Privat organisiertes Punkkonzert im Hirschhof, Oderberger Straße, Ost-Berlin  DDR (Foto: IMAGO, IMAGO / Frank Sorge)

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Punk und Hip-Hop in der DDR

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Wer in der DDR mit bunten Haaren und zerrissenen Jeans herumlief, galt schnell als Staatsfeind. Tatsächlich machten gerade Punks aus ihrer Unzufriedenheit mit dem System kein Geheimnis. Viele bekamen wegen ihrer kritischen Texte keine Ausbildung oder landeten sogar im Gefängnis.

Hip-Hopper dagegen waren weniger politisch, wurden aber trotzdem überwacht und schikaniert: Englischer Sprechgesang und seltsam zuckende Breakdancer waren der Stasi verdächtig. Deshalb holte sie die Jugendlichen von der Straße, steckte sie aber nicht ins Gefängnis, sondern ins FDJ-Heim - zum Rappen unter Aufsicht und mit staatlicher Lizenz.

SWR 2012

Gespräch „Die Toten Hosen“-Sänger Campino über die Punkszene in der DDR

„Die Punkszene in der DDR wurde von der Regierung als westlich dekadente Erscheinung gelesen und wollte das unter keinen Umständen in ihrer Jugend dulden“, erklärt der Sänger Campino von den Toten Hosen im Gespräch mit SWR2. Entsprechend hoch sei der Druck auf Punk-Musiker gewesen, „mit Gefängnisstrafen oder sie wurden auf Jahre in die Armee gesteckt.“ Die westdeutschen Toten Hosen waren 1982 zu einem geheimen Konzert in Ost-Berlin gefahren und hatten dort vor einem kleinen Publikum mit der ostdeutschen Band „Planlos“ gespielt. An dieses Konzert erinnert der SWR nun mit einer Dokumentation, aus Anlass des 40-jährigen Bandbestehens.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Dokumentation „Auswärtsspiel: Die Toten Hosen in Ost-Berlin“: Eine nostalgische Reise in die Vergangenheit des Punk

Ein filmisches Geschenk zum 40. Bandgeburtstag: Mit Archivmaterial, emotionalen Interviews und animierten Cartoon-Sequenzen zeichnet die SWR-Dokumentation von Martin Groß eine nostalgische Gegenüberstellung der Punkszenen der 80er aus Ost und West. Im Mittelpunkt steht ein Guerilla-Kirchenkonzert der Toten Hosen, das einen der größten Coups ihrer Bandgeschichte ausmacht.  mehr...

Porträt zum 40. Geburtstag der Band Die Toten Hosen – Von Punk zu Pop

Von Bernd Lechler  mehr...

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16.9.1979 Nina Hagen: "Mir kann keine Kacke was ausmachen"

16.9.1979 | Nina Hagen (*1955) gilt als deutsche Punkrock-Diva – ab Mitte der 1970er-Jahren macht sie mit schrillen Auftritten und experimentierfreudiger Musik Schlagzeilen. Gleich ihr erster Song, eine Interpretation des Schlagers „Du hast den Farbfilm vergessen“, ist 1974 in der DDR ein Riesenhit. Angela Merkel hat sich das humorvolle Lied zu ihrem Großen Zapfenstreich am 2. Dezember 2021 gewünscht.
Nina Hagen emigriert im Dezember 1976 in die Bundesrepublik, später wird sie Teil der Londoner Punkszene. Sie bleibt ihrem Motto treu: wechselt Bands und Männer, probiert neue Musikstile und zeigt sich unbeeindruckt von Kritik.
Schon als 21-Jährige, in einem Interview vom 28. Dezember 1979, gibt sich Nina Hagen schnoddrig und selbstbewusst – trotz eines Streits mit ihrer Plattenfirma und trotz Beziehungsgerüchten um den Musiker Herman Brood. Im Interview beteuert sie ihre Liebe zu Ferdinand Karmelk, mit dem sie anderthalb Jahre später eine Tochter, die Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, haben wird.  mehr...

21.9.1953 DDR-Strafprozess gegen Otto Fleischer 1953 beginnt

21.9.1953 | 1/8 | Otto Fleischer war ein renommierter Experte für den Steinkohleabbau, der wichtigsten Brennstoffquelle für Kraftwerke und Industrie damals. Man warf Fleischer und sieben weiteren Angeklagten vor, mit Bergbau-Funktionären im Ruhrgebiet, also im Westen, zusammengearbeitet zu haben, um Patente, Statistiken und andere Details zu verraten und die eigenen Bergwerke in und um Zwickau zu sabotieren. Fleischer bekam die höchste Strafe. Er wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der Prozess beginnt am 21. September 1953. Oberrichter Walter Ziegler stellt das Gericht vor und ruft die Angeklagten und Zeugen auf. Dann verliest der Generalstaatsanwalt der DDR, Ernst Melsheimer, die Anklage.  mehr...

12.4.1968 DDR-Nachrichten über Anschlag auf Rudi Dutschke

12.4.1968 | Auch der DDR-Rundfunk berichtet über den Anschlag auf Rudi-Dutschke und die anschließenden Ausschreitungen. Hier die 18-Uhr-Ausgabe der DDR-Nachrichten am Tag nach dem Anschlag. Typisch für den DDR-Rundfunk – und für westliche Ohren ungewohnt – sind die oft wertenden Formulierungen in Nachrichtensendungen.  mehr...

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