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Sockenfallen gegen Malaria

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AUTOR/IN
Martin Krinner
ONLINEFASSUNG
Gabriele Heuer

Socken können uns wunderbar die Füße wärmen – sie können aber auch gewaltig stinken. Und dieser Geruch zieht Anopheles-Mücken, die Malaria übertragen, geradezu magisch an. Deshalb sind - getragene - Socken wie geschaffen für Malaria-Fallen.

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Anopheles - eine Mücke mit äußerst feinem Geruchssinn

Die weibliche Anopheles-Mücke ist ein gemeines Vieh! Erstens: Ihr Stich juckt ungemein. Und zweitens: Wo eine ist, da sind in der Regel noch ein paar hundert andere. Und sie finden ihre menschlichen Opfer mit einem äußerst feinen Geruchssinn.

„Der menschliche Geruch zieht die meisten Mücken an und es ist das Kohlendioxid im Atem, das besonders attraktiv ist“, erklärt Dr. James Logan. Er forscht an der University of London und hat seine Moskitos auf dutzende von Testpersonen gejagt, natürlich im Auftrag der Wissenschaft!

Und dabei hat er noch eine weitere Dreistigkeit der Mücke festgestellt. Anopheles sticht liebend gern in unsere Füße! Schuld daran sind Logan zufolge Carbonsäuren, die von den Bakterien an unseren Füßen produziert werden und diesen charakteristischen käsigen Fußgeruch erzeugen, der Anopheles-Mücken anzieht.

In Teilen Afrikas gilt die Mücke als das gefährlichste Tier der Welt - wegen der Malaria

Anopheles ist der Hauptüberträger für die Malaria, an der jedes Jahr zwischen 200 und 500 Millionen Menschen erkranken und etwa 400.000 sterben. Gerade in Afrika gilt deswegen die Mücke in einigen Regionen als das gefährlichste Tier der Welt. Sie wird verfolgt, gejagt und vernichtet.

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Auf den Feldern werden Insektizide versprüht und in besonders gefährdeten Gebieten werden die Innenwände der Häuser mit DDT behandelt – einem Giftstoff, der im Verdacht steht, beim Menschen Krebs zu erzeugen und der deshalb in Deutschland schon seit 1972 verboten ist. Die Jagd auf Anopheles ist also in vielen Fällen alles andere als schonend und umweltfreundlich.

Stinkende Socken als Lockmittel

Doch jetzt hat ein Forscher aus Tansania eine clevere Alternative zu diesen Methoden gefunden. Dr. Fredros Okumu hat eine Falle entwickelt, in der er die Moskitos mit einem besonderen Leckerbissen anlockt: mit stinkigen Socken.

Diese Falle ist eine simple Holzkonstruktion – in etwa so groß wie eine Mülltonne – mit mehreren Belüftungsgittern. Darin ist ein Gebläse verbaut, das den leckeren Geruch von menschlichem Käsefuß nach draußen trägt. Die Moskitos werden so von den Menschen abgelenkt – und sobald sie in die Falle hineingeflogen sind sterben sie an einem Kontaktgift.

Okumu schätzt, dass er so zwischen 75 und 95 Prozent der Malariaüberträger töten kann - und das auch noch besonders preiswert, was ja in einigen strukturschwachen Gebieten Afrikas durchaus ein Argument ist!

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