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Eine junge Frau vergleicht die Ware im Supermarkt.

Papierbrei statt Plastik Verpackungen aus Naturfasern

SWR2 Impuls. Von Dirk Eckert

Das Kölner Unternehmen Papacks entwickelt ansehnliche Verpackungen aus Naturfasern. Dafür ist die Firma für die GreenTec Awards nominiert.

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Papierschnipsel kennt jeder. Kartons, Zeitungen – all das lässt sich leicht zerkleinern und recyceln. Und wieder zu neuem Papier verarbeiten oder zu Kartons. Beim Kölner Unternehmen Papacks sind das allerdings nicht einfach Kartons, sondern modern aussehende, optisch ansprechende Verpackungen, die dem allgegenwärtigen Plastik Konkurrenz machen sollen.

Plastikverpackungen vermeiden

In Faltschachteln, runde Döschen für Kosmetikprodukte - so genannte "Tubes" - oder geschmückte Kartonagen, lassen sich, so Tahsin Dag, Geschäftsführer bei Papacks, zum Beispiel sämtliche Beauty-Produkte verpacken. Auch für die Getränkeindustrie gebe es auch z.B. aus verarbeiteten Hölzern ein ziemlich großes Portfolio an Produkten.

Faserguss-Herstellung

Faserguss-Herstellung

Seit sechs Jahren entwickelt Papacks seine Verpackungen aus Faserguss. Das Material wird aus Altpapier hergestellt oder aus anderen Fasern wie zum Beispiel Hanf. Jeder kennt Faserguss als Eierkarton, aber die Verpackungen bei Papacks haben damit nicht mehr viel gemein.

Preisverdächtige Verpackung aus Karton

Die Oberfläche ist feiner strukturiert, alles wirkt edler. In einem hellen Karton, dessen Deckel als 3D-Effekt eine Birne ziert, könnte man ohne weiteres ein Smartphone vermuten. Für diese Verpackung ist Papacks unter den drei Nominierten für den GreenTec Awards 2017.

Ei und mehr in umweltfreundlicher Designerverpackung

Ei und mehr in umweltfreundlicher Designerverpackung

Zahlreiche Patente hat das Unternehmen inzwischen erhalten. Die eigentliche Produktion macht ein Partner, die Goerner Group. Den Erfolg misst Papacks inzwischen in Tonnen. Nämlich in Tonnen Plastik, die durch den Einsatz von Faserguss vermieden werden konnten. Vergangenes Jahr hätten die Kunden dadurch 300 Tonnen Plastik eingespart, erzählt Projektmanager Arno Neumann. Und dieses Jahr soll es die zehnfache Menge, also mindestens 3000 Tonnen eingespartes Plastik werden.

Plastik vermeiden um Weltmeere zu retten

Papacks bietet aber nicht nur die Schachteln für den Einzelhandel, sondern auch Industrieverpackungen für den Transport. Ziel ist ein geschlossener Kreislauf vom Hersteller über den Kunden zurück zum Hersteller.

Denn nur wenn erst gar kein Plastik produziert wird, werden die Weltmeere geschont, in denen heute Plastik in Massen landet, argumentiert Tahsin Dag:
Es ist damit nicht getan, dass man eine Steuer oder 50 Cent auf die Plastiktüte macht und sagt, ok, jetzt sind die Weltmeere gerettet. Das ist ein Trugschluss, das stimmt nicht. Der Ursprung ist in der Herstellung an sich, da muss sich was verändern, in der Industrie an sich. Dass weniger Folien eingesetzt werden, dass weniger Plastikteile eingesetzt werden.

Raus aus der Plastikwelt

Auch bei Papacks hat man erfreut zur Kenntnis genommen, dass sich Anfang des Jahres 40 große Konzerne öffentlich darauf verpflichtet haben, weniger Plastik zu verwenden. Viele Verbraucher nervt das viele Plastik im Supermarkt. Bei Papacks hat man die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen heute aufgeschlossener sind für andere Formen der Verpackung, dass sie raus wollen aus der Plastikwelt. Man müsse ihnen nur einen Weg zeigen, der machbar ist, sagt Geschäftsführer Tahsin Dag:

Wir haben die Vision, dass wir bei Papacks sagen: Wir möchten das ganze Plastik reduzieren oder ganz abschaffen. Das heißt, wir können hier mit den Baumfasern, mit den recycelten Fasern komplett die technischen Anforderungen eines Plastikbehälters ersetzen.

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