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Wie schützen wir unsere Infrastruktur? – Neues Doku-Format „ARD Wissen“

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AUTOR/IN
Doris Maull

„Deutschland ist im Fall eines Angriffs auf seine kritische Infrastruktur besser gewappnet als allgemein bekannt", sagt Lena Ganschow, Presenterin des neuen Doku-Formats „ARD Wissen“ in SWR2. Im SWR2 Gespräch bilanziert Ganschow ihre Recherchen zum Zweiteiler „Deutschland im Ernstfall“ (ARD Mediathek und am 9.1.23 in der ARD), mit dem die neue ARD Wissen-Reihe startet.

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Bewusstsein für die Gefahr in Deutschland gestiegen

Es wurde in jüngster Zeit, nicht nur wegen der Ukraine-Krise, sondern auch wegen der zunehmenden Cyberkriminalität, viel investiert und das Bewusstsein für die Gefahr ist gestiegen, so Ganschow.

Sie habe Eingeständnisse für wichtige Bauwerke wie Bahntrassen, Gleise und Strommasten gehört nach dem Motto „Diese riesigen Netze, die können wir nicht präventiv schützen.“

Blackout in Deutschland „sehr, sehr unwahrscheinlich“

Gleichzeitig aber liefen Anstrengungen, diese Einrichtungen resilient zu machen. „Man guckt, dass die möglichst widerstandsfähig sind, dass es Ausweichmöglichkeiten gibt“, berichtet Ganschow. So hält sie die große Sorge vor einem Blackout für übertrieben: „Fachleute sagen, das ist sehr, sehr unwahrscheinlich.“

Pro Tag 300 000 bis 400 000 neue Computerviren

Anders sei die Lage bei Attacken durch Computerviren. Nach Experten-Angaben gebe es pro Tag 300.000 bis 400.000 neue Computerviren. „Da kann man sich vorstellen, da können die Auswirkungen auch größer sein.“ Allerdings gelte auch hier wie in anderen Sektoren: „Das Bewusstsein ist auf jeden Fall da, ist auch gestiegen – und es wird enorm viel geforscht.“ Die Fachwelt sei sich jedoch einig: „Einen 100 prozentigen Schutz gibt es nicht.“

Der Notfall muss geübt werden

In den allermeisten Fällen liege die Verantwortung für die kritische Infrastruktur bei den Landkreisen oder den Städten. „Sie müssen selbst entscheiden, wie gut sie Prävention betreiben.“

Wichtig, meint Ganschow, ist es, die Menschen bei der Bedienung neuer Systeme in der Notfallversorgung zu schulen – und Übungen für den Notfall zu veranstalten. Auf die Frage, ob sie ihre Recherchen zur Lage beruhigt haben, antwortet Ganschow: „Ich kann gut schlafen. Die Fachleute schauen inzwischen ganz genau hin, wie gut unsere Infrastruktur geschützt ist.“

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Doris Maull