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Keine Angst vor Stipendien Finanzspritze fürs Studium

Studieren kostet Geld. Die Chance, ein Stipendium zu bekommen ist gar nicht mal so schlecht. Noch bis zum 18. Februar können sich Studierende um ein Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes bewerben. Nur muss man sich trauen, sich zu bewerben und es vielleicht auch bei weniger bekannten Stiftungen probieren.

Stipendium

Oft "warten" Stipendien nur darauf, abgeholt zu werden.

Finanziell lohnt sich die Aufnahme in Deutschlands ältestes und größtes Begabtenförderungswerk allemal. Es werden bis zu 900 Euro pro Monat ausgeschüttet. Außerdem können die Stipendiaten tolle Seminare besuchen und untereinander wertvolle Kontakte knüpfen. Diese "ideelle" Unterstützung halten viele Stipendiaten für genau so wichtig wie die Finanzspitze, die jede Studikasse gebrauchen kann. Doch wer es bei dem größten Begabungsförderwerk nicht schafft, muss den Kopf nicht hängen lassen- denn die Stipendienszene in Deutschland ist gewachsen und recht bunt geworden. So suchen mittlerweile 6000 Stipendiengeber bundesweit nach geeigneten Bewerbern.

Nichts für Fachidioten

Stipendium

Stipendien sind nicht für reine Bücherwürmer

Wenn die Noten einigermaßen gut aussehen und man daneben auch noch etwas Engagement für die Gesellschaft vorweisen kann, stehen die Chancen für ein Stipendium der Studienstiftung gar nicht schlecht. Wer z.B. musikalisch sehr aktiv ist, in Ensembles gespielt hat, oder gar musikalische Wettbewerbe bestritten hat, hat schon einmal gute Karten. Solche Interessen und Fähigkeiten sind der Jury wichtig. Schließlich will die Studienstiftung keine Fachidioten fördern. Wer in den Genuss des Stipendiums kommen will, muss auch spannende Referate halten können und sich in Gruppendiskussionen mit eigener Meinung behaupten.

Nicht nur für Hochbegabte

Daneben wird soziale Kompetenz hoch geschätzt. Mit einem Ehrenamt oder Jugendgruppenleitung kann man ordentlich punkten. Neben der weltanschaulich neutral geprägten Studienstiftung gibt es in Deutschland 11 weitere große Begabtenförderwerke. Sie setzen bei der Auswahl ihrer Stipendiaten ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Es lohnt sich deshalb, die Stipendienangebote genau zu prüfen und zu überlegen, ob man sich nicht für das eine oder andere Angebot qualifiziert fühlt. Das tun immer noch viel zu wenige, bedauert Dr. Mira Maier. Die allerwenigsten würden glauben, dass sie eine Chance auf ein Stipendium haben. Die meisten denken, das sei nur für Hochbegabte, die wahnsinnig engagiert und extrem bedürftig sind. Und sie ziehen es erst gar nicht erst in Erwägung, sich für ein Stipendium zu bewerben.

Stipendium

Jeder Student hat die Chance auf ein Stipendium.

Mira Maier hat die Stipendiensuchmaschine mystipendium.de ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, möglichst alle Stipendien in Deutschland aufzuspüren. Schließlich hatte sie selbst als Studentin viel Zeit und Nerven gebraucht, um ein passendes Stipendium zu finden. Dabei wurde ihr klar, dass längst nicht alle Stipendiengeber genügend Bewerber finden. Das Hauptproblem sei dabei, dass diese Stiftungen oft gar nicht bekannt sind, das sei in erster Linie ein Transparenzproblem.

Anti-Streber-Stipendium

Es wird geschätzt, dass jede 5. Stiftung nicht ausreichend Bewerber für die ausgeschriebenen Stipendien findet. Und das obwohl viele Studierende nebenher jobben müssen, um ihr Studium zu finanzieren. Trotzdem haben sich mindestens zwei Drittel aller Studierenden noch nie um ein Stipendium beworben. Dabei ist die Chance gar nicht so gering, bei geschätzten 6000 Stipendiengebern bundesweit- irgendwo ins Profil zu passen.

Es gibt Stipendien, die an ungewöhnliche Bedingungen geknüpft sind, zum Beispiel eine Stiftung, die nur Töchter bayrischer Beamter fördert. Oder das Anti-Streber-Stipendium der privaten Zeppelin-Uni in Friedrichshafen. Dafür braucht man explizit schlechte Noten oder eine gescheiterte Geschäftsidee. Mira Maier geht davon aus, dass gerade bei den kleineren Programmen die Erfolgschancen der Bewerber hoch sind: Bei den großen Stiftungen bei den Begabtenförderungswerken liegt die Erfolgschance bei 10 Prozent im Schnitt über alle Bewerber hinweg- national liegt die Chance bei 41 Prozent. Also statistisch gesehen hat man bei den kleineren Stiftungen bessere Chancen.


Kostenloses Geld für Studierende

Stipendium

Studienstiftung des deutschen Volkes in Bonn

Am besten sucht man Stipendien über eine Stipendiendatenbank. Davon gibt es einige: zum Beispiel den Stipendienlotsen des BMBF, eine Datenbank, die immerhin 800 unterschiedliche Stipendienprogramme erfasst. Die meisten Stipendien listet derzeit die Suchmaschine mystipendium.de. Sie hat bis heute 1500 Stipendienprogramme in Deutschland im Blick und ein Team arbeitet ständig daran, auch alle weiteren zu finden und aufzunehmen. Gründerin Mira Maier hofft: dass möglichst alle sich die paar Minuten nehmen und schauen. Denn es ist kostenloses Geld, das kann einem enorm das Studium erleichtern.

Auch Antonia, die ein Stipendium der Studienstiftung errungen hat, will ihren Kommilitonen Mut machen: Man kann eigentlich nur allen sagen- traut Euch! Denn man gewinnt wahnsinnig viel.

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