Wird die Amsel aussterben? (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Frank Rumpenhorst)

Amselkiller Das Usutu-Virus

AUTOR/IN

Gefahr auch für den Menschen?

Wird es bald noch Amseln geben? Das Usutu-Virus bedroht immer noch viele Vögel, gerade auch in Deutschland. Wie gefährlich ist das Virus für Tier und Mensch?

Usutu – so heißt ein Fluss in Swaziland, Afrika. Der Fluss ist Namensgeber für das gleichnamige Virus. Stechmücken übertragen den Krankheitserreger auf Vögel. Doch die infizierten Wildvögel zeigen meist k

Bürger zählen Vögel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Patrick Pleul)
Bürger zählen Vögel picture-alliance / dpa - Patrick Pleul

eine Symptome, mit einer  Ausnahme: Schwarzvögel, die infiziert sind, haben neurologische Störungen, taumeln, sind apathisch und sterben schließlich massenhaft. Datum: 14.11.2016
Thema: SWR INFO Textilien aus Staub

Datum: 14.11.2016Datum: 14.11.2016
Thema: SWR INFO Textilien aus Staub 5´00
Autor: Alicia Rust
Überspielung:

Details: vorplanung
ACHTUNG: CAS hat BILDER!!!!!!!

VORSCHLAG ANMOD
Was Recycling bedeutet weiß heutzutage nahezu jedes Kind. Auch
„upcycling“ liegt voll im Trend. Aber was hat es nun mit dem so
genannten „re-creating“ auf sich? Alicia Rust über einen (spannenden)
Ansatz, der zumindest im Design möglicherweise Schule machen könnte:

BEITRAG ANFANG:
Was sich hier -im Atelier von Designerin Katrin Kruppka- so weich wie
ein Stück Filz anfühlt, ist in Wirklichkeit Staub. Genauer gesagt
gepresster Staub, der bei der Verarbeitung von Baumwollfasern angefallen
ist:

OT 1 Katrin Kuppka, Designerin:
„Und dieser Staub entsteht in Fabriken in denen Handtücher produziert
werden. Und: ist aus reiner Baumwolle. Dieser Staub entsteht einfach im
Herstellungsprozess, das lässt sich gar nicht verhindern. Und der wird
eigentlich normalerweise verbrannt. Die Fabriken haben keine Verwertung
mehr dafür. Die Fasern sind unheimlich kurz. Und man kann eigentlich
nicht mehr viel draus machen.“

TEXT: Während einer Recherche zum Thema „re-creating“ - zu Deutsch:
Neu-gestaltend-
hat die Designerin durch Zufall herausgefunden, dass sich aber doch so
einiges aus gepressten Textilstäuben herstellen ließe. Vorausgesetzt,
man verarbeitet den Staub zuvor -fachgerecht- zu einem fleeceartigen
Ausgangs-Material. Und dafür fand die Designerin einen kompetenten
Partner aus der Textilforschung:

Wird die Amsel aussterben? (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Frank Rumpenhorst)
Wird die Amsel aussterben? picture-alliance / dpa - Frank Rumpenhorst

OT 2
„Der gesammelte Staub, den schicke ich dann weiter nach Chemnitz. Und in
Chemnitz ist das Sächsische Textilforschungsinstitut und die haben eine
Fleece- Anlage, das ist ein besonderer Prozess, Airlaid-Prozess. Da wird
der Staub verwirbelt zusammen mit einer PLA-Faser, die auch biologisch
abbaubar ist und dort entsteht dann das Fleece.“

TEXT: Bezugsstoffe für Möbel, Gardinen, Untersetzer, Tagesdecken,
Taschen, Lampenschirme und vielerlei mehr lässt sich aus diesem Material
nun herstellen. Im Atelier im Berliner Stadtteil Wedding stapeln sich
Musterproben in unterschiedlichen Formen und Stärken. Einige sind durch
Lochmuster gestanzt und farbig unterlegt. Andere mit auffälligen
Ziernähten versehen oder zu Mustern z.B. in Waffelpiké gepresst. An den
Wänden hängen unzählige Entwürfe. Schlichte Formen, klare Farben.
Dominierendes Grau, Gelb, Schwarz, Weiss.

