Frauengesundheit Die Pille schützt vor Krebs

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SWR2 Impuls. Von Thomas Hillebrandt

Weltweit nehmen geschätzt 150 Millionen Frauen regelmäßig die Pille, schützen sich so vor ungewollter Schwangerschaft – und langfristig auch vor Krebs. Das belegt eine jetzt veröffentlichte Studie der Universität Aberdeen in Großbritannien.

Die britischen Forscher haben dafür eine beeindruckende Datenmenge zusammengetragen: Über 46.000 Frauen wurden bereits Ende der 60er Jahre gebeten, an der Studie teilzunehmen, die eine Hälfte nahm die Pille, die andere nicht. Bis 2012, also über 40 Jahre lang, wurden mit diesen Frauen regelmäßige Gesundheitschecks durchgeführt und genau erfasst, ob, und wenn ja, wann welche Krebserkrankung bei wem auftrat.

Die Analyse der Daten zeigte, dass die Frauen weniger Eierstock- und Dickdarmkrebs oder Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut bekamen. Während der Einnahme der Pille war zwar das Risiko für die Entstehung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs leicht erhöht. Dieses Risiko sank jedoch wenige Jahre nach Absetzen der Pille wieder auf den Normalwert.

Die Pille scheint langfristig vor Krebs zu schützen

In der nun veröffentlichten Studie kommen die Forscher daher zum eindeutigen Schluss, dass die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel das Krebsrisiko definitiv nicht erhöht, im Gegenteil: Vor einigen Krebsarten, wie Darmkrebs oder Eierstockkrebs, scheint die Einnahme der Pille sogar zu schützen.

Verhütung und Krebsprävention mit der Pille (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Verhütung und Krebsprävention mit der Pille Foto: Colourbox.de -

Auch Frauen, die die Pille genommen und längst abgesetzt haben, müssen langfristig keine Sorgen haben. Die Daten zeigen, so betont Dr. Lisa Iversen, die die Studie an der Universität Aberdeen in den letzten Jahren begleitet hat, dass die Frauen auch noch 30 Jahre nach Einnahme der Pille ein deutlich geringeres Krebsrisiko haben.

Ob sie verhütet – und wenn ja, mit welchen Mitteln sie das tut - muss jede Frau selbst entscheiden. Die Angst vor Krebs, das zeigt das große britische Forschungsprojekt, sollte jedenfalls kein Grund sein, auf die Einnahme der Pille als sichere Verhütungsmethode zu verzichten.

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