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Das Rätsel des braunen Wassers Belasten Huminstoffe Wasser aus Talsperren?

12 Prozent des deutschen Trinkwassers kommt aus Talsperren, Tendenz steigend. Vor allem in südeuropäischen Ländern bekommen Talsperren auf Grund des Klimawandels eine immer größere Bedeutung. Wichtig ist, diese großen Wassermengen sauber zu halten und genau das macht seit einigen Jahren Probleme.

Zulauf Rote Mulde (Sachsen) am Pegelhaus

Zulauf Rote Mulde (Sachsen), am Pegelhaus

In ganz Nordeuropa und auch in Deutschland wird Talsperrenwasser immer brauner. Woran das liegt, ist unklar. Deshalb haben die Helmholtz Forscher nun ein Forschungsprojekt gestartet. Sie wollen den Ursachen auf den Grund gehen. 2 Millionen Euro von Bund und Wasserbetrieben stehen dafür zur Verfügung.

Vorsperre und Talsperre Muldenberg

Vorsperre und Talsperre Muldenberg

Das Problem sind die Huminstoffe. Sie entstehen durch den Abbau von Pflanzenresten. Wenn die Konzentration dieser Stoffe eine bestimmte Höhe erreicht, wird das Wasser braun. Die Stoffe an sich sind nicht toxisch für den Menschen. Sie stören jedoch die Trinkwasseraufbereitung, denn mehr Fällmittel werden gebraucht, die Filterlaufzeiten verkürzen sich und mehr Schlamm fällt an.

Wasserbetriebe kommen an ihre Grenzen

Wasserkäscher mit trüben Wasser aus dem behandelten Tümpel, aber ohne jegliche Larven

Was ist die Ursache für die Wasserfärbung?

Das braune Wasser wird nicht nur zum ökonomischen Problem. Es könnte auch die Gesundheit des Menschen gefährden. Denn bleiben die Huminstoffe im Wasser und gelangen in die Rohrleitungen, bilden sich chlororganische Verbindungen und diese könnten krebserregend sein. Aber auch schädliche Bakterien können durch die Verunreinigung in den Wasserrohren entstehen.
Das Talsperrenforschungsprojekt soll nun die Ursachen finden. Denn Talsperrenwasser ist sehr wertvoll, denn damit kann man den Klimaveränderungen entgegen wirken, da sich hier in einem kleinen System ein guter Regenspeicher befindet.

Stabile Eigenversorgung in Krisenzeiten

Eine Talsperre könnte ganze Städte über Jahre mit Wasser versorgen, ohne dass es in der Zeit einmal regnen müsste.

Wasserprobe

Wasserprobe

22 Prozent des Trinkwassers in Baden-Württemberg kommt aus Talsperren. Die Rheinland-Pfälzer Wasserversorger gewinnen vier Prozent ihres Trinkwassers aus Talsperren und Seen.
Die Helmholtz Forscher sehen sich die Topografie um die Talsperren genau an, die Niederschlagsmenge in den Regionen und die Umgebung der Flüsse, welche die Talsperren speisen. Mit Hilfe der Daten wollen sie die Ursachen für die Wasserverschmutzung finden.

Was ist schuld?

Momentan werden drei Mitspieler diskutiert. Es kann sich um die erhöhte CO2 Konzentration in der Atmosphäre handeln, denn damit wird auch die Photosynthese von Landpflanzen angekurbelt.

Trinkwasser

Leitungswasser besser als Mineralwasser

Daneben wird eine erhöhte Anzahl an Starkregenereignissen beobachtet, die auch den Kohlenstoff in der Landschaft mobilisieren kann. Die dritte mögliche Ursache ist die nachlassende Versauerung der Böden.
All das sind Prozesse, die Deutschlandweit stattfinden. Braunes Oberflächenwasser tritt jedoch nicht überall auf. Und hier liegt das Problem. Welche Faktoren müssen zusammen kommen, um das Wasser braun zu färben und sind überhaupt alle Mitspieler bekannt?

Bestes Wasser aus der Sperre

Die Forscher hoffen, das Muster zu finden um Talsperrenbetreiber und Wasserversorger zu entlasten. Denn deutsches Leitungswasser hat sehr hohe Ansprüche. Es ist besser als Mineralwasser, sagen die Forscher vom Helmholtz-Zentrum in Magdeburg. Die Trinkwasserverordnung ist strenger, als die für Mineralwasser. Um diesen Standard zu halten, gibt Deutschland viel Geld aus. Ein Luxus, den sich andere Länder nicht leisten.

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