ATMO Schalen werden ineinander gestapelt. (Schabende Geräusche)

TEXT (über Atmo) Vor uns auf dem Tisch: Objekte, die aussehen wie Hüte,
wie Lampenschirme oder Schalen: verschiede Größen, allesamt ineinander
gestapelt.
Bestehen die etwa aus Baumwollfäden?

ATMO: Schalen werden auseinander genommen.

OT3
„Das sind Schalen, die sind aus Garn gemacht. Und zwar sind die /
handlaminiert, über eine Negativform. Und die werden in 90 Grad quer
verleimt, handlaminiert und da entsteht so eine ganz neue
Material-Ästhetik. Dieses Garn, dieses Lineare Garn wird eigentlich zu
etwas Papier-ähnlichem und hat aber auch so ein bisschen etwas von einem
Holz, diese Garn-Strukturen reissen so ein bisschen auf beim
Trocknungs-Prozeß.“

ATMO: reissendes Kämm-Geräusch von Baumwollfasern

TEXT WEITER: Fasern aus reiner Baumwolle, die normalerweise auch bei der
Textilproduktion im Müllcontainer landen, werden nun nach Länge und
Farbe sortiert. Anschließend werden sie gekämmt, geschnitten und dann
auf eine Form gezogen.

ATMO: (Schneidegeräusche)

TEXT: Auch die Versiegelung bzw. Laminierung dieser Objekte ist
ökologisch. Und darauf darauf legt die Designerin großen Wert.
Kunstharze kommen für sie jedenfalls nicht infrage.“

OT
„Der Bio-Kunstoff ist eigentlich wirklich ein ganz einfacher. Den ich in
dem Fall auch selbst herstellen kann, der basiert auf einer Maisstärke
und wird zusammen gemischt mit Wasser, Essig und eventuell ein bisschen
Glitzerin. Und das war´s eigentlich auch schon.“

TEXT: Während für viele Designer die Idee und damit der Gegenstand im
Vordergrund steht, also der Entwurf, arbeitet die Produktdesignerin
genau anders herum.

OT
„Bei mir ist eigentlich so, dass ich Ideen bekomme, wenn ich ein
Material in der Hand halte. Und dann geht´s eigentlich los bei mir im
Kopf, dass ich Produktideen daraus kreieren kann.“

TEXT: Die Herausforderung: Materialien zu finden, für welche möglichst
wenig bis gar keine zusätzlichen Ressourcen verschwendet werden. Zum
Vergleich: im weltweiten Durchschnitt werden für die Produktion von
einem Kilo Baumwolle rund 11.000 Liter Wasser -und mehr- benötigt.
Dieser verschwenderische Umgang mit unseren Ressourcen liesse sich aus
Sicht der Designerin -zumindest für ihre Objekte- durch re-creating
merklich reduzieren:

OT
“Das ist ein wichtiges Ziel. Dass man keine neuen Rohstoffe nimmt,
sondern Dinge nutzt die im Produktionsprozess der Garne nicht genutzt
werden.“

TEXT: Also Abfälle?

OT
„Ich würde es überhaupt nicht Abfall nennen, sondern für mich waren das
einfach unheimlich schöne Materialien erst mal, aus denen man ganz viel
machen kann. Und so ist die Idee eigentlich entstanden.“

TEXT: Design aus Textilstaub und Restfasern, diesen Ansatz findet Katrin
Kruppka noch ausbaufähig. Denn alleine bei der Produktion von
Handtüchern bei der Firma Möve- einem mittelgroßen Deutschen
Textilunternehmen- fallen rund 72 Tonnen an Textilabfällen pro Jahr an.
Das entspricht in etwa einem Jahresbedarf an Material für die junge
Designerin.
Aber sicher fällt auch in vielen anderen Produktionen in der Industrie
noch Rest-Material an, oder?

