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Probleme mit dem Visum, teure Krankenversicherungen, kaum finanzielle Unterstützung: Seit dem Brexit ist der Austausch zwischen schottischen und deutschen Studierenden schwierig geworden.

Schottische und rheinland-pfälzische Politiker setzen sich jetzt dafür ein, dass eine Kooperation, insbesondere mit der Universität Mainz, fortgeführt werden kann.

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An der Uni Mainz kooperiert man schon seit 40 Jahren mit Schottland

Die Anglistin Sigrid Rieuwerts lehrt an der Uni Mainz und ist dort die hauseigene Schottland-Beauftragte. Diese Stelle wurde notwendig, weil der Austausch zwischen Schottland und der Universität innerhalb von 40 Jahren immer intensiver wurde.

Die Uni Mainz hat das so genannte GET-Programm ins Leben gerufen. GET steht für German Educational Trainee und ermöglicht es deutschen Studierenden für längere Zeit nach Schottland zu gehen, um dort Deutsch zu unterrichten.

Der Brexit legt den Studierenden Steine in den Weg

Seit dem Brexit ist der Austausch zwischen Schottland und der Universität deutlich schwerer, sagt Rieuwerts: „Es sind mit Sicherheit den Universitäten in Schottland und uns enorme Steine in den Weg gelegt worden.“

Alle Programme über sechs Monate hätten sie sofort auf Eis gelegt, rieten außerdem den Studierenden dringend davon ab, weil es einfach finanziell sehr, sehr schwierig sei.

Bis vor wenigen Jahren war Deutsch die zweite Fremdsprache, die die Schotten gelernt haben. Dies ist nicht mehr der Fall — auch, weil die Lehrerausbildung so kompliziert geworden ist.

Die intensive Bindung zwischen Schottland und Rheinland-Pfalz soll bestehen bleiben

Der schottischen Politik ist es aber sehr wichtig, dass der Austausch mit Deutschland erhalten bleibt. Deshalb haben nun die schottischen und die rheinland-pfälzischen Bildungspolitiker*innen eine Absichtserklärung unterzeichnet, um eine Kooperation in Bildung, Kultur, Wissenschaft und Forschung auch nach dem Brexit zu gewährleisten.

Aktuell wird in Schottland diskutiert, ein zweites Unabhängigkeitsreferendum anzustreben, um in die EU zurückkehren zu können. Aber auch wenn dieser Plan scheitert, wird wohl eine intensive Verbindung zwischen Schottland und Rheinland-Pfalz bestehen bleiben.

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