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Der Zyniker verachtet sich selbst, die anderen und die Welt, er vergöttert die Sinnlosigkeit. Damit reagiert er auf die Zumutungen der Moderne.

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Das Adjektiv "zynisch" bezeichnet eine gefühllose, menschenverachtende Haltung, mit der der Zyniker der Welt und seinen Mitmenschen begegnet. Zynismus kann klug machen, aber auch kalt und mitleidlos. Zugleich gilt er als typische Geisteshaltung der Moderne, die nicht mehr an die Gestaltbarkeit der Welt und schon gar nicht an irgendeine Sinnhaftigkeit zu glauben vermag.

Worin liegt die seelische Attraktivität des zynischen Weltbildes? In welchen Milieus und Epochen ist es zu finden? Antworten gibt der Soziologe Professor Tilman Allert.

(SWR 2020)

10.11.1938 Reportage aus der zerstörten Synagoge in Wien nach der Reichspogromnacht

10.11.1938 | Von den Pogromen in der Nacht zum 10. November 1938 und auch dem Tag danach existieren kaum Rundfunkaufnahmen. Falls es sie gab, sind sie nicht erhalten oder wurden zerstört. Eine Ausnahme ist Wien. In dieser Reportage vom 10. November 1938 berichtet Eldon Walli, ein gebürtiger US-Amerikaner, für den nationalsozialistischen "Reichssender Wien" vor Ort von der Zerstörung des Leopoldstädter Tempels.

Bemerkenswert ist der Tonfall. Am Anfang könnte fast eine gewisse Anteilnahme heraushören, doch dann wird er immer zynischer, und es wird deutlich, wie der Reporter mit der Zerstörung der Synagoge sympathisiert. Ein Feuerwehrmann erklärt, der Brand sei nicht zu löschen gewesen, so hätten sich die Feuerwehrleute nur noch die Hände wärmen können.  mehr...

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