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Wie gut Kinder in der Schule zurechtkommen, hängt ganz erheblich davon ab, wer sie unterrichtet. Fleiß und Interesse zum Beispiel, aber auch das Selbstbild können sich bei Schülerinnen und Schülern verändern, wenn die Lehrkraft wechselt.

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Vor etwas mehr als zehn Jahren veröffentlichte der neuseeländische Pädagoge John Hattie seine maßgebliche Studie zur Frage: Was ist guter Unterricht? Hatties bis heute vieldiskutierte Erkenntnis: Auf die Lehrkraft kommt es an. Ein Ergebnis, das eindeutiger klingt, als es ist. Denn: Wie muss ein Lehrer sein, was muss er tun, damit der Unterricht gelingt?

Drei Merkmale für guten Unterricht

Die Bildungsforscher Professor Ulrich Trautwein und Professor Richard Göllner von der Universität Tübingen untersuchen die Bedeutung von Lehrkräften für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern. Guten Unterricht bestimmen die Bildungsforscher anhand von drei Merkmalen.

  • Erstens ginge es darum, wie eine Lehrkraft die Klasse führe, sagt Ulrich Trautwein, also: „Gelingt es der Lehrkraft, dass die Schülerinnen und Schüler tatsächlich die meiste Zeit mit dem Unterricht verbringen und möglichst wenig Störungen auftreten?“
  • Das zweite Merkmal für guten Unterricht nennen die Forscher „Potenzial zur kognitiven Aktivierung“, soll heißen: Sind die Schüler nicht nur brav und stören den Unterricht nicht, sondern eignen sie sich aktiv und konzentriert neues Wissen an.
  • Als drittes zeichnet gelingenden Unterricht eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung aus. Vermittelt die Lehrkraft jedem Mitglied der Klasse das Gefühl, dass sie wirklich daran interessiert ist, den Jugendlichen etwas beizubringen? Dazu gehöre auch zu wissen, für welchen Schüler welche Aufgabe die passende sei, was seinem Niveau entspreche und ihn entwickle. Die Lehrkraft unterstützt ihn dabei mit motivierendem Feedback.

Klassen mit höherem Jungen-Anteil sind schwerer

Die Bildungsforscher wissen zwar, dass Lehrer einen Unterschied machen können für das Lernergebnis. „Auf der anderen Seite wissen wir auch, dass ein und derselbe Lehrer in unterschiedlichen Klassen sehr unterschiedlichen Unterricht anbietet“, sagt Bildungsforscher Richard Göllner.

Umgekehrt spiele die Klassengemeinschaft auch eine wichtige Rolle. In Klassen mit einem höheren Jungen-Anteil sei die Klassenführung für die Lehrkraft deutlich schwerer als in Klassen mit einem geringeren Jungen-Anteil.

Deutschland nur „eingebildete“ Bildungsrepublik

Für eine bestmögliche Förderung müssten eigentlich die zueinander passenden Schülerinnen und Schüler mit der entsprechenden Lehrkraft zusammengeführt werden, also eine Art personalisierter Zuweisung. Nach aktuellem Stand ist das aber eine utopische Vorstellung. Der Schulpolitik mangle es am Willen, diese und andere wissenschaftliche Erkenntnisse umzusetzen, kritisiert Bildungsforscher Ulrich Trautwein:

„Das ist eine eingebildete Bildungsrepublik.“

Bildungsforscher Ulrich Trautwein

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