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Die Schulen und Kitas im Südwesten sind bis nach Ostern geschlossen. Aber wie effizient ist diese Maßnahme, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verlangsamen?

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Sendezeit
16:05 Uhr
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SWR2

Erste Studien aus China: Kinder übertragen das Virus besonders häufig

Viele Virologen fordern schon seit Tagen, flächendeckend Schulen und Kindertagestätten zu schließen. Denn erste Studien aus China zeigen, dass Kinder besonders häufig das neue Coronavirus übertragen können. Eine mögliche Ursache: Die Kinder scheiden das neue Coronavirus langsamer aus und sind möglicherweise auch länger ansteckend als Erwachsene. Das ist aber nur eine Vermutung.

Kinder zeigen oft kaum Symptome und bemerken das Virus gar nicht

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum durch Kinder das Virus besonders schnell verbreitet werden kann. Denn wenn sie sich mit dem neuen Coronavirus infizieren, fühlen sie sich oft gar nicht so krank. Die meisten Infizierten Kinder haben nur leichte oder gar keine Symptome. Sie merken nicht, dass das Virus sich im Körper ausbreitet. Die infizierten Kinder gehen dann trotzdem in die Schule und stecken hier Schulkameraden an – im Klassenzimmer und in den Schulpausen.

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Kinder haben Kontakt zu fast allen Gesellschaftsgruppen

Diese Kettenreaktion geht zu Hause weiter. Die infizierten Kinder kommen nach Hause und stecken die Familie an – die Eltern sowie Oma und Opa. Außerdem haben die Kinder zu fast allen Gesellschaftsgruppen Kontakt und können das Virus dadurch besonders schnell verbreiten.

Virus kann möglicherweise an kindliche Zellrezeptoren schlechter andocken

Die Wissenschaftler haben auch eine erste Vermutung, warum Kinder oft nur leichte Symptome haben. So hat das Coronavirus wahrscheinlich Probleme, sich an bestimmte Rezeptoren von Zellen anzudocken. Möglicherweise sind die Rezeptoren bei Kindern noch nicht so weit entwickelt. Genau dieser Entwicklungsrückschritt wird beim neuen Coronavirus zu Stärke. An den noch nicht vollständig entwickelten Rezeptoren kann das Virus nicht andocken und Symptome auslösen. Aber auch das ist nur eine Vermutung, die noch überprüft werden muss.

Keine Betreuung durch Großeltern: Oma und Opa gehören zur Risikogruppe

Trotz der Fragezeichen sind Schulschließungen aus wissenschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll. Aber nur wenn die Kinder dann nicht von den Großeltern betreut werden – die sich dann bei infizierten Kindern anstecken. Denn ältere Menschen ab 60 Jahren gehören schließlich zur Risikogruppe und sollten deshalb auf möglichst viele Kontakte im sozialen Umfeld verzichten.

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