenIm "Stern" sagte Adamo: "Meine erste Platte hatte es schwer. Ein belgischer Discjockey rief schon nach 15 Sekunden: "Müssen wir uns dieses Gekrächze weiter anhören" - und legte die nächste Scheibe auf."

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