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Krankheit oder Befindlichkeitsstörung? Plötzliche Ohnmacht

Ohnmachtsanfälle gibt es nicht nur in alten Filmen, sondern tatsächlich und heute immer noch. Für die Betroffenen ist der Verlust des Bewusstseins sehr beunruhigend, auch wenn der Anfall meist schnell wieder vorbei ist. Was steckt dahinter? Eine Befindlichkeitsstörung oder eine ernstzunehmende Erkrankung?

Einfache Ohnmachten können verschiedene Ursachen haben: Schreckerlebnisse, niedriger Blutdruck und Wetterbedingungen. Vor allem große, schlanke Menschen oder Jugendliche, die in der Pubertät zu schnell wachsen, sind davon betroffen.

Normalerweise ziehen sich alle Blutgefäße im Körper zusammen und der Blutdruck steigt auf diese Weise. Doch bei diesen Patienten funktioniert der Nervus vagus, der wichtig für die Gefäßspannung ist, nicht richtig, und so fällt der Blutdruck zu schnell. Mediziner sprechen dann von so genannten vasovagalen Synkopen.

System abgestürzt

Eine Computeranimation zeigt den Ablauf eines Herzinfarktes

Beim vasovagalen Symptom funktioniert der Nervus vagus nicht richtig

Bei diesen vasovagalen Synkopen merken Betroffene schon einige Zeit vorher, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie haben das Gefühl, dass die Stimmen drum herum gedämpft werden. Auch Schwindel, Ohrensausen oder Augenflimmern können solche Vorboten sein.

Wird man allerdings von einer Sekunde auf die andere bewusstlos, ohne vorher etwas zu bemerken, sprechen die Mediziner von einer klassischen Synkope. Ursache dafür sind fast immer Herzrhythmusstörungen. Da der Laie nicht unterscheiden kann, ob er auf Grund einer vasovagalen Synkope ohnmächtig geworden ist oder ob seiner Bewusstlosigkeit eine Herzrhythmusstörung zu Grunde liegt, sollte er sich untersuchen lassen.

Ungleicher Rhythmus

Ärztin hört Patienten ab

Sollte jeder Patient checken lassen: Herz und Blutdruck

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, weil der in der Regel eine gute Ausrüstung hat, um die Basisuntersuchungen wie EKG, Langzeit-EKG, Blutdruckmessung zu tätigen. Das Entscheidende ist aber zuerst immer die Befragung des Patienten: Ist es wirklich eine Synkope? Oder gibt es nicht doch im Vorfeld Symptome wie Schwarzwerden, Flimmern? Dann muss man zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung des Herzens machen und sich ebenso die Halswirbelsäule genau anschauen.

Je nach Ursache der Bewusstlosigkeit richtet sich die Behandlung. Eine paar grundsätzliche Dinge sollte man auf jeden Fall beachten, um einer Ohnmacht vorzubeugen, wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder langsame Temperaturwechsel in der Sauna und beim Baden.

Tabletten oder Sport

Mann und Frau beim Lauftraining

Ausreichende Bewegung sorgt für stabiles Kreislaufsystem

Herzrhythmusstörungen behandeln die Spezialisten mit Medikamenten, so genannten Antiarrhythmika. Schlägt das Herz zu langsam, kann ein Herzschrittmacher helfen. Ist ein dauerhaft niedriger Blutdruck Ursache für die Ohnmachtsanfälle, werden regelmäßige Bewegung, Saunagänge oder wechselwarme Duschen empfohlen. Bei vasovagalen Synkopen sind isometrische Übungen sinnvoll. Dabei werden die Waden-, Bein-, Po- und Armmuskulatur angespannt. So wird das Blut aktiv aus den Venen gepresst und zum Herzen zurück transportiert. Damit kann man das Kreislaufsystem stabilisieren.

Bei den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine Kreislaufschwäche und keine bedrohliche Krankheit. Diese Patienten können sich auf ihre besondere Situation einstellen und durch Sport sowie regelmäßige körperliche Betätigung dagegen steuern.

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