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Für ein strahlendes Lächen Was Weißmacher-Zahnpasten wirklich können

Viele kennen das Problem: verfärbte Zähne durch Zigaretten, Tee oder Rotwein. Abhilfe versprechen da so genannte Weißmacher-Zahnpasten. Die Werbung für Zahnpasten verspricht viel: von "weißere Zähne mit schimmerndem Glanz" bis hin zu "Extra White" ist alles dabei. Aber was können die Produkte wirklich? Dorothea Brummerloh berichtet.

Es gibt wohl kaum etwas Schöneres als ein strahlendes Lächeln. Doch nicht jedem ist danach zumute: gelblich-, gau- oder braun verfärbte Zähne laden nicht unbedingt zum Lächeln ein. Das kann verschiedene Ursachen haben: Wenn ein Zahnhals abstirbt, Blutbestandteile in das Zahnbein eindringen und den Zahn von innen heraus dunkel machen. Außerdem wird der Zahn im Laufe des Lebens älter, er verändert sich in seiner Struktur und wird dabei dunkler.

Von außen kommende Veränderungen in der Zahnfarbe entstehen durch Tabakprodukte, Kaffee, Tee, Rotwein. Verfärbungen, die von innen kommen, lassen sich überwiegend professionell entfernen, dass heißt hier ist der Rat des Zahnarztes gefragt. Verfärbungen, die von außen kommen, die verlangen nach Reinigung.

Weißmacher-Zahnpasten vollbringen keine Wunder

Zahnpasta

Zahnpasta

Abhilfe gegen verfärbte Zähne versprechen zum Beispiel so genannte Weißmacher-Zahnpasten. Unzählige Tuben füllen die Regale von Supermärkten und Discountern. Die Stiftung Warentest hat einige davon genauer unter die Lupe genommen. Wunder vollbringen können sie allerdings alle nicht.
Die untersuchten Zahnpasten reinigen alle gut und sehr gut. Was sie aber nicht können ist, dass sie die Zähne weißer machen, als sie ursprünglich gewesen sind – also über die Naturfarbe hinaus. Die Zahnfarbe wirklich aufhellen können nur Bleichmittel, wie zum Beispiel Peroxid. Doch die sind in Deutschland keiner Zahnpasta enthalten. Dass die Zahnpasten trotzdem reinigen, verdanken sie den darin enthaltenen Putzkörpern, den so genannten Abrasivstoffen.

Schleifkörper aus der Tube

Zahnpflege

Zahnpflege

Abrasivstoffe, das sind Partikel aus Kreide, Aluminiumoxid oder ähnlichen Substanzen, die in ihrer Form, Härte und Größe unterschiedlich sind und so unterschiedliche Schleifwirkungen erzielen. Je gröber und härter diese Schleifkörper ist, desto größer ist auch die Schleif- und damit Reinigungswirkung auf der Oberfläche. So wird die unansehnliche Verfärbung förmlich von den Zähnen gerieben. Wie stark der Abrasionswert ist, drückt der so genannte RDA – Wert aus, der allerdings nicht auf allen Tuben vermerkt ist. Bei einem RDA- Wert von 40-60 reinigt die Zahnpasta die Zähne gut und gründlich und kann damit von fast jedem benutzt werden.

Zuviel Schmirgeln schadet
Vom Dauergebrauch einer Zahnweißzahncreme raten die Experten ab: Solche vor allen bei Rauchern beliebten Zahncremes setzen zur Entfernung von Verfärbungen auf einen RDA – Wert von bis zu 150. So wird die Zahnsubstanz durch die darin enthaltenen groben Schleifkörper im wahrsten Sinne des Wortes weggeschliffen. Das ist in etwa vergleichbar mit einem teuren Ceran- Kochfeld, das man auch nicht jeden Tag mit einem groben Scheuermittel abwischt. Experten empfehlen daher, zweimal die Woche eine Weißmacherzahnpasta zu nutzen, und an allen anderen Tagen eine normale Zahnpasta.

Auch die Zahnzwischenräume wollen gereinigt werden

Putztraining

Putztraining

Für saubere Zähne sorgt allerdings nicht nur die richtige Zahncreme. Wenn man einem Patienten eine Empfehlung geben soll, wie er seine Zähne reinigen soll, dann muss man ganz besonders betonen, täglich eine Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide zu benutzen. Davon machen jedoch nur wenige Gebrauch. Fachleute sagen: Wenn ich einen Patienten habe, der einmal am Tag Zähne putzt und ein Zahnzwischenraumreinigungsinstrument verwendet, dann putzt er besser Zähne, als jemand der jeden Tag dreimal die Zähne putzt und nur einmal in der Woche Zahnseide benutzt oder eine Zwischenraumbürste benutzt.

Richtig Zähneputzen braucht Zeit
Und man muss sich Zeit zum Zähne putzen nehmen, mindestens 2 Minuten – und das morgens und abends. Als Faustregel gilt: Morgens gründlich und abends sehr gründlich, denn abends wird nach dem Zahnreinigen der Zahn erst einmal nicht wieder verschmutzt – also die saubere Phase ist wesentlich länger als morgens. Die korrekte Reinigung des Zahnes ist ein Zusammenspiel von Zahnpasta, Zahnbürste und Technik. In jedem Fall empfiehlt es sich. auch regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Denn nur durch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt können die Zähne von starken Verfärbungen wirklich gründlich gereinigt werden.

Professionelle Zahnreinigung - mehr als ein Luxus

Zahnreinigung beim Zahnarzt

Zahnreinigung beim Zahnarzt

Viele Zahnärzte bieten im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung ein Pulverstrahlverfahren an. Damit lassen sich alle Verfärbungen, die auf dem Zahn aufgelagert sind, entfernen. Im Anschluss daran empfiehlt sich an zwei Tagen in der Woche der Gebrauch einer Weißmacherzahnpasta; die übrigen Tage sollte man dann eine normale Zahnpasta zum Reinigen verwenden. Wenn die Zähne durch eine professionelle Zahnreinigung einmal von Verfärbungen befreit sind, kann man die Zähne mit dieser Methode relativ gut verfärbungsfrei halten.

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