Eine junge Frau verwendet einen Mixcuit Keks beim Kaffeetrinken (Foto: Lena Wössner - Lena Wössner)

Der Keks zum Umrühren Kaffee ohne Plastikmüll

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Viele Kaffeetrinker nehmen zum Kaffee Milch aus dem Döschen oder Zucker aus der Tüte - und zum Rühren ein Plastikstäbchen. Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie haben eine leckere Methode entwickelt, um diesen Müll zu vermeiden.

Kaffeetrinken soll umweltfreundlicher werden

Der Mixcuit ist ein etwa 12 Zentimeter langer Hohlkeks, der in Basic-Variante mit Zucker gefüllt und oben mit Schokolade verschlossen ist. Das Prinzip ist einfach: Wenn man sich eine Kaffee zum Mitnehmen holt, beißt man den Keks oben ab, füllt den Zucker in seinen Kaffee und rührt diesem mit dem Keks um. Die Entwickler versichern, dass der Keks sich erst langsam auflöst.

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Ein Mixcuit-Keks liegt auf einer Tasse Kaffee (Foto: SWR, SWR - Julia Nestlen)
Ein Mixcuit Keks zum Kaffee SWR - Julia Nestlen

Interdisziplinäres Team des KIT

Entwickelt haben den Mixcuit sechs Studierende verschiedener Fachrichtungen am KIT. Einen Keks – auf Englisch biscuit – zum Mixen. Und für fast jeden Kaffeetrinker haben die Entwickler eine passende Variante parat: Mit Zucker, ohne Füllung oder mit Michpulver, für Leute, die ihren Kaffee gerne mit Milch trinken. Mit dem Keks ersetzen die Studierenden Zuckertüten, Milchdöschen und vor allem die Plastikrührstäbchen. Diese ergeben zusammen mit Plastikstrohhalmen den neunt-häufigsten Müll in den Weltmeeren, schreibt der World Ocean Review.

Erster Platz bei Wettbewerb

Für die umweltfreundlichen Kekse werden Kakaoschalen verarbeitet, die zum Beispiel in Schokoladenfabriken anfallen. Alle Zutaten sind fair gehandelt und entsprechen Bio-Standards. Was jedoch genau in dem Teig verarbeitet wird, das möchten die Studierenden nicht verraten. Mit seiner Idee hat das Karlsruher-Team den „Trophelia“-Wettbewerb des Forschungskreises der Ernährungsindustrie gewonnen. Nun tritt die Gruppe des KIT als deutsches Team beim europäischen „Ecotrophelia“-Wettbewerb in London an. Dort wollen sie sich gegen 15 weitere Teams durchsetzten.

Präsentation des Mixcuit beim Trophelia Wettbewerb in Bonn (Foto: Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) - FEI)
Präsenation des Mixcuit beim „Trophelia“-Wettbewerb in Bonn Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) - FEI

Kekse entstehen noch in Handarbeit

Vor dem Wettbewerb müssen die Studierenden wieder viele Kekse backen. Noch entsteht jeder in Handarbeit. Das ganze Projekt entstand neben dem Studium der Teilnehmer, zusätzlich zu Vorlesungen und Abschlussarbeiten. So viel Engagement lohnt sich. Die Stadt Karlsruhe hat Interesse an einer Zusammenarbeit und wenn alles klappt, können die Studierenden ihren Mixcuit bald auch industriell produzieren. Und vielleicht bekommen wir schon bald statt Milchdöschen, Zuckertüte und Plastikstäbchen einen Mixcuit-Keks zum Kaffee.

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