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Lebensraum Wald Der Nordschwarzwald

Der Nordschwarzwald ist wie ein großes Waldmeer, das vom Klima stark an Skandinavien oder auch Schottland erinnert. Viele - auch seltene - Pflanzen und Tierarten haben sich an diese extremen Bedingungen angepasst und hier eine Heimat gefunden.

Wanderwege im Nordschwarzwald

Wanderwege im Nordschwarzwald

Wie auch der Südschwarzwald lädt der Nordschwarzwald zu ausgiebigen Wanderungen ein. Rund um das Naturschuzzentrum Ruhestein finden sich eine Reihe von Pfaden und Wegen, die Ihnen Flora und Fauna des Schwarzwaldes näher bringen.

Station 1: Ruhestein

Schwarzwald Ruhestein

Ruhestein

Der Ruhestein ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Ruhestein heißt diese Passhöhe deshalb, weil dort einst ein großer Buntsandsteinfindling lag, auf dem Reisende auf ihrem Weg vom Murgtal ins Acherntal oder umgekehrt ausruhen und ihr Gepäck ablegen konnten. Das im Herbst 1997 gegründete Naturschutzzentrum Ruhestein will eine Brücke schlagen zwischen Tourismus und Naturschutz. Das Motto: Natur erlebbar machen, ohne sie zu schädigen.


Station 2: Wilder See

Schwarzwald Wilder See

Wilder See

Beinahe alle Seen im Nordschwarzwald sind Überbleibsel der letzten Eiszeit. Die Gletscher haben im Laufe von vielen tausend Jahren Täler und Mulden geschürft. Als es wärmer wurde und das Eis schmolz, bildeten sich Seen, so genannte Karseen. Auch der Wilde See gehört zu den Karseen. Der einst artenreiche Wald wurde vor langer Zeit aus Profitgier abgeholzt. Riesige Waldflächen wurden auch durch ein großes Feuer um 1800 herum vernichtet. Der wieder aufgeforstete reine Fichtenwald fiel den Borkenkäfern zum Opfer. Schon seit rund hundert Jahren überlässt man den Wald wieder sich selbst. So haben im Bannwald um den Wilden See auch Tierarten wie der Sperlingskauz oder der Dreizehenspecht wieder eine Heimat gefunden.


Station 3: Lotharpfad

Schwarzwald Lotharpfad

Lotharpfad

Weihnachten 1999 hatte der Sturm Lothar in einer Nacht in Südwestdeutschland und vielen anderen Gebieten viele tausend Hektar Wälder umgerissen. Am schwersten betroffen waren Fichtenwälder. Wirtschaftlich war Lothar gewiss eine Katastrophe, doch was bedeutet Lothar
für den Naturhaushalt und was kann Lothar uns lehren? Die wichtigste Erkenntnis: Der Wald braucht den Menschen nicht, um wieder Wald zu werden. Der Lotharpfad ist ein 700m langer, schmaler Pfad, der über Baumtreppen, zwischen Wurzeln durch, über Hängebrücken, Holzstege führt. Interessierte können sich hier eindrucksvoll ein Bild von den Auswirkungen des Sturmes machen.


Station 4: Mummelsee

Schwarzwald Mummelsee

Mummelsee

Der Mummelsee ist der höchstgelegene Karsee des Schwarzwaldes. In einem 1910 erschienenen Buch wird er als ein melancholisches, waldeinsames Wasserbecken beschrieben, wo lauschige Plätzchen vor der Seegaststätte Gelegenheit zum Genuss der ernsten Landschaft geben. Insider nennen den Mummelsee wegen der vielen tausend Besucher, die sich hier insbesondere in den Sommermonaten tummeln, auch gerne: Rummelsee. Ein Geheimtipp: Gehen Sie bei schlechtem Wetter um den Mummelsee. Machen Sie alleine einen Spaziergang um den See. Das ist traumhaft, wunderschön, sehr romantisch, wenn die Nebelschwaden über den See ziehen.


Station 5: Grinden

Schwarzwald Grinden

Grinden

Die Hornisgrinde ist der höchste Berg im Nordschwarzwald, 1164 m hoch, kein wirklicher Gipfel sondern ein kahler Bergrücken, kahl weil hier vor vielen Jahren der Wald gerodet wurde. Im Mittelalter schon begannen Menschen, immer weiter vom Tal in die Berge
vorzudringen. Zu wenig Raum war im Tal, zu wenig Ackerbauflächen, zu wenig Weiden für das Vieh. Begünstigt durch das Klima entwickelten sich die gerodeten Waldflächen zu Feuchtheiden, so genannte Grinden, baumfreie Bergrücken, die wie kleine einzelne Lichtinseln in einem Meer von Wald stehen. Seltene Tier- und Pflanzenarten wie Auerhuhn oder Orchideen fanden hier einen Lebensraum. Auch viele Zugvögel finden hier einen vorübergehenden Aufenthalt. Heute wachsen die kahlen Grinden wieder zu, sind bedrohte Landschaftsteile.


Station 6: Hochmoor

Schwarzwald Hochmoor

Hochmoor

Riesige Wassermengen prasseln in den höheren Regionen des Nordschwarzwaldes vom Himmel: über 2600 mm im Jahr - das ist in etwa so viel wie im Regenwald des Amazonas. Direkt nach der Eiszeit hatten sich im Nordschwarzwald viele kleine Mulden, Wasser stauende Schichten aus Buntsandstein, gebildet. Einige Pflanzen, wie z.B. die Rosmarinheide, das Wollgras, der Sonnentau , aber auch eine Vielzahl von Torfmoosen haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. Wenn die Pflanzen absterben, wächst darüber beim nächsten Regen eine neue Pflanzenschicht. Das darunter liegende Material kann wegen der geschlossenen Wasserdecke nicht verrotten. Es bildet sich Torf. Und dieser Torf wächst jährlich um einen Millimeter nach oben. Daher der Name Hochmoor.