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Die Angst vor den leeren Blatt Was hilft bei Schreibblockaden?

Schwierigkeiten, eine Hausarbeit oder gar die Abschlussarbeit zu Ende zu bringen, kennen viele Studenten. Manchmal können aber Schreibblockaden so hemmend werden, dass gar nichts mehr geht. Das kann sich schnell aufs Selbstwertgefühl auswirken, was das Schreiben noch schwieriger macht - ein Teufelskreis. Was steht hinter einer Schreibblockade und wie kann ich damit umgehen?

Ein Mann hat ein Post-It auf der Stirn mit drei Fragezeichen.

Oftmals sind es die ungeordneten Gedanken, die schuld an Schreibhemmungen sind.

Schreibblockaden sind besonders schlimm für Menschen, die professionell schreiben müssen – wie etwa Schriftsteller oder Journalisten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. In zahlreichen Filmen und Büchern wird sie thematisiert, die Unfähigkeit, Gedanken aufs Papier zu bringen. Wahrscheinlich nicht zuletzt, weil auch viele berühmte Autoren bekanntermaßen zeitweise daran litten, zum Beispiel Ernest Hemingway, Douglas Adams, Truman Capote oder J.R.R.Tolkien. Studenten, die Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten vorlegen müssen, haben häufig ähnliche Schwierigkeiten. Manchmal kann die Hemmung vor dem Schreiben so groß werden, dass gar nichts mehr geht. Das kann sich schnell aufs Selbstwertgefühl auswirken, was das Schreiben noch schwieriger macht - ein Teufelskreis. Zu dieser Problematik gibt es zahlreiche Publikationen. Auch an Universitäten kümmern sich Psychologen um Studenten, die unter der Schreibblockade leiden.

Anzeichen

Eine Schreibblockade kann sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern: Oft gibt es Schwierigkeiten, einen Anfang zu finden. Der Schreibprozess wird häufig oder sogar endgültig abgebrochen. Wenn sich keine Ideen einstellen oder Formulierungen schwerfallen oder ganz ausbleiben kann ebenfalls eine Schreibblockade der dafür Grund sein. Oft äußert sich die Hemmung darin, dass es Vermeidungshandlungen gibt: Dann wird etwa geputzt oder aufgeräumt. Die Arbeit wird dabei immer weiter aufgeschoben.

Ursachen

Hände schreiben mit einem Stift

Auch berühmte Autoren haben Schreibblockaden

Ursachen für Schreibhemmungen sind individuell unterschiedlich. Man kann zwischen Ursachen unterscheiden, die aus ungenügender Kenntnis des Handwerkszeugs bestehen und psychischen Ursachen für die Schreibhemmungen. Häufig entsteht die Schreibblockade auch aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Fehlende Routine oder unstrukturierte Ideen, unzureichende Konzepte, zu viel oder zu unordentliches Material beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten - dies alles können Gründe sein. Häufig wird die Grundlage schon am Anfang des Studiums gelegt. Studenten, die noch nicht genau wissen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert, arbeiten einfach drauf los - und scheitern häufig.

Übung macht den Meister

Zwar ist es bei intellektueller oder künstlerischer Arbeit normal, dass es vorübergehend zu Verstimmungen oder zu einem Gefühl der Leere kommen kann. Wenn allerdings die persönliche Umgangsweise von einer niederen Frustrationsschwelle geprägt ist, wird in der Folge das Schreiben vermieden – und somit keine Schreibpraxis gesammelt. Aber Schreiben erfordert unbedingt Übung – denn die wenigsten fallen als perfekte Literaten vom Himmel. Wenig Übung bedeutet also weniger Fähigkeit. Innere Konflikte, etwa Selbstzweifel oder übersteigerter Perfektionismus, sind ebenfalls häufig Ursachen von Schreibhemmungen. Da mangelnde Studientechnik oft nicht als solche erkannt wird, wird die Folge daraus als persönliches Defizit gedeutet. Menschen, die an sich selbst zu hohe Ansprüche stellen, haben oft Schwierigkeiten beim Gedanken daran, dass andere ihre Arbeitsergebnisse lesen. Das kann ebenfalls zu einer Blockade führen. 

Das hilft gegen die Schreibblockade

Perfektionismus fördert Aufschieberitis

Perfektionismus fördert mitunter Aufschieberitis

Wie man die Hemmung vor dem Schreiben wirksam bekämpfen kann, damit haben sich schon zahlreiche Bücher befasst. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, wie man die Angst vor dem leeren Blatt Papier oder die Unordnung der Gedanken entgegenwirken kann. Hilfreich ist es immer, sich ein Gerüst oder eine Gliederung zu bauen, damit man weiß, wie die Arbeit aufgebaut sein soll. Zur Ordnung des Themas oder der Ideen bieten sich Mind-Maps, Stichwortsammlungen oder Ideensammlungen an. Außerdem kann es hilfreich sein, schon vor dem Schreiben Zitate zu sammeln, die als Einstieg dienen könnten oder sich beim Einlesen in ein Thema konsequent Notizen zu machen – und zwar mit eigenen Worten.

Beginnt man mit dem Schreiben, muss es gar nicht der Anfang des Textes sein, den man zuerst schreibt – besser, man fängt mit dem an, was man schon schreiben kann. Hilfreich ist es auch, anderen die bereits erarbeiteten Stellen zu zeigen und sich auszutauschen –denn andere haben oft ähnlich Schwierigkeiten. Sind die Hemmungen nicht zu bewältigen, gibt es immer noch die Möglichkeit, eine psychologische Beratungsstelle aufzusuchen. Die meisten Studentenwerke kennen diese Probleme bei Studierenden und bieten Hilfe an, wie etwa die psychotherapeutische Schreibwerkstatt in Berlin.

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