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Was hilft bei Hüftschmerzen? Wenn die Hüften nicht mehr kreisen

Sexappeal entsteht im wesentlichen durch Bewegung - haben Forscher herausgefunden. Doch mit zunehmendem Alter und infolge Abnutzung macht die Hüfte häufig Probleme. Was hilft wirklich bei Hüftschmerzen? Muss man bei Beschwerden wirklich immer operieren?

Sambatänzerinnen

Sambatänzerinnen - fließende Bewegung mit der Hüfte

Das Hüftgelenk ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Becken und dem Oberschenkelknochen, die die Bewegung des Beins und damit das Gehen bei gleichzeitiger Stabilisierung des Körpers ermöglicht. Die Hüfte ist ein zentrales Gelenk im Körper, das bei manchen Menschen Beschwerden verursacht. Arthrose, Verspannung, Abnutzungserscheinungen – die Ursachen sind mannigfaltig. Doch die Beschwerden kann man von vielen verschiedenen Seiten gleichzeitig angehen, um eine OP so weit wie möglich heraus zu zögern.

Flow durch Bewegung

Auf einer grünen Gymnastikmatte liegt eine Frau auf dem Rücken. Ihre Füße stecken in zwei an langen Bändern befestigte Lederschlaufen, schweben so ca. 10 Zentimeter über den Boden. Sporttherapeut Jörg Buhlmann fordert die Frau auf, ihre Beine leicht zu schwingen. Eine relativ leichte Übung, die erst einmal zur Entspannung gedacht ist. Dann schiebt der Therapeut die Lederschlaufen in Richtung Oberschenkel. Jörg Buhlmann ermutigt die Patientin, weiter zu trainieren. Bewegung, so der Sporttherapeut, ist bei Hüftschmerzen das "A" und "O".

Schmerzen

Bei Schmerzen reagiert der Körper mit einer Schonhaltung

Denn nur durch die Bewegung kann das Gelenk mit Synovialflüssigkeit versorgt werden, eine Art Nährstoff für das Gelenk. Doch genau darin liegt die Krux.

Denn durch eine Beschädigung des Knochengewebes und die dadurch verursachten Schmerzen nimmt der Patient oder die Patientin eine Schonhaltung ein. Dies führt aber zu einer mangelnden Versorgung des Gelenkes mit Flüssigkeit. Schwimmen, Walken, Radfahren: Jede Art von Bewegung fördert die Durchblutung der gelenkumgebenden Muskeln und die Ernährung des Knorpels, erklärt Sportwissenschaftler Buhlmann. Vor allem jene, die wenig Druck ausüben, so wie beispielsweise Aqua-Jogging.

Komplizierte Kniebeuge

Unterwasseraufnahme von Frauen, die Aqua-Fitness machen

Unter-Wasser-Perspektive beim Wassersport

Am Anfang ist es ratsam, so Jörg Buhlmann, sich von einem Sporttherapeuten die Übungen zeigen zu lassen, damit sie am Ende wirklich nützen und nicht schaden. Viele ahnen nicht, wie viel man zum Beispiel bei einer einfachen Kniebeuge falsch machen kann. Neben einer solchen Bewegungstherapie können auch physiotherapeutische Übungen gegen Hüftschmerzen helfen, erklärt Orthopäde Norbert Langen. Auch Wärme- und Kälteanwendungen können bei Hüftschmerzen zum Einsatz kommen. Bei Muskelverspannungen im Hüftbereich wirkt ein Heizkissen oder wärmende Salben schmerzlindernd. Kommt es durch die Arthrose zu einer Entzündung im Gelenk, bringen Kälteanwendungen Besserung. Und auch wenn das einige nicht mehr hören können: Auch bei Hüftschmerzen muss man auf das Gewicht achten.

Stimulation gegen Schmerz

Arzt betrachtet Röntgenbild einer Hüfte

Arzt betrachtet Röntgenbild einer Hüfte

Das so genannte TENS-Verfahren, einer über die Haut gehenden elektrischen Nervenstimulation, aus dem Bereich der physikalischen Therapie wird zur Schmerzbehandlung auch bei Hüftschmerzen eingesetzt. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin finden sich verschiedene Möglichkeiten, die Hüftschmerzen anzugehen: Atem- und Bewegungsübungen wie Qi Gong und Tai Chi bringen Entspannung. Und auch die Osteopathie kann Linderung bei Hüftschmerzen verschaffen. Bei starken Schmerzen sind Medikamente allerdings meist unumgänglich, damit der Patient trotz alle dem in Bewegung bleiben kann. Den besten Behandlungserfolg, so Orthopäde Norbert Langen, werden Therapien haben, die das Problem von verschiedenen Seiten gleichzeitig angehen. Doch das ist eine längerfristige Angelegenheit.

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