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Dem Brexit zum Trotz Schottlands Unis werben mit Weltoffenheit

Der Austritt aus der EU könnte den Zugang zu britischen Unis erschweren. Die Schotten - die mehrheitlich gegen den Brexit waren - halten dagegen: "Scottish Universities welcome the world", verspricht die schottische Regierung. Und wirbt: Wer 2017 in Schottland sein Studium beginnt, muss bis zum Ende der Regelstudienzeit keine Studiengebühren zahlen.

Das Gedrängel ist groß im Corn Exchange in Edinburgh. 400 Studenten, Professoren, Mitarbeiter von Universitäten schieben sich durch die ehemalige Markthalle, um eine neue Kampagne zu starten: "Schottlands Universitäten begrüßen die Welt."

An ihrer Spitze: Die Regierungschefin von Schottland, Nicola Sturgeon: "Dass Ihr hier in Schottland seid, das macht uns stärker und besser, es ist für uns eine Ehre, Euch hier zu haben, ihr seid sehr herzlich willkommen."

Die Schotten zeigen sich gern international und pro-europäisch, gerade in diesen Tagen. 62 Prozent haben hier im vergangenen Juni für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt, eine überwältigende Mehrheit.

Sieben Monate ist das nun her, und jetzt droht Schottland, als Teil Großbritanniens mit einem harten Brexit aus der EU herausgeführt zu werden. Überall macht sich Unsicherheit breit, zum Beispiel an den 19 schottischen Universitäten.

Blick auf Edinburgh

Blick auf Edinburgh

40.000 Menschen arbeiten hier, weitere 140.000 Jobs hängen indirekt am akademischen Betrieb, das sind 6 Prozent aller Arbeitsplätze in der schottischen Wirtschaft. Keine Ahnung, was sich ändern werde, zuckt Richard Williams die Schultern. Er ist Professor für Energietechnik und kümmert sich für die 19 Unis um internationale Angelegenheiten. Er wisse nur, dass sich etwas ändern werde: "Wir wissen im Moment natürlich nicht, was sich ändern wird, aber ich glaube, dass sich etwas ändern wird."

Immerhin könne man zumindest noch den Studienanfängern in diesem Jahr zusichern, dass sie im Laufe ihres Studiums keine Studiengebühren zahlen müssen. Das nämlich ist einer der großen Pluspunkte des Studierens in Schottland: Wer aus der EU kommt, zahlt keine Gebühren.

Das erst habe ihr überhaupt ein Studium ermöglicht, sagt Mana aus Finnland. Sie studiert in Aberdeen, das hätte sie sich ohne die Befreiung nicht leisten können, für sie sei das ideal." Und außerdem möge sie das Land und seine Leute. Die Freundlichkeit der Menschen in Schottland sei einfach wunderbar, sagt Mana.

Ich habe mich nie unwillkommen oder unerwünscht gefühlt. Ich weiß von ein paar in England, dass sie da vereinzelt Schwierigkeiten haben. Aber in Schottland habe ich mich nie unerwünscht gefühlt.

University Library in Glasgow

University Library in Glasgow

In den internationalen Rankings schneiden die schottischen Universitäten regelmäßig gut ab. Unter den Top 200 der Welt befinden sich im Moment fünf aus Schottland. Wegen ihrer Qualität, aber vor allem auch wegen ihrer Willkommenskultur, sagt Richard Williams.

Internationalität ist der Herzschlag der schottischen Universitäten. Wir möchten unseren Mitarbeitern und Studenten aus aller Welt zeigen, dass sie willkommen sind. Es ist eine Botschaft der Wärme und des Willkommens inmitten des Chaos, das wir im Moment in der Welt haben. 

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