Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/Maciej_Kosycarz)

Soullegende Tina Turner wird 80

Aus einfachen Verhältnissen stammend wurde sie zum erfolgreichsten weiblichen Rockstar der Welt. Tina Turner brachte die Hallen rund um den Globus wie keine zweite zum Kochen - erst neben ihrem Mann, später als Solistin. Ihr bewegtes Leben bot Stoff für einen Film und ein ganzes Musical. Nun feiert die Künstlerin ihren 80. Geburtstag.

Rassismus, Angst und Gewalt standen auf der Tagesordnung ihrer Kindheit. Der Ku-Klux-Klan trieb in ihrer Heimat Tennessee sein Unwesen und die kleine Anne Mae Bullock, so ihr bürgerlicher Name, wurde in der Zeit der Rassentrennung groß. Schon als Kind musste sie auf den Baumwollfeldern arbeiten. Einziger Lichtblick war der Kirchenchor ihres Vaters. Dort blühte sie auf und fiel schon früh mit ihrem Gesang auf. 

Die besten Plattencover von Tina Turner

Plattencover Tina Turner (Foto: SWR, Coverscan (Sue Records))
Mit der jungen Ann Mae Bullock hatte Ike Turner eine sagenhafte Entdeckung gemacht. 1959 wurde das Paar vom New Yorker Label „Sue Records“ unter Vertrag genommen und „A fool in love“ war der erste Erfolg, der dem Duo gelang. Hits wie „I idolize you“, „It’s gonna work out fine“, „Poor fool“ und „Tra La La La La“ folgten. Durch diese Erfolge entstand der Vorläufer der späteren Ike & Tina Turner-Revue. Coverscan (Sue Records) Bild in Detailansicht öffnen
In Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Produzenten Phil Spector entstand „River Deep - Mountain High“. Klotzen, nicht kleckern: 21 Studiomusiker wirkten an der Produktion mit, die ungefähr 22.000 Dollar verschlungen haben soll. Für damalige Begriffe eine horrende Summe. Der Song wurde im Laufe der Jahre zum Klassiker, blieb aber seinerzeit in den Staaten auf einem enttäuschenden 88. Platz in den Hitparaden hängen. Anders in Europa: dort stand der Song auf Position 3 der Bestsellerlisten. Coverscan (London) Bild in Detailansicht öffnen
Das 1968er Album „So fine“ brachte insgesamt fünf Single-Auskopplungen hervor, wovon sich allerdings lediglich der Titelsong in den Charts wiederfand. Im Begleittext zur LP stand zu lesen: „Hier nun ist ihre neueste Platte und präsentiert, wie es so die Art von Ike & Tina Turner ist, die vertraute, beliebte und hochexplosive Mischung aus Blues-Keller und Gospel-Kirche. Wieder einmal bringen die beiden das große Kunstwerk fertig, zugleich modern und zeitlos zu sein.“ Coverscan (London) Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Tournee von Ike & Tina Turner mit den Rolling Stones im November 1969 begann das Duo, Rocksongs in sein Repertoire aufzunehmen. Im Januar 1970 veröffentlichten sie ihre Fassung des Beatles-Songs "Come Together", die beim Publikum glänzend ankam. Auf dem gleichnamigen Album fand sich mit dem Rolling Stones-Hit „Honky Tonk Women“ eine weitere prominente Cover-Version. Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
Zwei weitere Songs aus dem Repertoire der Beatles („Get back“, „Let it be“) gab es auf dem Album „Workin‘ together“ zu hören, das Anfang 1971 in den Geschäften stand und als die beste und erfolgreichste Produktion des Ehepaares bezeichnet wird. Ebenfalls war der CCR-Klassiker „Proud Mary“ mit vertreten, der von Ike Turner ein neues Arrangement verpasst bekam und für den sie 1972 einen Grammy Award erhielten. Bei Live-Auftritten stellte der Song stets einen Konzert-Höhepunkt dar. So durfte… Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
