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Augen-OP

Das Sicca-Syndrom Trockene Augen

Ursachen, Behandlung und Prävention

Etliche Kontaktlinsenträger bekommen irgendwann Probleme, wenn sie die Linsen häufig und lange im Auge haben: Es brennt, zwickt und Beschwerden wie Lichtempfindlichkeit treten auf. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa zehn Millionen Menschen, die Probleme mit trockenen Augen haben. Warum wir trockene Augen bekommen, wie man sie behandelt und ihnen vorbeugen kann.

Büro, Diabetes, Blutdrucksenker - das macht trockene Augen...

Wer bei der Arbeit am Computer lange auf den Bildschirm schaut, der bekommt trockene Augen, denn normalerweise blinzelt jeder etwa zwölf Mal in einer Minute. Beim Schauen auf einen Bildschirm dagegen sind es nur noch zwei oder drei Lidschläge. Zu wenig, um die Bindehaut und die Hornhaut genug mit Feuchtigkeit zu versorgen, erklärt der Augenarzt Manuel Hermann von der Uniklinik Köln:

Hermann: "Es verdunstet mehr, der Tränenfilm ist instabil, es kann sein, dass das Sehen so ein bisschen so einen Grauschleier hat, die Reibung erhöht sich dann zwischen dem Augapfel und den Lidern und wenn das regelmäßig für längere Zeit dann anhält, entzünden sich die Oberflächen des Augapfels und Lider und die Entzündung, die führt letztlich dazu, dass sich das Gewebe verändert."

Neben Kontaktlinsen und Computerarbeit gibt es weitere, umweltbedingte Faktoren: Staub in Großstädten, Klimaanlagen und Heizungsluft. Seltener sind rheumatische Erkrankungen oder Diabetes. Sogar bestimmte Medikamente - etwa Blutdrucksenker – können trockene Augen verursachen. Immer wieder klagen auch Frauen nach den Wechseljahren darüber. Für ältere Menschen gilt: Im Alter lässt die Produktion der Tränenflüssigkeit nach.

Makroaufnahme eines Augen auf das ein Tropfen fällt

Der Tränenfilm besteht aus mehreren Substanzen: Einem Schmierfilm, wässrigen Anteilen und einem Verdunstungsschutz.

Ein vielseitiger Film

Das sogenannte Sicca-Syndrom entsteht, weil entweder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird, oder sich der Tränenfilm verändert.
Dieser Film setzt sich aus unterschiedlichen Substanzen zusammen, die von mehreren Drüsen und Zellen produziert werden. Er dient als Schmierfilm für das Auge, welches sich, ähnlich einem Kugelgelenk, ständig bewegen muss. Dazu kommt ein fetthaltiger Anteil, der als Verdunstungsschutz für den Tränenfilm dient. Der wässrige Anteil, sorgt für die Feuchtigkeit.
Wenn bei diesen drei Komponenten die Produktion oder die Zusammensetzung gestört ist, treten Beschwerden auf, die zu Entzündungen und Veränderungen der Hornhaut führen können.

Behandlung

Ein Augenarzt kann mit speziellen Untersuchungen herausfinden, wo das Problem liegt. Manchmal lautet die Diagnose „trockene Augen“, obwohl der Patient über ständige Tränen klagt. Für dieses scheinbar paradoxe Symptom hat der Augenarzt Manuel Hermann jedoch eine Erklärung:

Hermann: „Wenn das Auge trocken wird, wischt das Lid über die trockene Oberfläche und das fühlt sich ganz rau an. Das kann sogar stechen und richtig brennen - das Auge fängt dann an zu tränen.“

Im Falle von einfachen trockenen Augen raten Mediziner in der Regel zu Tränenersatzmitteln - manchmal als Dauertherapie. Bei der Augenoptikerin Heidemarie Ernst-Hess fragen immer wieder Kontaktlinsenträger nach Tipps. Sie empfiehlt ihren Kunden Benetzungstropfen mit Hyalyronsäure, weil diese dafür sorgt, dass sich der Tränenfilm besser auf dem Auge verteile. Die Benetzungstropfen sollten möglichst keine Konservierungsstoffe enthalten. Darauf würden viele Menschen allergisch reagieren, sagt Ernst-Hess.

Arzt zieht das recte Augenlied eines Mädchen etwas nach unten, so dass das Aufe besser zu sehen ist

Wenn die Augen jucken, brennen, rot sind kann es sein, dass sie nicht genug benetzt werden.

Andere Betroffene gehen direkt zum Arzt. Eine Entzündung muss unter Umständen langfristig mit Tabletten oder Tropfen therapiert werden. Häufig müssen Medikamente und die Frequenz der Anwendung erst ausprobiert und abgestimmt werden, um den Patienten zu helfen und die Therapie in ihren Alltag integrieren zu können, betont Hermann.

Prävention

- Auf der Arbeit ausreichend trinken.

- Am Schreibtisch auf einen guten Abstand zum Bildschirm achten.

- Ganz bewusst häufiger blinzeln und mal in die Ferne schauen.

- Kontaktlinsenträgern mit Beschwerden rät die Optikerin Ernst-Hess auch über eine altgediente Alternative nachzudenken:

Ernst-Hess: „Wir empfehlen den Leuten, wenn sie intensiv am Computer arbeiten, eine geeignete Brille zu tragen, weil das wesentlich besser ist.“

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