22.1.1963 Unterzeichnung des Élysée-Vertrags

Es war ein Dienstag, am späten Nachmittag. Die Unterzeichnung des Vertrages über die deutsch-französische Freundschaft im Pariser Élysée-Palast war ein Staatsakt von fünf Minuten. Er ging als historisches Ereignis in die Geschichte ein.

Völkerverbindende Vertragsunterzeichnung

Der Reporter Georg Stefan Troller ist mit dabei und berichtet live von dieser völkerverbindenden Vertragsunterzeichnung. Sie findet statt im Salle de Murat des Élysée-Palasts, einem fensterlosen, schmalen Repräsentationsraum. Der Reporter beschreibt den Raum: Das Mobilar beschränke sich auf einen mit rotem Samt bespannten Tisch und fünf darum gruppierte Sessel. In der Mitte habe General de Gaulle Platz genommen. Adenauer sitze rechts von ihm, Premierminister Pompidou zur Linken. Die beiden Außenminister, Schröder und Couve de Murville, seien etwas auf Distanz dahinter platziert.

Wangenkuss nach französischer Sitte

De Gaulle sei als erster mit dem unterzeichnen fertig. Im Hintergrund hört man den Staatspräsident sprechen, der Reporter übersetzt simultan. Die historische Szene, die dann kommt, nennt der Reporter "unerhört". De Gaulle und Adenauer küssen sich nach französischer Sitte auf beide Wangen. "Ich danke Ihnen, Herr Kanzler", sagt de Gaulle. Damit sei die Aussöhnung zwischen den beiden Nachbarvölkern eine geschichtliche Tatsache geworden. Verbrieft und besiegelt.

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