…die Nummer auch bei ihrem Gastspiel im legendären Pariser „Olympia“ nicht fehlen. Aus der Studio-Fassung von „Proud Mary“ mit einer Laufzeit von knapp 3’20 Minuten wurde hier ein fast neunminütiges Event. Ein Mitschnitt des Konzertes vom 30. Januar 1971 erschien auf zwei Langspielplatten. In Deutschland fand das Doppel-Album zahlreiche Liebhaber, so dass damit hierzulande ein 25. Platz in den Verkaufs-Hitparaden gelang. Coverscan (Liberty Records) Bild in Detailansicht öffnen
Mit „Nutbush City Limits“ gelang Ike & Tina Turner 1973 wahrscheinlich der größte Wurf ihrer langen Karriere. Tina Turner hatte den Song selbst geschrieben. Er handelte von der Kleinstadt Nutbush in Tennessee, in der sie aufgewachsen war. Ein Jahr später folgte das Album „Sweet Rhode Island Red“, zu dem Tina Turner neben dem Titelsong noch weitere Nummern geschrieben hatte. Es beendete das Kapitel „Ike & Tina Turner“. Sie trennte sich von ihrem Ehemann und beschloss, fortan getrennte Wege zu gehen. Ihr Debüt… Coverscan (United Artists) Bild in Detailansicht öffnen
…als Solistin legte sie mit „Tina turns the country on“ im Sommer 1974 vor. Ihre Interpretationen von Country-Songs aus der Feder von beispielsweise Dolly Parton, Hank Snow oder Kris Kristofferson sahen zwar keine Hitparade von innen, wurden jedoch für dem Grammy Award nominiert. Coverscan (United Artists) Bild in Detailansicht öffnen
Die ersten Jahre nach der Trennung von Ehemann Ike gestalteten sich beruflich schwierig. Ihr Album „Rough“ aus dem Jahr 1978 blieb wie Blei in den Regalen liegen. Daraus wurde u. a. „Viva la money“ auf Single ausgekoppelt. Tina Turner versuchte sich hierbei in der Disco-Masche und fiel damit beim Publikum durch. Coverscan (Ariola) Bild in Detailansicht öffnen
Nach dürren Jahren kehrte Tina Turner 1984 mit einem Paukenschlag zurück. Schätzungsweise 20 Millionen Exemplare wurden von „Private Dancer“ weltweit verkauft. Dafür wurde sie mit Edelmetall-Auszeichnungen regelrecht überschüttet. Die begleitende Welt-Tournee umfasste 177 Konzerte. „Let’s stay together“, „What’s love got to do with it“, „I can’t stand the rain“ und der Titelsong sind bis heute unverwüstliche Pop- und Rock-Klassiker. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Bereits 1975 war sie als “Acid Queen” in der Verfilmung der Rock-Oper “Tommy” auf der Leinwand zu sehen. Zehn Jahre später spielte sie neben Mel Gibson im Actionfilm „Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel“ die weibliche Hauptrolle („Aunty Entity“). Als gnadenlose Herrscherin von Bartertown machte sie ihm nicht nur als kettenbehangener Bösewicht, sondern auch als Sängerin die Hölle heiß. „We don’t need another hero“ bezeichnete die Künstlerin selbst als einen ihrer Karriere-Höhepunkte. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