OT
„Ja, sehr viel. Eigentlich in allen Industrieproduktionen. Egal, ob das
jetzt Textil ist oder Holz, oder Metall, da fallen überall Reststoffe
an. Und das ist schon ein wichtiges Thema, dem wir uns natürlich gerne
widmen.“
BEITRAG ENDE

VORSCHLAG ABMOD:
Die Designobjekte von Katrin Kruppka kann man auch im Internet
bestellen. Und vom 9. bis zum 18.12. wird es in der Torstraße 161 in
Berlin-Mitte einen Pop-up-Design-Laden geben, wo man ihre Projekte
betrachten oder kaufen kann. Nur als kleiner Tipp für mögliche
Weihnachtseinkäufe bei einem bevorstehenden Berlin-Bummel.
Thema: SWR INFO Textilien aus Staub 5´00
Autor: Alicia Rust
Überspielung:

Details: vorplanung
ACHTUNG: CAS hat BILDER!!!!!!!

VORSCHLAG ANMOD
Was Recycling bedeutet weiß heutzutage nahezu jedes Kind. Auch
„upcycling“ liegt voll im Trend. Aber was hat es nun mit dem so
genannten „re-creating“ auf sich? Alicia Rust über einen (spannenden)
Ansatz, der zumindest im Design möglicherweise Schule machen könnte:

BEITRAG ANFANG:
Was sich hier -im Atelier von Designerin Katrin Kruppka- so weich wie
ein Stück Filz anfühlt, ist in Wirklichkeit Staub. Genauer gesagt
gepresster Staub, der bei der Verarbeitung von Baumwollfasern angefallen
ist:

OT 1 Katrin Kuppka, Designerin:
„Und dieser Staub entsteht in Fabriken in denen Handtücher produziert
werden. Und: ist aus reiner Baumwolle. Dieser Staub entsteht einfach im
Herstellungsprozess, das lässt sich gar nicht verhindern. Und der wird
eigentlich normalerweise verbrannt. Die Fabriken haben keine Verwertung
mehr dafür. Die Fasern sind unheimlich kurz. Und man kann eigentlich
nicht mehr viel draus machen.“

TEXT: Während einer Recherche zum Thema „re-creating“ - zu Deutsch:
Neu-gestaltend-
hat die Designerin durch Zufall herausgefunden, dass sich aber doch so
einiges aus gepressten Textilstäuben herstellen ließe. Vorausgesetzt,
man verarbeitet den Staub zuvor -fachgerecht- zu einem fleeceartigen
Ausgangs-Material. Und dafür fand die Designerin einen kompetenten
Partner aus der Textilforschung:

OT 2
„Der gesammelte Staub, den schicke ich dann weiter nach Chemnitz. Und in
Chemnitz ist das Sächsische Textilforschungsinstitut und die haben eine
Fleece- Anlage, das ist ein besonderer Prozess, Airlaid-Prozess. Da wird
der Staub verwirbelt zusammen mit einer PLA-Faser, die auch biologisch
abbaubar ist und dort entsteht dann das Fleece.“

TEXT: Bezugsstoffe für Möbel, Gardinen, Untersetzer, Tagesdecken,
Taschen, Lampenschirme und vielerlei mehr lässt sich aus diesem Material
nun herstellen. Im Atelier im Berliner Stadtteil Wedding stapeln sich
Musterproben in unterschiedlichen Formen und Stärken. Einige sind durch
Lochmuster gestanzt und farbig unterlegt. Andere mit auffälligen
Ziernähten versehen oder zu Mustern z.B. in Waffelpiké gepresst. An den
Wänden hängen unzählige Entwürfe. Schlichte Formen, klare Farben.
Dominierendes Grau, Gelb, Schwarz, Weiss.

ATMO Schalen werden ineinander gestapelt. (Schabende Geräusche)

TEXT (über Atmo) Vor uns auf dem Tisch: Objekte, die aussehen wie Hüte,
wie Lampenschirme oder Schalen: verschiede Größen, allesamt ineinander
gestapelt.
Bestehen die etwa aus Baumwollfäden?

ATMO: Schalen werden auseinander genommen.

