SWR2 Wissen | Widerstand im "Dritten Reich" (2/2)

Zivilcourage im Nationalsozialismus

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Die prominenten Namen sind bekannt: Sophie und Hans Scholl, Claus Graf Schenk von Stauffenberg.

Aber auch im Kleinen hatten Menschen den Mut, sich gegen das NS-Regime aufzulehnen. Polizisten schmuggelten Regimegegner ins Ausland, Lehrkräfte verboten den Aufzug einer Hakenkreuzfahne an ihrer Schule. Andere versteckten verfolgte Juden oder sie wünschten Hitler öffentlich den Tod. Viele von ihnen durchlitten Schikanen und Schläge der Gestapo-Verhörer.

Jetzt, 75 Jahre danach, beginnen Historiker, Ausmaß und Art des kleinen Widerstands im Alltag zu erforschen.

Hitler-Karikatur auf dem verbreiteten Faltblatt "Wo ist das 5. Schwein?" (Foto: Stadtarchiv Linz am Rhein / Privater Nachlass eines Linzers)
Hitler-Karikatur auf dem verbreiteten Faltblatt "Wo ist das 5. Schwein?" Stadtarchiv Linz am Rhein / Privater Nachlass eines Linzers

Widerstand im "Dritten Reich" (1/2) Sophie Scholl und die Weiße Rose

Sophie Scholl gehört zu den bekanntesten Figuren des deutschen Widerstands gegen Nazi-Deutschland. Am 9. Mai wäre ihr 100. Geburtstag.  mehr...

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Sophie Scholl gilt als Ideal des studentischen und jugendlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus — gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Scholl und den anderen Mitgliedern der „Weißen Rose“. Ihr Engagement bezahlte sie mit ihrem Leben. Am 9. Mai 2021 ist der 100. Geburtstag der gebürtigen Württembergerin.  mehr...

Porträt Der schwäbische Widerstandskämpfer Georg Elser – Hitlers stiller Gegenspieler

Der schwäbische Schreiner Georg Elser wollte mit seinem Attentat auf Hitler am 8. November 1939 den Krieg verhindern.  mehr...

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21.7.1944 | Einen Tag zuvor hatte die Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Adolf Hitler umzubringen, doch der Führer überlebte. Darum geht es in der Nachrichtensendung als ein Warnzeichen ertönt, der sogenannte Warnkuckuck. Ein Fliegerangriff steht in Stuttgart bevor. Der Sender wird deshalb abgeschaltet. Zuvor sind, wie üblich gegen Kriegsende, die Luftlagemeldungen zu hören, hier im Reichssender Stuttgart. Nach den Lagemeldungen folgen die Nachrichten vom 21. Juli 1944.  mehr...

30.1.1945 Hitlers letzter Rundfunkauftritt

30.1.1945 | Adolf Hitler war in den ersten Kriegsjahren oft zu hören im Rundfunk des Dritten Reichs. Doch als die Wehrmacht auf dem Rückmarsch war, hörte man seltener vom Führer. Nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944 meldet er sich zu Wort und noch ein letztes Mal zum 12. Jahrestag der Nationalsozialistischen Regierung. Dabei ruft Hitler die Bevölkerung noch einmal zum Kampf auf.  mehr...

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Eine Widerstandskämpferin und ihre heutige Bedeutung Cato Bontjes van Beek

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24.5.1981 | Hans Rosenthal (1925 - 1987) war einer der beliebtesten Showmaster Deutschlands. Den Holocaust überlebte er nur knapp in einem Versteck in Berlin. Hier erzählt er seine Geschichte.  mehr...

Geschichte "Ich versuche jeden zu retten" – Das Leben des Wehrmachtsoffiziers Wilm Hosenfeld

Wilm Hosenfeld war ein Wehrmachtsoffizier, der im Vernichtungskrieg in Polen dutzenden Menschen das Leben rettete. Roman Polanski erzählt davon in seinem Film "Der Pianist".  mehr...

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Leben Auch sie waren Widerstandskämpfer - Hans Coppi erinnert an seine Eltern

Hilde und Hans Coppi kamen aus einfachen Verhältnissen und waren noch jung, dennoch erkannten sie schon früh, wie verbrecherisch das NS-Regime war und bezahlten mit dem Leben dafür.  mehr...

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Gelungene Doku über die fast vergessene Widerstandsgruppe „Die Rote Kapelle“

Die „Rote Kapelle“ war eine der wichtigsten Widerstandsgruppen gegen die Nazis — durch die politischen Intrigen und Vereinnahmungen der Nachkriegszeit ist sie jedoch vor allem in der BRD kaum bekannt. Carl-Ludwig Rettinger schafft mit seinem Film hier Abhilfe, mit einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilmausschnitten. Er porträtiert Hauptakteur*innen und Mitstreiter*innen dieser fast 300 Personen umfassenden Widerstandsorganisation. Kinostart ist am 26. August 2021.  mehr...