1986 schaffte sie es, mit dem Album „Break every rule“ die grandiose Erfolgsserie fortzusetzen. Vorab erschien die Single „Typical male“, die sie auch im Deutschen Fernsehen in „Wetten, dass…?“ vorstellte. Bei der Nummer war auch ihre musikalische Begleitung prominent besetzt: Terry Britten, der die Platte produzierte, spielte Gitarre und Bass und Phil Collins saß am Schlagzeug. „What you get is what you see“ und „Two people“ waren weitere erfolgreiche Songs, die als Single erhältlich waren. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Der Starfotograf Peter Lindbergh lichtete sie für ihr Album „Foreign affair“ auf dem Pariser Eiffelturm ab. Nicht nur das Foto sondern auch die Musik der neuen Produktion brachte sie erneut hoch hinauf - weniger in ihrem Heimatland Amerika, dafür in Europa. Beispielsweise…. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
… in England - dort war es ein glatter Nummer 1-Erfolg. „I don’t wanna loose you“, „Be tender with me Baby“ (beide übrigens komponiert von Albert Hammond), „Steamy windows“ (hier im Bild) … Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
…und allen voran „The best“, das zu ihren bekanntesten Liedern zählt, entstammten alle dieser Produktion. Gerade dieses Lied entwickelte sich zu einem Dauerbrenner im Radio. Weniger bekannt ist, dass es im Original von Bonnie Tyler stammt. Sie veröffentlichte es bereits 1988 auf ihrem Album „Hide your heart“. Geschrieben wurde „The best“ von Holly Knight und Mike Chapman, der zum Beispiel für viele Hits der Gruppe Smokie verantwortlich zeichnet. Nach … Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
...so vielen Hits war es Zeit für ein Doppel-Album mit all ihren Erfolgen, eben „Simply the best“. Neben den glanzvollen Highlights gab es jedoch auch brandneues Liedgut zu hören, wie „Way of the world“. Die eingängige Midtempo-Nummer floss erneut aus der Hit-Feder von Albert Hammond. Coverscan (Capitol Records) Bild in Detailansicht öffnen
Den Titelsong eines James Bond-Films zu singen, stellte schon immer eine besondere Auszeichnung dar. 1995 fiel die Wahl auf Tina Turner, die mit „Goldeneye“ erneut einen großen kommerziellen Erfolg landen konnte. Mit „Bono“ und „The Edge“ der Band „U2“ waren zwei weitere musikalischen Hochkaräter daran beteiligt. Sie schrieben den Song, der sich mühelos in die Shirley Bassey-Tradition einfügte. Auch diese Platte verkaufte sich in Europa deutlich besser als auf anderen Kontinenten. Er fand… Coverscan ( Bild in Detailansicht öffnen
…Eingang in ihr Album „Wildest Dreams“, das 1996 in den Geschäften stand. Die Ballade „On silent wings“ daraus entwickelte sich zum Pop-Klassiker. Stimmliche Unterstützung erhielt sie hierbei von Sting. Im Laufe ihrer Karriere… Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen
…hat sie immer wieder mit den Größten der Musikszene Duette aufgenommen. Die Liste reicht von Rod Stewart und David Bowie bis hin zu Eric Clapton und Eros Ramazzotti. Im Gegensatz zur Album-Version, wo der Schauspieler Antonio Banderas die Rolle des Sprechers übernahm, war bei der Single-Veröffentlichung von „In your wildest dreams“ der unverwechselbare Barry White mit von der Partie. Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen
1999 legte sie ihr zehntes Studio-Album vor, das zugleich auch ihr letztes war. Nach „Twenty Four Seven“ zog sich Tina Turner von der Plattenproduktion zurück und veröffentlichte danach nur noch ganz vereinzelt neue Titel. Im Laufe ihrer Karriere hat sie über 180 Millionen Tonträger weltweit verkauft. Coverscan (Parlaphone) Bild in Detailansicht öffnen