OT3
„Das sind Schalen, die sind aus Garn gemacht. Und zwar sind die /
handlaminiert, über eine Negativform. Und die werden in 90 Grad quer
verleimt, handlaminiert und da entsteht so eine ganz neue
Material-Ästhetik. Dieses Garn, dieses Lineare Garn wird eigentlich zu
etwas Papier-ähnlichem und hat aber auch so ein bisschen etwas von einem
Holz, diese Garn-Strukturen reissen so ein bisschen auf beim
Trocknungs-Prozeß.“

ATMO: reissendes Kämm-Geräusch von Baumwollfasern

TEXT WEITER: Fasern aus reiner Baumwolle, die normalerweise auch bei der
Textilproduktion im Müllcontainer landen, werden nun nach Länge und
Farbe sortiert. Anschließend werden sie gekämmt, geschnitten und dann
auf eine Form gezogen.

ATMO: (Schneidegeräusche)

TEXT: Auch die Versiegelung bzw. Laminierung dieser Objekte ist
ökologisch. Und darauf darauf legt die Designerin großen Wert.
Kunstharze kommen für sie jedenfalls nicht infrage.“

OT
„Der Bio-Kunstoff ist eigentlich wirklich ein ganz einfacher. Den ich in
dem Fall auch selbst herstellen kann, der basiert auf einer Maisstärke
und wird zusammen gemischt mit Wasser, Essig und eventuell ein bisschen
Glitzerin. Und das war´s eigentlich auch schon.“

TEXT: Während für viele Designer die Idee und damit der Gegenstand im
Vordergrund steht, also der Entwurf, arbeitet die Produktdesignerin
genau anders herum.

OT
„Bei mir ist eigentlich so, dass ich Ideen bekomme, wenn ich ein
Material in der Hand halte. Und dann geht´s eigentlich los bei mir im
Kopf, dass ich Produktideen daraus kreieren kann.“

TEXT: Die Herausforderung: Materialien zu finden, für welche möglichst
wenig bis gar keine zusätzlichen Ressourcen verschwendet werden. Zum
Vergleich: im weltweiten Durchschnitt werden für die Produktion von
einem Kilo Baumwolle rund 11.000 Liter Wasser -und mehr- benötigt.
Dieser verschwenderische Umgang mit unseren Ressourcen liesse sich aus
Sicht der Designerin -zumindest für ihre Objekte- durch re-creating
merklich reduzieren:

OT
“Das ist ein wichtiges Ziel. Dass man keine neuen Rohstoffe nimmt,
sondern Dinge nutzt die im Produktionsprozess der Garne nicht genutzt
werden.“

TEXT: Also Abfälle?

OT
„Ich würde es überhaupt nicht Abfall nennen, sondern für mich waren das
einfach unheimlich schöne Materialien erst mal, aus denen man ganz viel
machen kann. Und so ist die Idee eigentlich entstanden.“

TEXT: Design aus Textilstaub und Restfasern, diesen Ansatz findet Katrin
Kruppka noch ausbaufähig. Denn alleine bei der Produktion von
Handtüchern bei der Firma Möve- einem mittelgroßen Deutschen
Textilunternehmen- fallen rund 72 Tonnen an Textilabfällen pro Jahr an.
Das entspricht in etwa einem Jahresbedarf an Material für die junge
Designerin.
Aber sicher fällt auch in vielen anderen Produktionen in der Industrie
noch Rest-Material an, oder?

OT
„Ja, sehr viel. Eigentlich in allen Industrieproduktionen. Egal, ob das
jetzt Textil ist oder Holz, oder Metall, da fallen überall Reststoffe
an. Und das ist schon ein wichtiges Thema, dem wir uns natürlich gerne
widmen.“
BEITRAG ENDE

VORSCHLAG ABMOD:
Die Designobjekte von Katrin Kruppka kann man auch im Internet
bestellen. Und vom 9. bis zum 18.12. wird es in der Torstraße 161 in
Berlin-Mitte einen Pop-up-Design-Laden geben, wo man ihre Projekte
betrachten oder kaufen kann. Nur als kleiner Tipp für mögliche
Weihnachtseinkäufe bei einem bevorstehenden Berlin-Bummel.5´00
Autor: Alicia Rust
Überspielung:

Details: vorplanung
ACHTUNG: CAS hat BILDER!!!!!!!

