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Nach der Erfindung des Traktors vor 125 Jahren steht eine neue Revolution bevor: Die Einführung von Robotern. Ingenieure entwickeln autonome Geräte, die GPS-gesteuert säen.

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Landwirtschaft 4.0: Das ist, wenn Satelliten-Erkennung, intelligente Sensor- und Robotertechnik zusammen kommen und über Apps auf dem Handy oder vom PC aus gesteuert werden.

Klaus Erdle von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft stellt Maschinen und Software vor, mit denen Landwirte - von der Aussaat bis zur Ernte - ihre Felder bestellen können. Bei einem Rundgang auf der Agritechnica steuert der Agrarwissenschaftler als erstes einen Stand an, wo es darum geht, Satellitenbilder für den eigenen Betrieb zu nutzen.

Jedes Saatkorn hat eine GPS-Position

Steht das Wasser an einer Stelle vom Feld, ist woanders vielleicht der Boden zu trocken? Mithilfe einer Drohne, die übers Feld fliegt und Bilder aufs Handy schickt, sammelt der Landwirt Informationen für jeden einzelnen Quadratmeter eines riesigen Ackers.

Bildmontage Traktor mit GPS-Steuerung, die herausvergrößert in einer Lupe dargestellt wird (Foto: SWR, SWR - Dunja von Morzé)
Die Satellitenantenne auf dem Dach lenkt den Traktor automatisch SWR - Dunja von Morzé

Jedes Saatkorn hat über die gespeicherten GPS-Koordinaten bei der Aussaat so etwas wie eine Adresse auf dem Acker. Diese Adresse - bzw. Millionen-viele Adressen - kennt später auch der Düngerstreuer. Und es geht noch genauer. Klaus Erdle führt zu einem Schlepper, zeigt auf zwei kleine, unscheinbare Boxen auf der Fahrerkabine.

Mit den neuen Technologien können auch Unkrautvernichtungsmittel eingespart werden. Klaus Erdle führt zu einer zweieinhalb Meter breiten, ein Meter hohen und tiefen, hellgrauen Blechhaube.

Unkraut mit Lasern abschießen

Diese Blechhaube und das, was drunter steckt, das ist der Prototyp einer Unkrauthacke. Frisch aus der Werkstatt der Ingenieure. Absolute Avantgarde der Feldroboter. Unter der Haube hat der Roboter ein Fahrsystem, einen Computer und eine Kamera, die Unkraut erkennen. Und: einen Laser, der Unkraut abschießt.

Kleine gegen große Maschinen

Werden kleine XXS-Roboter die riesigen XXL-Maschinen verdrängen? Professor Arno Ruckelshausen aus Osnabrück hat vor Jahren selbst einen Roboter mitentwickelt. Seine Vision ist: Eines Tages werden so viele Roboter säen, düngen, spritzen, ernten, dass die Landmaschinenhersteller in die Massenproduktion gehen und diese Roboter dann gar nicht mehr so teuer sind.

Noch sind die neuen Technologien teuer. Auch wenn über 40 Prozent der Landwirte in Deutschland angeben, im nächsten Jahr neue Maschinen kaufen zu wollen: Agrarsoziologen sagen voraus, dass das "Wachsen oder Weichen" - kleinere Bauernhöfe geben auf, größere werden größer - zunächst mal weiter geht.

Neue Technologie gegen selbst verursachte Probleme

Einig sind sich die Experten, dass die Landwirtschaft insgesamt ökologischer wird und Umweltbelastungen durch Präzisionslandwirtschaft geringer werden bzw. durch "Smart-" und "Digital Farming" sogar ein Ende haben.

Allerdings: Mit neuer Technologie werden Probleme gelöst, die durch die Landwirtschaft überhaupt erst entstanden sind. Man könnte denken, es ist ein Rückschritt im besten Sinne: In eine Zeit, als Ackerbau und Viehhaltung nachhaltig waren und weniger Natur zerstört und die Umwelt belastet haben.

Neue Technik und alte Ideale

Doch unsere Gesellschaft, die mit viel Geld die Landwirtschaft unterstützt, hat als Ideal das Bild einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft.

Zu der Bauernhof-Romantik passen Roboter auf dem Acker und im Stall aber schlecht. So könnte es sein, dass sich an der Kluft zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft erst mal wenig ändert.

(Produktion 2018)

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