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Von Pia Fruth

Im Januar 1940 bringt ein Bus mit verhüllten Fenstern die ersten Opfer ins ehemalige Samariterstift Grafeneck auf der Schwäbischen Alb: 25 Männer aus einer Heil- und Pflegeanstalt in München. Auf dem Anwesen befindet sich eine als Dusche getarnte Gaskammer. Insgesamt 10.654 psychisch kranke und behinderte Frauen, Männer und Kinder werden in dem Schlossgebäude mit Kohlenmonoxid umgebracht. Das systematische Mordprogramm der "Aktion T4", das 1940 in Grafeneck beginnt, entfaltet auf zynische Weise Vorbildcharakter für den organisierten Massenmord in der NS-Diktatur.

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