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Tee in der Weltgeschichte (1/2) – Von der Seidenstraße bis zur Boston Tea Party

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

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Seit einigen Jahren gibt es den Beweis: Tee wurde schon auf der antiken Seidenstraße transportiert.

Wie kaum ein anderes Handelsgut prägte er später die Kolonialgeschichte. Auch die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika begann 1773 mit der berühmten "Boston Tea Party" – auf die sich radikalliberale Kräfte in den USA bis heute berufen.

Tee hat das gesellschaftliche Leben in Europa beeinflusst, die Porzellanherstellung in Deutschland inspiriert – und die Wissenschaft herausgefordert, die die dunklen Krümel vor ein großes Rätsel stellten, bis ein schottischer Spion durch China reiste und das Geheimnis lüftete.

Übrigens: Es gibt im wesentlichen zwei Arten von Ländern. In den einen wird das Getränk "Tee", "Tea" oder so ähnlich ausgesprochen, in den anderen "Cha", "Chai" oder "Çai". Die Sprachgrenze verläuft mitten durch Europa und hat historische Gründe.

Weitere Links zu Quellen im Manuskript zur Folge.

Die Stadt Darjeeling. (Foto: SWR, Gábor Paál)
Die Stadt Darjeeling liegt auf 2000 m Höhe. Einst war sie eine Bergstation der britischen Kolonialverwaltung, heute eine quirlige Verwaltungsstadt auf einem Bergrücken. Gábor Paál Bild in Detailansicht öffnen
Ein typischer Teegarten in der indischen Provinz Darjeeling. Große Bäume spenden den notwendigen Schatten. Der Teeanbau geht hier auf das Jahr 1841 zurück, als der britische Botaniker Archibald Campbell mit chinesischen Teesamen seine ersten Experimente durchführte. Gábor Paál Bild in Detailansicht öffnen
Der letzte Tee-Klipper: Die Cutty Sark, heute in Museumsschiff im Hafen von Greenwich. Alain Schroeder Bild in Detailansicht öffnen
An Deck der Cutty Sark in Greenwich/London. Gábor Paál Bild in Detailansicht öffnen
Das Ostfriesische Teemuseum in der Stadt Norden. Es ist im Alten Rathaus am zentralen Platz der Stadt untergebracht und widmet sich Teekulturen weltweit. Die Ostfriesische Teekultur wurde 2016 von der deutschen Unesco-Kommission in das immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Gábor Paál Bild in Detailansicht öffnen
Das Boston "Tea Party Museum" erinnert an den Aufstand von 1773, bei dem sich die Patrioten gegen das Mutterland auflehnten und 342 Kisten Tee im Bostoner Hafen versenkten. Drei Jahre später erklärten die Kolonien ihre Unabhängigkeit - die USA waren gegründet. sainaniritu Bild in Detailansicht öffnen
Boston Tea Party 1773 - Aufstand gegen das Mutterland Großbritannien Mary Evans Picture Library Bild in Detailansicht öffnen
Bio-Teeanbau in Nepal. Die Anbauregion Ilam befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum indischen Darjeeling. Da Nepal im Gegensatz zu Indien keine indische Kolonie und lange isoliert war, hatte das Land wesentlich schlechtere Exportbedingungen. Der Tee wächst praktisch unter den gleichen Bedingungen wie in Darjeeling, darf aber nicht "Darjeeling" heißen, da der Name geschützt ist. Gábor Paál Bild in Detailansicht öffnen
Teegarten in Japan. Auch Japan hat eine lange Tee-Tradition, spielt im Export allerdings heute eine untergeordnete Rolle. Im 19. Jahrhundert hat Japan allerdings viel Tee in die USA exportiert. Im Gegensatz zu Teegärten etwa in Indien werden die Teeblätter heute maschinell geerntet - deshalb sehen sie so akurat geschnitten aus. Gábor Paál/SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen

Tee in der Weltgeschichte (2/2) Teekriege und die Macht der Tee-Nationen

Im 19. Jahrhundert wird Indien zum Teegarten der Welt. Tee wird eine Säule des britischen Empires und gilt später als „Geheimwaffe“ gegen die Nazis. Die Weltmeister im Teetrinken leben aber woanders.

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Ende des 19. Jahrhunderts war Tee noch ein Luxusprodukt, das auf ganz besonderen Schiffen, den Tea-Clippers, aus China ins britische Königreich geholt wurde. Einer der letzten – und berühmtesten – britischen Tea-Clipper ist die „Cutty Sark“, die als Museumsschiff in Greenwich liegt.

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