Vorräte (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

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Gut vorbereitet in die Katastrophe – Prepper in Deutschland

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Simone Schlosser
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Anja Braun & Ralf Kölbel

Private Katastrophenschützer - so nennen sich Prepper gerne. Prepper sind auf jede Art der Katastrophe vorbereitet. Sie eint die Vorstellung, dass große Katastrophen wahrscheinlich sind und der Staat zunächst nicht helfen wird, sie zu überleben.

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Atomkatastrophen, Börsencrashs, Pandemien wie das Corona-Virus, Stromausfälle, Terroranschläge: Die Liste drohender Katastrophen ist lang. Erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs hat sogar die Bundesregierung im vergangenen Jahr dazu geraten, sich Lebensmittelvorräte für zehn Tage anzulegen, damit man sich im Ernstfall selbst versorgen kann. Über solche Hinweise können Prepper nur lachen. Sogenannte Prepper sind Mitglieder einer Bewegung, die sich ausgehend von den USA weltweit verbreitet hat. Der Begriff kommt aus dem Englischen: "to be prepared", vorbereitet sein.

Überlebens-Set im Keller

Bastian Blum ist so ein Prepper. Er arbeitet in einem Baukonzern, hat aber eine Ausbildung als Rettungssanitäter und freiwilliger Feuerwehrmann. Blum ist gerne vorbereitet - auf Katastrophen jeder Art. Seine Krisenvorsorge lagert zum größten Teil in einem engen Kellerraum. Dort stehen schmale Holzregale, die bis unter die niedrige Decke gefüllt sind: mit Gaskartuschen, Teelichtern, Streichhölzern, Gasmasken, Gummistiefeln, einem umfangreichen Erste Hilfe-Set. Auf dem Boden davor Wasserkanister, Wolldecken, Werkzeugkisten.

Bastian Blum in seinem Vorratskeller. (Foto: SWR, SWR - SWR)
Bastian Blum in seinem Vorratskeller. SWR - SWR

Auch zahlreiche Nahrungsmittel sind in diesem Keller gelagert: Zum Beispiel Vollkonserven, Trockenfleisch, Nudeln, Fertiggerichte, Instant-Kartoffelpüree, Instant-Knödel, Zucker, Nudeln, abgepacktes Wasser, Magermilchpulver, Konfitüre, Streichwurst. Natürlich hat der Prepper auch einen Gaskocher zuhause. Bastian Blum schätzt, dass er seine Familie im Katastrophenfall zwischen sechs bis acht Wochen lang ernähren kann.

Auch für Notfälle unterwegs gerüstet

Bastian Blum ist auf alle Katastrophen vorbereitet. Die wahrscheinlichsten sind für ihn aber große Stromausfälle und Chemieunfälle. Außerdem rechnet er mit Stürmen und Starkregenereignissen. Diese Notfälle könnten ihn am ehesten treffen, meint der Prepper. So nimmt Blum bei Sturmwarnung auf den Weg zur Arbeit das kleine Notfall-Gepäck mit. Da ist eine Stirnlampe, ein Wasserfilter, Tütensuppen und ein Gaskocher drin.

Nach der Finanzkrise 2008 begann Bastian Blum sich auf größere Katastrophen vorzubereiten. Er dachte damals, der Wirtschaftscrash würde vielleicht noch schlimmer. Vorbilder für den privaten Ein-Mann-Katastrophenschutz fand er in den USA. 2013 gründete Blum dann die Prepper Gemeinschaft Deutschland auf Facebook.

Manche Prepper neigen zu Verschwörungstheorien

Viele haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie sich am besten auf einen Katastrophenfall vorbereiten. Prepper betreiben nicht nur Krisenvorsorge, sondern beschäftigen sich auch damit, was passieren kann und welche Folgen das hat. Das nimmt ihnen die Angst vor möglichen Katastrophen. Deshalb belegen sie Survivalkurse, Erste-Hilfe-Kurse und lernen zum Beispiel, wie man Strom erzeugt.

Unter den Preppern finden sich aber auch Verschwörungstheoretiker, die einen Weltuntergang regelrecht herbeisehnen. Das sind Prepper, die sich auf Waffen konzentrieren und regelrecht wünschen, dass es zu einer Katastrophe kommt. Diese Art von Preppern werden Doomer genannt. „Doom“ heißt im Englischen Untergang oder Verderben – die Splittergruppe scheint sich darauf zu freuen.

Faszination für Krisen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat die Prepper im Blick. Offizielle Studien über die Größe der Szene gibt es bisher nicht. Für Wolfram Geier, Leiter der Abteilung Risikomanagement im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, handelt es sich zweifellos um ein Minderheitenphänomen. Für die Mehrheit der Bevölkerung spiele das Thema Katastrophenschutz im Alltag keine Rolle. Dabei betrachtet er die Szene durchaus mit Interesse: „Es gibt Ausprägungen von Preppertum, die durchaus begrüßenswert sind. Die sich nämlich an unseren Vorstellungen orientieren: Erste Hilfe-Fähigkeit, Trinkwasservorrat, Lebensmittelvorrat, gewisse Unabhängigkeit in einer Krise, um sich helfen zu können, bis die staatlichen oder öffentlichen Strukturen wieder funktionsfähig sind."

Was alle Prepper eint, ist eine gewisse Faszination für Krisen. Das zeigt auch die Hauszeitschrift der Prepper: das „Desaster Magazin". Es spielt bewusst mit Bildern der Apokalypse. Das Cover ähnelt einer Szene aus einem Computerspiel. Auch Bastian Blum schreibt für das Prepper-Magazin. Dabei will er sich aber von den Verschwörungstheoretikern abgrenzen: "Es gibt ein paar schwarze Schafe, aber die gibt es halt überall."

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