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Selbstgemachte Wettervorhersage Kuh, Katze und Frauenmantel als Klimaexperten

Das Wetter hat in den vergangenen Wochen einige Kapriolen geschlagen. Für Wettervorhersagen braucht man nicht immer die Profis und animierte Satellitenkarten. Auch Kühe, Katzen und sogar Pflanzen wie der Frauenmantel lassen sich zur Wettervorhersage nutzen.

Kuh vor Sonnenstrahlen

Kühe haben einen integrierten Wettersensor

Um festzustellen, ob es bald gießt oder trocken bleibt, dazu benötigt man im und vor dem Haus eigentlich nur drei Hilfsmittel. Also man nehme: entweder eine Katze, ein Rindvieh oder eine Pflanze.

Die wetterkundige Heilpflanze

Frauenmantel

Die Tropfen auf dem Frauenmantel lassen auf schlechtes Wetter schließen.

Fangen wir mit dem wetterkundigen Gewächs an.

Da gibt es zum Beispiel eine Pflanze, die uns sehr, sehr gut anzeigen kann, ob wir Regen erwarten können oder schönes Wetter. Das ist die alte Heilpflanze Frauenmantel.

…sagt Meteorologe Dr. Jurik Müller. Er muss es wissen, dann er hat sich in langen Jahren schließlich selbst davon überzeugt. Natürlich spricht diese Pflanze aus der Gattung Rosengewächse nicht mit den Menschen, aber sie ist dennoch verräterisch. Sie schwitzt nämlich vielsagend vor sich hin. Nicht weil ihr heiß ist, sondern sie scheidet an ihren Blattzähnen überflüssiges Wasser aus, das sie für den Nährstofftransport in die Blätter nicht benötigt. Ist es warm und trocken, dann verdunstet das Wasser. Klebt aber ordentlich Schweiß auf dem Frauenmantel, sollte man besser nicht ohne Schirm aus dem Haus gehen.

Wenn da frühmorgens kleine Tropfen dranhängen und diese auch im Laufe des Tages nicht abtrocknen, dann kann man davon ausgehen, dass es zu einer Wetterverschlechterung kommt. Weil bei einer Wetterverschlechterung in der Regel schon relativ feuchte Luft vorhanden ist. Und in feuchter Luft kann nur wenig verdunsten.

Das Wetter und die Katzenwäsche

Katze prognostiziert schönes Wetter

Diese Katze prognostiziert schönes Wetter.

Und damit zu einem der beliebtesten Haustiere: nämlich der Katze. Diesmal in ihrer Funktion als Wetterfrosch. Man muss dem Stubentiger einfach nur genau auf die Pfoten schauen. So eine Katze streicht ja dauernd um Menschen und Gegenstände herum. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Dabei verliert das Fell der Katzen Elektronen. Das heißt: die Katze lädt sich positiv auf.

Das ist für die Mieze natürlich kein schönes Gefühl. Also leckt sie sich bei schönem und trockenem Wetter oft und ausgiebig, um die für sie unangenehme Ladung loszuwerden. Leckt sich das Tier aber nur noch selten, dann ist laut Jurik Müller Regen im Anmarsch. Denn:

Bei feuchterer Luft muss sich die Katze nicht mehr so oft lecken. Ganz einfach: weil der Strom aufgrund der feuchten Luft besser abfließen kann.

In welche Richtung grast die Kuh?

Blickt die Kuh nach Westen, wird das Wetter gut.

Blickt die Kuh nach Westen, wird das Wetter gut.

Im Vergleich zu Frauenmantel und Katze braucht eine Kuh schon etwas mehr Platz für ihre Wetterprognose. Das Talent dafür steckt sozusagen in dem Rindvieh drin. Da sich Raubtiere meist gegen den Wind annähern, stellen sich Kühe beim Grasen und Wiederkäuen ganz gewitzt mit dem Hinterteil in die Richtung, aus der der Wind weht. Von wegen: dumme Kuh. Mit einer besseren Entlüftung hat das nämlich überhaupt nichts zu tun. Denn dann haben sie anschleichende Feinde im Blick. Weht der Wind aus Osten, sagt Meteorologe Müller, bringt er meist trockene Luft mit. Weht er aber aus Westen und die Kuh macht umgehend kehrt, folgt feuchte Luft und damit Regen. Daraus lässt sich messerscharf folgern:

Führen Kühe dementsprechend eine Drehung um 180 Grad aus und stehen mit dem Schwanz Richtung Westen, erweisen sie sich als Schlechtwetterboten.

Nun muss man zugeben: für Mieter in einem Mehrfamilienhaus in einer Großstadt könnte es vielleicht Probleme mit der Haltung einer Kuh geben. Und selbst wer gegen Katzenhaare allergisch sein sollte, dem bleibt als Alternative immer noch der schwitzende Frauenmantel. Es ist also gar nicht so schwer, mit einfachen Mitteln eine eigene, zuverlässige Wetterprognose für den heimischen Umkreis hinzubekommen.

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