Als Teenager wünschte sie sich nichts sehnlicher, als von hier abzuhauen. 1955 war es soweit.  Ihre ältere Schwester lebte in St. Louis, der Hauptstadt des Rhythm ’n’ Blues, zu der Anne Mae zog. Gemeinsam streiften sie durch die Musikclubs der Stadt und lauschten Ike Turner, der mit seinen „Kings of Rhythm“ eine feste Größe war - nicht nur als Musiker, sondern auch als Talentscout. Eines Tages sang Anne Mae ihm vor und er verpflichtete sie als Backgroundsängerin.

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/ Foto: UPPA)
Tina Turner mit ihrem Ehemann Ike Turner (1966) picture-alliance/ Foto: UPPA

Ike wusste von Anbeginn, welches Juwel er in der jungen Sängerin gefunden hatte. Als ein anderer Plattenkünstler kurzfristig ausfiel, ergriff sie die Chance. Er machte sie zur Solistin und formte sie nach seinen Vorstellungen. 1959 stand ihre erste gemeinsame Platte „A fool in love“ in den Geschäften. Aus Anne Mae wurde Tina - Ike hatte das so festgelegt, ohne mit ihr darüber gesprochen zu haben. Tina Turner, die wilde Sängerin mit der röhrenden Stimme, begeisterte Plattenfirmen und Publikum gleichermaßen. Auf Anhieb gelang ein Hit, der sich sowohl in den Rhythm ‘n‘ Blues- als auch Pop-Charts platzieren konnte.   

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/Courtesy Everett Collection)
Tina Turner 1971 bei einem Auftritt picture-alliance/Courtesy Everett Collection

Die „Ike and Tina Turner-Revue“ zog durch alle Landstriche - ihre Show war angesagt. Ständig waren sie unterwegs, freie Tage gab es nie. Ike trieb sie fortdauernd zur Arbeit an, sie war der Star der Show. In einem Interview erläuterte sie: „Meine Beziehung zu Ike war zum Scheitern verurteilt, als ihm klar wurde, dass ich sein Einkommen sichern würde.“ Er war gewalttätig und böse, jeden Moment konnte er zuschlagen oder sie vergewaltigen. Dennoch wurden sie bei einer Blitzhochzeit 1962 in Mexiko zu Mann und Frau.

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/Keystone /Foto: Röhnert)
Tina Turner bei einem TV-Auftritt Anfang der 1980er Jahre picture-alliance/Keystone /Foto: Röhnert

1966 hatte der legendäre Komponist, Musiker und Produzent Phil Spector einen Song im Gepäck, von dem er glaubte, nur Tina Turner könne ihn singen: „River Deep-Mountain High“. Darüber hinaus bestand er auf einen anderen Gesangsstil - statt wild röhrend sollte Tina melodischer singen. Ike war im doppelten Sinne nicht begeistert - einerseits wegen der anders klingenden Tina und andererseits über die Tatsache, dass Phil Spector ihn nicht dabei haben wollte. Nur Ike‘s Name sollte auf der Platte erwähnt werden, so der Deal.

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / United Archives/IFTN)
Tina Turner in ihrer Rolle als "Aunty Entity" in "Mad Max". Da regiert sie mit eiserner Hand ein Dorf... picture alliance / United Archives/IFTN

Als die Platte in Amerika floppte, war dies für Ike eine Genugtuung und für Phil Spector eine riesige Enttäuschung. Stattdessen stürmte „River Deep-Mountain High“ in Großbritannien die Hitparaden. Als sie 1969 in England gastierten und eigentlich nur als Vorprogramm der „Rolling Stones“ verpflichtet waren, kochte die Royal Albert All und die Stones hatten Mühe, die Begeisterung des Publikums zu halten. Diese Tournee brachte dem Paar den endgültigen Durchbruch.

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/KEYSTONE)
Tina Turner mit Thomas Gottschalk in "Wetten dass..." 1996 picture alliance/KEYSTONE

Die Erfolge der Turner-Revue machten nun auch das europäische Publikum neugierig. Die Hallen wurden größer und die Plattenverträge lukrativer, das Geld floss in Strömen. Ike kaufte sich ein eigenes Studio und arbeitete wie ein Besessener. Tina musste ständig auf Abruf bereit stehen, um seine Kompositionen zu singen, die jedoch nie den Nerv der Zeit trafen. Seinen Frust ließ er an ihr aus, nichts konnte sie ihm recht machen. Erschwerend kam sein Drogenkonsum hinzu. Dann griff sie selbst zur Feder und schrieb 1973 ein Lied über die Kleinstadt Nutbush, in der sie aufwuchs. Es wurde ein Riesenhit.

