William Shatner (r) als Captain James T. Kirk, Commander des Raumschiffes Enterprise, und Leonard Nimoy als Crewmitglied Spock vom Planeten Vulkan (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Warp und Wurmlöcher Star-Trek-Physik

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Was ist dran am Warp-Antrieb und anderen tollen Techniken und Phänomenen bei Star Trek? Prof. Metin Tolan, Physiker an der TU Dortmund, hat ein Buch darüber geschrieben: "Die Star Trek-Physik. Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse".

Sie schreiben, dass die Enterprise nur 158 Kilo wiegt, wieso das?

Tolan: In einer Folge kann man mit verfolgen, wie das Raumschiff von zwei Fähren gezogen wird, die eine bestimmte Kraft dafür aufbringen müssen, außerdem ist es dabei noch wichtig zu sehen, wie die Enterprise beim Abschleppen beschleunigt wird in einer bestimmten Zeit. Diese Tolan: In einer Folge kann man mit verfolgen, wie das Raumschiff von zwei Fähren gezogen wird, die eine bestimmte Kraft dafür aufbringen müssen, außerdem ist es dabei noch wichtig zu sehen, wie die Enterprise beim Abschleppen beschleunigt wird in einer bestimmten Zeit. Diese Größen werden in der Folge genau benannt; die Kraft, mit der die Enterprise gezogen wird beträgt 50 Newton, das ist sehr wenig, und wenn man das durch die Beschleunigung teilt, dann kommen eben 158 Kilo raus, da kann man nichts machen, übrigens: Das ist das reale Gewicht inklusive der Besatzung, also da haben die Macher der Serie doch einen Fehler gemacht. Größen werden in der Folge genau benannt; die Kraft, mit der die Enterprise gezogen wird beträgt 50 Newton, das ist sehr wenig, und wenn man das durch die Beschleunigung teilt, dann kommen eben 158 Kilo raus, da kann man nichts machen, übrigens: Das ist das reale Gewicht inklusive der Besatzung, also da haben die Macher der Serie doch einen Fehler gemacht...

Modell des Raumschiffs Enterprise (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Foto: Bernd Settnik dpa/lbn)
Modell des Raumschiffs Enterprise picture-alliance / dpa - Foto: Bernd Settnik dpa/lbn



Muss man als Physiker Fan von Star Trek sein?

Auf jeden Fall, als Physiker muss man das sein, denn: Als Physiker ist man ja erst mal ein Fan der Physik, man versucht Dinge zu erklären, ihnen mit Zahlen auf den Grund zu kommen. Und in der Star-Trek-Serie passieren Dinge nicht einfach so, aus magischen Gründen, die Macher versuchen alles genau zu erklären, zu quantifizieren, genau das ist der Berührungspunkt mit der Physik.

Es gab schon einige Bücher über die Physik der Enterprise, wie sieht Ihr Ansatz aus?

Ich erkläre auch, wie der Warp-Antrieb und das Beamen funktionieren, aber die Physik ist – wie ich angedeutet habe- eine quantitative Wissenschaft, sie drückt Dinge in Zahlen aus, und dementsprechend berechne ich in meinem Buch viele Dinge. Zum Beispiel: Wenn der Kapitän auf die Brücke der Voyager gebeamt wird, muss er vorher angeben können, was die Schwelle des H- 2- Moleküls ist, und die weibliche Figur sagt: das sind 14,7 Elektronenvolt, und genau das ist richtig, das ist wissenschaftlich korrekt. Keine Zahl bei Stark Trek ist sinnlos.

Transporterraum der "Enterprise" (Ausstellung in Babelsberg, Archivfoto 2011) (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Transporterraum der "Enterprise". Fürs Beamen braucht man viel Energie. picture-alliance / dpa -

In Star Trek geht es auch um die berühmten M-Planeten, erdähnliche Planeten, was meinen Sie, wie viele dieser M-Planeten gibt es im Universum?

Allein in unserer Galaxie dürften es wohl 500.000 solcher Planeten sein mit Wesen, die intelligent sind wie wir. Heute kann man das übrigens viel besser als früher einschätzen, wir wissen heute viel über das Universum, wir wissen, wie häufig Sterne wie unsere Sonne entstehen, wir wissen durch Messungen, dass Planeten im Universum eigentlich der Normalfall sind, die Enterprise findet ja ständig Planetensysteme wie das unsrige. Bei den M-Planeten geht es ja um den Abstand der Sonne zum Planeten, und unsere Erde befindet sich genau da, wo es passt, weder zu nah noch zu weit entfernt von der Sonne, deshalb hat die Erde auch eine ideale Atmosphäre. Und in diesem Sinne hat man Planeten gefunden, die einen ähnlichen idealen Abstand zu ihrer jeweiligen Sonne haben. Und diese Planeten kann man heute mit Teleskopen sehr gut untersuchen, man kann ihre Atmosphäre analysieren.

Zeichnung von Exoplanet (Foto: NASA -)
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Hinweise darauf werden vielleicht in absehbarer Zeit gefunden. NASA -


Sie sehen, wir kommen der Beantwortung der Frage, ob außer uns noch andere Wesen im Universum existieren immer näher, und wir könnten bald dazu kommen zu sagen, ja dort im Universum gibt es ebenfalls Leben. Ich bin jetzt 51 Jahre, ich glaube, ich werde noch den ersten Hinweis auf anderes Leben im Universum erleben, denn man kann heute mit den Teleskopen riesige Strecken überwinden.

Metin Tolan (Foto: SWR, picture-alliance / dpa -)
Der Physiker Metin Tolan picture-alliance / dpa -



Das Buch von Metin Tolan: "Die STAR TREK Physik: Warum die Enterprise nur 158 Kilo wiegt und andere galaktische Erkenntnisse" ist im Mai 2016 im Piper Verlag erschienen. Es kostet 20 Euro.

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