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Die Arbeit im Krankenhaus ist geprägt von Stress und Hektik. Doch es gibt Gegenmittel, um sich mitten im Alltag Freiräume für Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Professor Stefan Schmidt von der Universität Freiburg hat Strategien entwickelt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
8:30 Uhr
Sender
SWR2

Die Aula auf einen Blick:

Kennzeichen der beschleunigten Gesellschaft

Wir haben von allem zu viel. Wir müssen uns täglich entscheiden für ein bestimmtes Shampoo oder einen Reiseveranstalter. Wir müssen täglich entscheiden, was wir in der Freizeit tun. Das macht Stress.

Wir sind permanent auf Ziele und Zwecke fixiert. Wir denken immer an das, was noch zu tun ist. Stehen wir etwa an der Bushaltestelle und warten auf den Bus, beantworten wir mit dem Smartphone E-Mails. Es gibt keine Ruhezonen mehr.

Was bedeutet Muße?

Das, was Sie gerade tun, ist auch der Sinn und Zweck und das Ziel des Tuns. Es gibt nichts, was Sie erreichen wollen, der Zustand genügt sich selber. Das ist ein wichtiges Merkmal.

Sie erleben diesen Zustand als erfüllt, als gelungen.

Stefan Schmidt

Sie sind mit Ihrer Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt. Sie sind gegenwärtig, sind nicht bei einem Ziel in der Zukunft, sondern Sie erleben das, was hier gerade ist. Das macht sehr gelassen.

Muße (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Produktives Herumgammeln picture-alliance / dpa -

Achtsamkeitsübung im Krankenhaus

Wie bringe ich diese Dinge ins Krankenhaus hinein? Wie kann ich auch in einem hektischen Arbeitsalltag eine Achtsamkeitspraxis entwickeln?

Zum Beispiel muss sich der Arzt oder die Ärztin vor jedem Patientenkontakt die Hände desinfizieren. Das kann man schnell und hektisch machen. Oder Sie machen es als Achtsamkeitsübung:

Sie stellen sich hin. Spüren, wie sich das anfühlt. Die Flüssigkeit in den Händen. Wie Sie gerade dastehen. Sie machen diese Bewegung, die Sie immer machen müssen und fokussieren sich kurz.

Sie wechseln von diesem funktionalisierten Modus in den Seins-Modus.

Das entschleunigt und erobert dem Klinikpersonal neue wertvolle Zeit für die Patienten.

Stefan Schmidt
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