Bitte warten...

Science Fiction Wissenschaft und Vision: Der Kongress „Next Frontiers“ in Stuttgart

Von Silke Arning

Fliegende Autos, digitale Helfer, die aufräumen und bügeln, Arztroboter, die das gesammelte medizinische Fachwissen in sich vereinen: Der „Next Frontiers“-Kongress in Stuttgart will Physiker, Philosophen und Wirtschaftsexperten mit Science-Fiction-Autoren ins Gespräch bringen. Die Idee: das Denken in neue Richtungen zu lenken, gemeinsame Zukunftsvisionen entwickeln.

3:53 min | Fr, 28.6.2019 | 6:00 Uhr | SWR2 am Morgen | SWR2

Mehr Info

Science Fiction

Neuer Alltag mit Robotern: Der Kongress „Next Frontiers“ in Stuttgart

Silke Arning

Fliegende Autos, digitale Helfer, die aufräumen und bügeln, Arztroboter, die das gesammelte medizinische Fachwissen in sich vereinen: Der „Next Frontiers“-Kongress in Stuttgart will Physiker, Philosophen und Wirtschaftsexperten mit Science-Fiction-Autoren ins Gespräch bringen. Die Idee: das Denken in neue Richtungen zu lenken, gemeinsame Zukunftsvisionen entwickeln.

Andreas Brandhorst: Vertausendfachung der Rechenleistungen

Immer dümmere Menschen, immer klügere Maschinen: Für den Science Fiction Autor und Übersetzer der Terry Pratchett Scheibenwelt-Romane, Andreas Brandhorst, eine ganz logische Entwicklung. Schätzungen zufolge müsse man für das Jahr 2040 von einer Vertausendfachung der Rechenleistungen ausgehen.

Andreas Brandhorst

Science-Fiction-Autor Andreas Brandhorst

Seine Pointe, um das drohende Szenario auf den Punkt zu bringen: „Da baut jemand den größten und leistungsfähigsten Computer der Welt, um ihm die wichtigste aller Fragen zu stellen. Sie lautet: Gibt es Gott? Und der Supercomputer antwortet: Jetzt schon.“

Oliver Bendel: Roboter brauchen viel Strom, den wir gar nicht haben

Der Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsethiker Oliver Bendel wischte dagegen allzu betrübliche Aussichten erst einmal mit einer recht lapidaren Feststellung vom Tisch: „KI und Roboter brauchen immens viel Strom und diesen Strombedarf zu decken, ist im Moment überhaupt nicht möglich.“

Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Oliver Bendel, der Roboterphilosoph, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Verhältnis Mensch-Maschine und der Frage, wie man den Robotern Moral beibringen kann.

Roboterphilosoph Oliver Bendel

Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsethiker Oliver Bendel

Sein erster Durchbruch: Ladybird, ein tierfreundlicher Staubsauger, der kleine Marienkäfer verschont. Seine zweite Entwicklung war dann schon nicht mehr ganz so moralisch: ein lügender Chatbot, ein Dialogsystem, das seinem Nutzer völlig ungeniert die Unwahrheit serviert.

Beamer, Warp und Handy: Raumschiff Enterprise als Inspiration

Gerade aus Science Fictions habe die Wissenschaft dabei viele Anregungen erfahren, meint Medienwissenschaftler Andreas Rauscher im SWR2 Interview. Auch er ein Teilnehmer des Zukunftskongresses. Die Erfindung des Handys verdanke sich beispielsweise der Faszination an Captain Kirks Mobiltelefon aus den ersten Star-Trek-Serien.

5:41 min | Do, 27.6.2019 | 12:33 Uhr | SWR2 Journal am Mittag | SWR2

Mehr Info

Science Fiction

Andreas Rauscher: Wie Raumschiff Enterprise die Wissenschaft inspirierte

Maximilian Bauer im Gespräch mit Andreas Rauscher

Die Wissenschaft hat aus Science-Fiction-Werken konkrete Anregungen erfahren, so der Medienwissenschaftler Andreas Rauscher anlässlich des Zukunftskongresses „Next Frontiers“ in Stuttgart. Die Erfindung des Handys verdanke sich beispielsweise der Faszination an Captain Kirks Mobiltelefon aus den ersten Star-Trek-Serien. Science Fictions vermittelten allerdings nicht mehr das Gefühl „unentdeckter Weiten, die wir vor uns haben“, so Rauscher. Die Science-Fiction-Metaphorik seit mittlerweile eher ein gutes Versuchslabor, um zu reflektieren, „was gesellschaftlich passiert und was man an diplomatischem Gespür benötigt“, um sich mit anderen Kulturen zu verständigen.

Wenn Roboter über die Straße laufen würden...

Darum geht es auch bei dem Kongress in Stuttgart: Mögliche Zukünfte einfach mal durchspielen, meint der Physiker Armin Grunwald, Leiter des Karlsruher Instituts für Technikfolgenabschätzung: „Wenn heute Roboter frei auf der Straße herumlaufen dürften, wären die Menschen gar nicht überrascht, weil wir sie ja aus den Science-Fiction-Filmen schon längst kennen.“

Es sei deshalb wichtig, Menschen mit den Möglichkeiten zu konfrontieren, die sie zum Nachdenken zwingen würden.


Weitere Themen in SWR2