Die Welt in Zahlen

Roy Sullivan wurde sieben Mal vom Blitz getroffen

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Die Wahrscheinlichkeit, sieben Mal vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1 zu 16 Quadrillionen. Passiert ist das dem Ranger Roy Sullivan, Jahrgang 1912, aus Virginia. Ein unfreiwilliger Rekord. Blitz Nummer acht verfehlte ihn knapp – und traf seine Frau.

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1942 kostete ein Besuch des Feuerwachturms einen Zehennagel

Nun kann man sich fragen, ob sich Sullivan immer zufällig dort aufhielt, wo der Blitz einschlug oder der Blitz dort einschlug, wo Sullivan stand. Ja, wo stand er denn nun eigentlich jeweils?

Beim ersten Einschlag 1942 war er auf einen Feuerwachturm geklettert, als ein Gewitter losbrach. Ein Blitz fuhr ihm durchs Bein und riss einen Zehennagel ab. Sullivan wird sich nun sicher gefühlt haben; schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden – je nach Region – bei eins zu mehreren Millionen.

27 Jahre später nimmt die Blitzserie Fahrt auf

In den folgenden 27 Jahren war auch Ruhe. Dann nahm die Blitzserie Tempo auf: Sein zweiter ereilte ihn im Auto fahrend. Die elektrische Ladung fuhr durch die offenen Fenster und versengte ihm Augenbrauen und Haare. Sullivan verlor das Bewusstsein, und sein Wagen kam kurz vor einem Abgrund zum Stehen. Als ob die Geschichte eines zweiten Blitzschlags nicht schon spektakulär genug gewesen wäre …

Ein Jahr später dann im Garten: linke Schulter. Ein weiteres Mal verkohlte Haare bescherte ihm der Blitzeinschlag in ein Campingplatz-Kassenhäuschen.

Im Guinness-Buch der Rekorde: Roy Sullivan, der "Blitzableiter von Virginia"

Natürlich war mittlerweile die Guinness-Buch-der-Rekorde-Redaktion zur Stelle. Und die damit verbundene Aufmerksamkeit der Presse machte aus dem eigentlich ernsten Schicksal ein Szenario zum Schmunzeln: Man nannte Roy Sullivan den „Blitzableiter von Virginia“.

Beim Angeln erwischt es Brust und Bauch

In einer Fernsehsendung sollte er sich 1980 mit dem Satz „Ein Blitz setzte meine Unterwäsche in Brand“ vorstellen. Unser „Blitzableiter“ soll das sportlich genommen haben, wollte die verhängnisvolle Serie aber endlich beenden. Mit 64 Jahren zog er mit seiner Frau in eine kleine Gemeinde, wo sie nach Ranger-Art in einem Wohnwagen hausten, den sie mit Blitzableitern versahen. Dort schlug der Blitz auch nie ein. Nein, der siebente wartete, bis Sullivan angelte. Diesmal: Brust und Bauch angesengt. Er hat sich aber noch selbst ins Krankenhaus gefahren.

Bann gebrochen: Beim Wäscheaufhängen zu zweit trifft es die Ehefrau

Und obwohl die Wahrscheinlichkeit, sieben Mal vom Blitz getroffen zu werden, bei 1 zu 16 Quadrillionen liegt – das ist eine 16 mit 24 Nullen – wird Sullivan also doch weiter damit gerechnet haben, vom Blitz heimgesucht zu werden. Und tatsächlich: Es kam ein achter Blitz. Beim Wäscheaufhängen mit seiner Frau verfehlte der ihn aber und traf stattdessen sie. Man kann sich vorstellen, dass er ihr fortan lieber nicht mehr im Haushalt helfen sollte.

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