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Das Silberfischchen Glitzerflitzer im Badezimmer

Silberfischchen lieben es warm und feucht. Kein Wunder - stammen die glitzernden Flitzer doch ursprünglich aus den Tropen und Subtropen. Sie agieren am liebsten im Dunkeln, scheuen beim Liebesakt jeglichen Körperkontakt und sind nützlicher, als man vielleicht denkt.

Das Silberfischchen hat sich bei uns in Deutschland eingeschlichen, auf seinen sechs Beinchen. In Kisten, Koffern, Flugzeugen und auf Schiffen. Zu Hause ist es ganz woanders, der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen und Subtropen. Warum, weil die Silberfischchen wärmeliebend sind. Eine Temperatur von über 20 Grad ist für sie existentiell.

Silberfischchen lieben es feucht und warm

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Gemütliche 20 Grad

Ein sehr wichtiger Hinweis. Wollen sie keine Fischchen in der Wohnung haben, machen sie es sich nicht zu gemütlich. Die Temperatur immer unter 20 Grad halten und Sie sind die putzigen Tierchen los. Es geht aber auch anders. Ich sage nur: Essensentzug. Die ursprüngliche Nahrung von den Silberfischchen waren Pilze, niedere Pflanzen und Bestandsabfall. Und jetzt wo sie in Häusern bei uns Menschen leben, gehen sie auch an menschliche Nahrungsmittel ran, die dort lagern.

Genug zu futtern

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Leibspeise Kohlenhydrate

Eine erhöhte Anzahl von Silberfischchen kann darauf hindeuten, dass die Silberfischchen hier besonders gute Bedingungen vorfinden, z.B. auch in der Küche Nahrungsmittel, die dort schon länger lagern oder vergessen wurden.

Das sind die harten Fakten. Haben es die Tierchen also warm und finden sie genügend zu fressen, werden sie sich in einem Haus sehr wohl fühlen. Kammerjäger Swen Fabisch aus Leipzig kennt sich damit sehr gut aus.

Flitzen durch Ritzen

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Hinter Fußbodenheizungen und Warmwasserleitungen

Silberfische? Also, ich hab mal in einem Haus, das wurde vielleicht vor vier oder fünf Jahren gebaut, und der Besitzer beschwerte sich über immer mal in unregelmäßigen Abständen vorkommende Silberfische in seinem Flur und da muss man erst mal raus kriegen wo die herkommen. Man muss ja sagen, der Silberfisch kann sich ja irgendwo durchzwängen, das sehen wir so gut wie gar nicht, diese Ritzen, und der kommt immer aus Bereichen, die ein warmes, feuchtes Klima haben. Das können Bereiche sein wo Rohrleitungen durchgehen, Heizungsleitungen, da kommt der irgendwo raus gekrochen und vermehrt sich und begegnet uns immer mal und verschwindet auch, wenn man das Licht anmacht.

teppich

Neuer Teppich oder Holzboden?

Das Silberfischchen ist nachtaktiv. Es nutzt Pfade und Wege, die wir nicht sehen können. Auch Schlaf- und Wohnort des Silberfischchens ist in jeder Wohnung woanders. Da wo es zu sehen ist, schläft es in den seltensten Fällen. Auch die Größe des Insekts ist ein Mysterium. Das Fischchen ist nämlich viel kleiner, als es aussieht.


Mehr Schein als Sein

Der Körperbau der Silberfischchen ähnelt denen der Urinsekten: die Gliederung des Körpers besteht aus Kopf, mit den Antennen, Brustabschnitt, Vor- Mittel- Hinterbrust und dem Hinterleib. Und der Hinterleib besteht aus neun Segmenten. Am Ende des Hinterleibes haben Silberfischchen einen Endfaden, das so genannte Terminalfilament. Und von diesem Endfaden gehen die so genannten Zerzi ab; und dann erscheint das Tier, wenn es über die Badfliesen läuft, wesentlich länger, fast doppelt so groß wie der Körper.

Lästig, aber ungefährlich: Silberfischchen (Lepisma saccharina)

Lästig, aber ungefährlich: Silberfischchen (Lepisma saccharina)

Orientierung mit Antennen

Mit den Antennen an Kopf und Hinterteil ertasten sich Silberfischchen den Weg. Sehen kann es nur sehr schlecht. Wie alle Insekten hat es Komplexaugen. Die Körperoberfläche ist mit silbrigen Schuppen bedeckt. Um zu wachsen muss sich das Silberfischchen deshalb häuten. Nach 10 bis 14 Häutungen sind sie geschlechtsreif und dann häuten sie sich pro Jahr 10 bis 20 Mal bis an ihr Lebensende.


Selbstreinigung durch Häutung

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Hülle einer Zikade

Vermutlich dient die Häutung später dann zur Reinigung, sagen Experten. Die Tiere entledigen sich ihrer Haut und stoßen damit auch Schmutz und Schadstoffe ab. Auch der Liebesakt ist bei den Silberfischchen eine saubere Sache. Körperkontakt ist nicht erwünscht, so der Fischchen-Experte Hans Jürgen Schulz:

Und zwar ist das ein kleines Vorspielchen, wo das Männchen das Weibchen anlockt und dann so eine Art Gespinst herstellt, vor dem das Weibchen dann verharrt, dann setzt das Männchen seine Stermatofore ab, welches das Weibchen dann mit dem Ovipositor aufnimmt, also mit seinem Eiablageapparat. Das wird dann im Körper gespeichert und sie legt die Eier ab in entsprechende Hohlräume und die schlüpfen dann nach entsprechender Zeit, 10 bis 30 Tage, woraus dann die Jungen Silberfischchen schlüpfen.


Schimmelwegputzer

schimmel

Biomittel gegen Pilze

Wie viele Eier das sind, konnte der Wissenschaftler noch nicht nachprüfen. Aber es müssen wohl genügend sein, sagt er, sonst gäbe es die Tiere nicht in so großen Mengen. Das noch zum Schluss. Ein paar Silberfischchen in der Wohnung sind gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Sie könnten von Vorteil sein, denn das kleine, flinke Tierchen hilft beim sauber machen. Schimmelpilze unter der Badewanne zum Beispiel sind für ihn eine Nahrungsquelle, die er gerne weggeputzt.

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