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Elektronik zum Anziehen "Wearables" aus dem Kleiderschrank

Im Fachjargon der Computerexperten heißen sie kurz und bündig "wearables", was man hier zu Lande als "tragbare Computer" übersetzen könnte. Doch "tragbar" sind auch Tablets, Smartphones und Laptops. Mit "wearable" ist vielmehr der "anziehbare" Rechner gemeint – Elektronik quasi aus dem Kleiderschrank.

Bei der Google-Brille werden Informationen in das Sichtfeld der Brillengläser eingeblendet

Google-Brille

Brillen, Gürtel oder Armbänder mit elektronischer Funktion gibt es schon – sie erobern gerade den Massenmarkt. Aber auch Profis – bei der Feuerwehr zum Beispiel – tragen schon "wearables" zum Beispiel in Form von Daten-Handschuhen. Wohin könnte die ganze Entwicklung mit den anziehbaren Computern noch führen?

Schrittzähler

Eine Joggerin.

Joggerin zählt Schritte mit moderner Elektronik

Es gibt Schrittzähler mit Pulsmesser auch mit Kalorien-Anzeige: Sogenannte "Aktivitätstracker" sind der Renner in der sportlich aktiven Szene. In einigen Unternehmen haben die elektronischen Accessoires sogar ein ganz neues Betriebsklima geschaffen. Denn die tägliche Messbarkeit von Schritten schafft eine Atmosphäre des Ansporns und Wettbewerbs unter den Mitarbeitern.

Tragbare Computer gibt es auch in Form von sogenannten "Smart-Watches". Das Gehäuse hat allerdings häufig die Dimension einer Streichholzschachtel, optisch ein Klotz am Handgelenk. Und auch sonst ist das Gerät mit dem Wort "Uhr" nur unzutreffend beschrieben.

SmartWatch

So genannte "Smart Watches"

So genannte "Smart Watches"

Man kann mit einer SmartWatch telefonieren, navigieren und Apps aufspielen. Das "Zifferblatt" ist ein Monitor, der bei Bedarf aber auch die Zeit elektronisch anzeigt. Ein Beispiel hierfür ist die Uhr "Pebble" eines kleinen amerikanischen Start-up Unternehmens.

Noch wirken alle SmartWatches ziemlich monströs am Handgelenk. Werden sie im Zuge der Miniaturisierung kleiner, wird sich ein anderes Problem verschärfen: Die Webseiten auf dem winzigen Monitor wären dann wohl kaum noch lesbar.

Datenbrillen

Datenbrillen – drahtlos mit der Uhr am Handgelenk verbunden – könnten Abhilfe schaffen. Auch sie zählen zu den "Wearables" – tragbaren Computern - die man wie selbstverständlich immer am Körper trägt. Noch nicht zu kaufen, doch schon legendär, ist das "Google Glas" – eine sogenannte "Datenbrille" mit einem Daumennagel großen Monitor rechts oben am Gestell. Direkt vor dem Auge positioniert, wirkt das Ganze wie ein zwei Meter großer Bildschirm.

Google Glasses Brille

Google Glasses Brille

Die Brille kann Fotos machen, Videos aufzeichnen und beides natürlich auch zeigen. Außerdem ist sie mit dem Smartphone drahtlos verbunden. WhatsApp, Internet, Facebook gelangen so auf den Monitor der Datenbrille – im Großformat.

Elektronische Brillen haben das Zeug zum "Modehit" und werden wohl noch viel Furore machen, vermuten Insider. Doch der eigentliche Motor für die Entwicklung tragbarer Computer ist der berufliche Bereich.

Datenhandschuhe

Feuerwehrleute vor dem brennenden Haus in Bellheim

Die Feuerwehrleute im Einsatz

Zum Beispiel im Zusammenhang mit einem speziellen Feuerwehrhandschuh, der Temperaturen spüren kann. Die Sensoren im Handschuh erzeugen Informationen, wenn die Hand bewegt wird. Heftiges Winken zum Beispiel bedeutet "Gebäude räumen". Diese Einschätzung des Feuerwehrmanns im brennenden Gebäude erscheint nun - drahtlos übertragen – als Text auf dem Monitor der Einsatzleitung.

Fuel-Band von Nike

Entfernungsmesser und Schrittzähler am Handgelenk

Der PC hat die Arbeit im Büro verändert. Und der wearable Computer wird die Arbeit im industriellen Umfeld verändern – die Arbeit, die heute noch nicht computerisiert ist.
Auch wenn es noch ein paar technische Probleme zu lösen gilt, wie zum Beispiel die Elektronik gegen Wasser unempfindlich zu machen, sieht man schon jetzt: Mensch und Maschine – mit den Wearables rücken beide noch näher zusammen.