VORSCHLAG ANMOD
Was Recycling bedeutet weiß heutzutage nahezu jedes Kind. Auch
„upcycling“ liegt voll im Trend. Aber was hat es nun mit dem so
genannten „re-creating“ auf sich? Alicia Rust über einen (spannenden)
Ansatz, der zumindest im Design möglicherweise Schule machen könnte:

BEITRAG ANFANG:
Was sich hier -im Atelier von Designerin Katrin Kruppka- so weich wie
ein Stück Filz anfühlt, ist in Wirklichkeit Staub. Genauer gesagt
gepresster Staub, der bei der Verarbeitung von Baumwollfasern angefallen
ist:

OT 1 Katrin Kuppka, Designerin:
„Und dieser Staub entsteht in Fabriken in denen Handtücher produziert
werden. Und: ist aus reiner Baumwolle. Dieser Staub entsteht einfach im
Herstellungsprozess, das lässt sich gar nicht verhindern. Und der wird
eigentlich normalerweise verbrannt. Die Fabriken haben keine Verwertung
mehr dafür. Die Fasern sind unheimlich kurz. Und man kann eigentlich
nicht mehr viel draus machen.“

TEXT: Während einer Recherche zum Thema „re-creating“ - zu Deutsch:
Neu-gestaltend-
hat die Designerin durch Zufall herausgefunden, dass sich aber doch so
einiges aus gepressten Textilstäuben herstellen ließe. Vorausgesetzt,
man verarbeitet den Staub zuvor -fachgerecht- zu einem fleeceartigen
Ausgangs-Material. Und dafür fand die Designerin einen kompetenten
Partner aus der Textilforschung:

OT 2
„Der gesammelte Staub, den schicke ich dann weiter nach Chemnitz. Und in
Chemnitz ist das Sächsische Textilforschungsinstitut und die haben eine
Fleece- Anlage, das ist ein besonderer Prozess, Airlaid-Prozess. Da wird
der Staub verwirbelt zusammen mit einer PLA-Faser, die auch biologisch
abbaubar ist und dort entsteht dann das Fleece.“

TEXT: Bezugsstoffe für Möbel, Gardinen, Untersetzer, Tagesdecken,
Taschen, Lampenschirme und vielerlei mehr lässt sich aus diesem Material
nun herstellen. Im Atelier im Berliner Stadtteil Wedding stapeln sich
Musterproben in unterschiedlichen Formen und Stärken. Einige sind durch
Lochmuster gestanzt und farbig unterlegt. Andere mit auffälligen
Ziernähten versehen oder zu Mustern z.B. in Waffelpiké gepresst. An den
Wänden hängen unzählige Entwürfe. Schlichte Formen, klare Farben.
Dominierendes Grau, Gelb, Schwarz, Weiss.

ATMO Schalen werden ineinander gestapelt. (Schabende Geräusche)

TEXT (über Atmo) Vor uns auf dem Tisch: Objekte, die aussehen wie Hüte,
wie Lampenschirme oder Schalen: verschiede Größen, allesamt ineinander
gestapelt.
Bestehen die etwa aus Baumwollfäden?

ATMO: Schalen werden auseinander genommen.

OT3
„Das sind Schalen, die sind aus Garn gemacht. Und zwar sind die /
handlaminiert, über eine Negativform. Und die werden in 90 Grad quer
verleimt, handlaminiert und da entsteht so eine ganz neue
Material-Ästhetik. Dieses Garn, dieses Lineare Garn wird eigentlich zu
etwas Papier-ähnlichem und hat aber auch so ein bisschen etwas von einem
Holz, diese Garn-Strukturen reissen so ein bisschen auf beim
Trocknungs-Prozeß.“

ATMO: reissendes Kämm-Geräusch von Baumwollfasern

TEXT WEITER: Fasern aus reiner Baumwolle, die normalerweise auch bei der
Textilproduktion im Müllcontainer landen, werden nun nach Länge und
Farbe sortiert. Anschließend werden sie gekämmt, geschnitten und dann
auf eine Form gezogen.