Schon lange befasste sie sich mit dem Gedanken, ihren Mann zu verlassen. 1976 hatte sie die Kraft, es zu tun. Mit 36 Cent in der Tasche und den Kleidern, die sie auf dem Leib trug, startete sie in ein neues Leben. Doch bis die Solo-Karriere in Schwung kam, sollten noch Jahre vergehen. Da durch die Trennung Shows geplatzt waren, blieben die Regressforderungen an Tina hängen. Jahrelang kämpfte sie ums Überleben und musste selbst unattraktive Jobs annehmen, um Geld zu verdienen. In der Szene galt sie als gealterte farbige Sängerin, an die niemand mehr glaubte.

Tina Turner (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Yoan Valat)
Tina Turner 2008 mit ihrem damaligen Freund Erwin Bach in Paris. Die Sängerin hatte zuvor die Medaille der Ehrenlegion bekommen. Foto: Yoan Valat

Ganz anders sah dies der australische Produzent Roger Davies. Er schlug Tina Turner vor, elektronische Musik aufzunehmen. Diese war in England sehr angesagt. Ihm war bewusst geworden, dass ein Relaunch ihrer Karriere nur über den Umweg Europa gelingen konnte. Diese Annahme erwies sich als richtig, denn das Album „Private Dancer“, das 1984 entstand, bedeutete für sie ein unglaubliches Comeback.

Das Album enthält auch ihren Erfolgshit „What’s love got to do with it“, den sie ursprünglich gar nicht singen wollte. Sie mochte ihn nicht, nahm ihn jedoch dennoch auf. Es war eine kluge Entscheidung, denn der Song wurde gleich mit drei Grammys ausgezeichnet und war wenig später sogar titelgebend für einen Spielfilm über ihr Leben. Im Alter von 45 Jahren war sie auf die Bühne zurückgekehrt und im Handumdrehen zum Weltstar geworden. Sie bewies, dass frau auch im fortgeschrittenen Alter das Publikum aller Altersklassen noch von den Stühlen reißen konnte.

12.000 begeisterte Menschen feierten sie beispielsweise 1985 im Münchner Olympiastadion und drei Jahre später brach sie alle Besucherrekorde, als sie in Rio de Janeiro von 180.000 Fans bejubelt wurde. 2009 ging sie im Alter von 69 Jahren nochmal auf Welttournee. Doch nicht nur künstlerisch waren neue erfolgreiche Zeiten angebrochen, sondern auch im Privatleben. Es war „Liebe auf den ersten Blick“ als sie den 16 Jahre jüngeren deutschen Musikmanager Erwin Bach kennenlernte und Jahre später heiratete.

Doch kurz nach der Trauung musste sie einige gesundheitliche Nackenschläge einstecken. Erst ein Schlaganfall, dann Darmkrebs und darüber hinaus noch Nierenversagen. Hier war sie schon fest der Überzeugung, dass sich ihr Lebensweg damit dem Ende zuneigte. In dieser Situation spendete ihr Ehemann ihr eine Niere und ermöglichte Tina Turner somit eine Rückkehr ins Leben. Nach der gelungenen Transplantation verfasste sie ihre Autobiographie „My Love Story“.

„Ich bin glücklich wie nie“ sagt Tina Turner heute und genießt ihren Ruhestand in ihrer Villa am Zürichsee. Dort hat sie sich sogar einen eigenen Meditationsraum eingerichtet, denn seit Jahrzehnten zieht sie ihre Kraft aus dem Buddhismus. Schon seit Jahren liegt ihr Zuhause in der Schweiz und nicht mehr in den Staaten - das ist abgeschlossene Vergangenheit. 2013 nahm sie die schweizerische Staatsbürgerschaft an. Gelegentlich ist sie dennoch unterwegs und Gast auf der einen oder anderen Premierenfeier des „Tina Turner-Musicals“, das in Zusammenarbeit mit ihr entstand und für volle Häuser sorgt. Sie ist und bleibt „simply the best“.