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Buchkritik Wolfgang Benz: Im Widerstand. Größe und Scheitern der Opposition gegen Hitler

"Charakteristika" des deutschen Widerstandes gegen das NS-Regime, so Wolfgang Benz, waren seine Zersplitterung, die daraus resultierende Erfolglosigkeit sowie eine "trostlose Einsamkeit" der Widerstandskämpfer.
Rezension von Thomas Moser.

Verlag C. H. Beck München 2019
ISBN 978-3-406-73345-1
556 Seiten
27 Euro  mehr...

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Menschen zu innerer Freiheit befähigt Stauffenberg-Enkelin zum Hitler-Attentat am 20. Juli 1944

„Für mich ist die Leistung meines Großvaters und seiner Mitstreiter, dass sie den Beweis angetreten haben, dass der Mensch zu innerer Freiheit befähigt ist," sagt Sophie von Bechtolsheim, Historikerin und Enkelin von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. „Und ich glaube, dass das letzten Endes der Auftrag an uns alle ist, dass wir uns immer wieder auf unsere eigene Integrität berufen sollten." Wir alle seien Erben unserer Geschichte. Nach der Veröffentlichung ihres Buches hätten ihr Menschen aus unterschiedlichen Generationen von ihrer Auseinandersetzung mit der NS-Zeit geschrieben. Und einige, die damals begeistert von Hitler gewesen und freiwillig zur Waffen-SS gegangen seien, hätten sich das später ihr Leben lang verübelt. „Und sie hatten irgendwie das Bedürfnis, Abbitte leisten zu wollen bei den Männern und Frauen, die sie damals als Verräter verachtet haben, nämlich eben meinen Großvater zum Beispiel und seinen Mitstreiter," so Sophie von Bechtolsheim.
Sophie von Bechtolsheim hat in diesem Jahr ein neues Buch „Stauffenberg. Folgen: Zwölf Begegnungen mit der Geschichte“ geschrieben.  mehr...

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Buchkritik Stauffenberg-Biografie von Thomas Karlauf

Am 20. Juli 2019 jährt sich zum 75. Mal der Attentats-Versuch auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Die Stauffenberg-Biografie von Thomas Karlauf ist glänzend geschrieben, aber wissenschaftlich unbefriedigend, meint Rainer Volk.  mehr...

Buch der Woche Roxane van Iperen: Ein Versteck unter Feinden

Die niederländische Journalistin Roxane van Iperen erzählt die bewegende Geschichte der beiden jüdischen Widerstandskämpferinnen Janny und Lien Brilleslijper. In ihrem Haus mit dem Namen 't Hooge Nest versteckten sie jüdische Familien und Widerständler vor den Nazis. Sie selbst überlebten drei Konzentrationslager.

Aus dem Niederländischen von Stefan Wieczorek
Verlag Hoffmann & Campe
24 Euro  mehr...

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Kunst

Kunstfund Jean Daligault – Zeichnungen des französischen Priesters, Künstlers und Widerstandskämpfers entdeckt

In einem Dorf im Süden der Eifel, in der Nähe von Bitburg, wurde ein erstaunlicher Fund gemacht. Auf einem Dachboden sind bisher nicht bekannte Zeichnungen des französischen Priesters, Künstlers und Widerstandskämpfers Jean Daligault aufgetaucht. Entstanden sind die Bilder unter Lebensgefahr in Daligaults Zeit als Häftling des NS Regimes.  mehr...

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Täter

NS-Verbrechen Klaus Barbie – Grausamer Nazi und US-Agent

Klaus Barbie war als „Schlächter von Lyon“ berüchtigt, ein besonders grausamer Gestapo-Folterer. Nach dem Krieg diente er dem US-Geheimdienst und wurde erst mit einem Trick geschnappt.  mehr...

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15.12.1961 Todesurteil gegen Adolf Eichmann

15.12.1961 | Vor der Urteilsverkündung äußert sich Adolf Eichmann vor dem Gericht in Jerusalem in seinem Schlusswort. Es ist der 13. Dezember 1961. Zwei Tage später, am 15. Dezember 1961, verkündet das Gericht schließlich das Todesurteil, vollstreckt im darauffolgenden Jahr: Adolf Eichmann wurde in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 durch Hängen hingerichtet.  mehr...

17.9.1964 Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess: Vernehmung

17.9.1964 | Am 20. Dezember 1963 begann im Frankfurter Römer der größte Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte. Angeklagt waren 23 Mitglieder der Lagermannschaft im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz. Initiator dieses ersten Auschwitz-Prozesses war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Ausgangspunkt waren aufgetauchte Erschießungslisten, die Bauer zugespielt worden waren. Der Mitschnitt dokumentiert die Vernehmung von Mitgliedern der Fahrbereitschaft am 17. September 1964.  mehr...

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