ATMO: (Schneidegeräusche)

TEXT: Auch die Versiegelung bzw. Laminierung dieser Objekte ist
ökologisch. Und darauf darauf legt die Designerin großen Wert.
Kunstharze kommen für sie jedenfalls nicht infrage.“

OT
„Der Bio-Kunstoff ist eigentlich wirklich ein ganz einfacher. Den ich in
dem Fall auch selbst herstellen kann, der basiert auf einer Maisstärke
und wird zusammen gemischt mit Wasser, Essig und eventuell ein bisschen
Glitzerin. Und das war´s eigentlich auch schon.“

TEXT: Während für viele Designer die Idee und damit der Gegenstand im
Vordergrund steht, also der Entwurf, arbeitet die Produktdesignerin
genau anders herum.

OT
„Bei mir ist eigentlich so, dass ich Ideen bekomme, wenn ich ein
Material in der Hand halte. Und dann geht´s eigentlich los bei mir im
Kopf, dass ich Produktideen daraus kreieren kann.“

TEXT: Die Herausforderung: Materialien zu finden, für welche möglichst
wenig bis gar keine zusätzlichen Ressourcen verschwendet werden. Zum
Vergleich: im weltweiten Durchschnitt werden für die Produktion von
einem Kilo Baumwolle rund 11.000 Liter Wasser -und mehr- benötigt.
Dieser verschwenderische Umgang mit unseren Ressourcen liesse sich aus
Sicht der Designerin -zumindest für ihre Objekte- durch re-creating
merklich reduzieren:

OT
“Das ist ein wichtiges Ziel. Dass man keine neuen Rohstoffe nimmt,
sondern Dinge nutzt die im Produktionsprozess der Garne nicht genutzt
werden.“

TEXT: Also Abfälle?

OT
„Ich würde es überhaupt nicht Abfall nennen, sondern für mich waren das
einfach unheimlich schöne Materialien erst mal, aus denen man ganz viel
machen kann. Und so ist die Idee eigentlich entstanden.“

TEXT: Design aus Textilstaub und Restfasern, diesen Ansatz findet Katrin
Kruppka noch ausbaufähig. Denn alleine bei der Produktion von
Handtüchern bei der Firma Möve- einem mittelgroßen Deutschen
Textilunternehmen- fallen rund 72 Tonnen an Textilabfällen pro Jahr an.
Das entspricht in etwa einem Jahresbedarf an Material für die junge
Designerin.
Aber sicher fällt auch in vielen anderen Produktionen in der Industrie
noch Rest-Material an, oder?

OT
„Ja, sehr viel. Eigentlich in allen Industrieproduktionen. Egal, ob das
jetzt Textil ist oder Holz, oder Metall, da fallen überall Reststoffe
an. Und das ist schon ein wichtiges Thema, dem wir uns natürlich gerne
widmen.“
BEITRAG ENDE

VORSCHLAG ABMOD:
Die Designobjekte von Katrin Kruppka kann man auch im Internet
bestellen. Und vom 9. bis zum 18.12. wird es in der Torstraße 161 in
Berlin-Mitte einen Pop-up-Design-Laden geben, wo man ihre Projekte
betrachten oder kaufen kann. Nur als kleiner Tipp für mögliche
Weihnachtseinkäufe bei einem bevorstehenden Berlin-Bummel.

Das Usutu-Virus hat aber auch ein zoonotisches Potenzial, das heißt, es kann über Stechmücken auf den Menschen übertragen werden. 1982 wird ein Fall aus Dakar bekannt, wo ein Mensch infiziert ist. Damals ist das Virus noch weit entfernt von Europa, so scheint es. Aber Usutu kommt näher. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vermutet, dass das mit dem globalen Waren- und dem Reiseverkehr zu tun habe, man könne eben seit den Düsenflugzeugen in kurzer Zeit um die halbe Welt fliegen. Dies führe letztlich dazu, dass Menschen, die infiziert seien, die Viren auch nach Deutschland einführen könnten.

Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin (BNI), ist auch dem Usutuvirus auf der Spur. picture-alliance / dpa -

Bürgerwissenschaft hilft 

Doch wie gefährlich ist Usutu überhaupt für uns Menschen? 1996 wird das Virus bei zwei Personen in Italien festgestellt, beide sind krebskrank und haben deshalb ein geschwächtes Immunsystem. Schmidt-Chanasit erklärt, dass beide eine Enzephalitis gehabt hätten, also eine Gehirnhautentzündung, aber man wisse mittlerweile von weiteren Infizierten in Italien; bei vielen verlaufe die Krankheit in leichter Form, bei Menschen, die eine Vorerkrankung hätten, könne es aber gefährlich werden. Usutu ist auf dem Vormarsch: Immer häufiger finden danach Virologen in Europa das Virus in toten Vögeln: Österreich 2001, Ungarn und die Schweiz 2006, Spanien im Jahr 2006. Doch es dauert noch fünf Jahre, bis das Virus in Deutschland buchstäblich zuschlägt. 2011 macht das sogenannte Amselsterben Schlagzeilen – hunderttausende der Vögel verenden. Hobby-Vogelkundler schicken im September 2011 eine tote Amsel aus dem hessischen Birkenau nach Hamburg ins das Labor von Jonas Schmidt-Chanasit am  Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.  Dort wird Usutu nachgewiesen, ebenso wie bei vier Amseln aus Mannheim und aus Dossenheim bei Heidelberg. Martin Klatt, Artenschutzreferent beim Naturschutzbund NABU blickt zurück und erzählt, man habe sich damals große Sorgen gemacht, weil vor allem im Südwesten viele Vögel gestorben seien.

Bürger zählen Vögel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Patrick Pleul)
Bürger zählen Vögel picture-alliance / dpa - Patrick Pleul

Das Amselsterben ist ein Drama für die Vogelfreunde, das erst durch die bundesweite Vogelzählung des NABU, die „Stunde der Gartenvögel“, aufgedeckt werden konnte. Aber das Drama ist auf der anderen Seite auch von Vorteil für Human-Virologen, denn durch diese von Bürgern erhobenen Daten können sie das Usutu-Virus besser erforschen  und verstehen, Jonas Schmidt-Chanasit spricht sogar von „citizen science“, von der Bürgerwissenschaft: " Dieses Projekt "Stunde der Gartenvögel" ist ein typisches Projekt für Bürger, bei dem diese tätig werden und den Forscher Daten liefern können". Dass sich das Virus innerhalb von 20 Jahren bei uns so stark verbreiten konnte, das liegt vor allem daran, dass es nicht nur tropische Mücken als Überträger braucht.

Amselsterben nicht gestoppt

Nach dem Amselsterben vor fünf Jahren beruhigte sich die Lage zunächst. Doch dieses Jahr schrillen wieder die Alarmglocken bei den Vogelkundlern bei der aktuellen Zählung „Stunde der Gartenvögel“. Bundesweit werden 600 verendete Amseln allein im September dokumentiert. Schwerpunkte des Vogelsterbens sind nach NABU-Angaben diesmal aber Nordrhein-Westfalen, der Raum Leipzig sowie Berlin, Schleswig-Holstein und der nördliche Teil Niedersachsens. Erstaunlich:  Diesmal sind aber RLP, BW und Hessen nicht betroffen, Martin Klatt vom NABU sagt, es gebe jetzt auch schon wieder eine Erholung, gerade in Gebieten, in denen das Virus am stärksten gewütet habe. Dafür hat der Human-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit eine Erklärung: "Die Vögel bilden Antikörper wie der Mensch auch, das kann man nachwiesen, und sind dann geschützt. Aber das betrifft nur einen Bruchteil der Amseln, deshalb geht die Population um 90% zurück, aber 10% überleben immerhin. Und die neue Generation, die ist natürlich nicht geschützt, deshalb kann es dann wieder zu einem Massensterben kommen."

Gefahr für den Menschen?

Der Virologe konstatiert: Wir wüssten immer noch zu wenig über das Usutu-Virus und darüber, wie gefährlich es für uns Menschen sei. Wir können uns tatsächlich auch über einen Mückenstich mit dem Virus infizieren, aber für normale Erwachsene ist das nur so schlimm wie etwa eine leichte Sommergrippe. Deshalb wird das Virus beim Menschen auch so gut wie nicht festgestellt, daran hat auch die Meldepflicht seit Frühjahr 2015 nichts geändert. Fest steht: Human-Virologen profitieren von den Dramen in der Vogelwelt, denn sie liefern uns wichtige Erkenntnisse, tote Tiere sind der Marker dafür, wie sich das Virus in Deutschland verbreitet.

AUTOR/IN
STAND