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Wir wissen immer noch wenig über das Coronavirus. In manchem Fällen reicht ein Partygast, um eine ganze Gruppe von Menschen anzustecken. In anderen Fällen steckt sich niemand an. Warum ist das so? Das will ein Forschungsteam aus Tübingen wissen.

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Wer initiierte die Studie und wer wird untersucht?

Die Studie startete jetzt an der Uniklinik Tübingen und untersucht Menschen, denen Corona keine großen Probleme gemacht hat.

Hypothese: junge Menschen haben eher wenig Probleme mit der Erkrankung

Studienleiterin Prof. Stefanie Joos, Institut für Allgemeinmedizin der Universität Tübingen, und Dr. Christian Förster wollen speziell die Langzeitfolgen von leichten Corona-Verläufen anschauen. Nicht nur von jungen Menschen, sondern von möglichst vielen Menschen, die Corona hatten und nicht in der Klinik waren.

Neu an der Studie: Forschung zu nicht-klinischen Corona-Verläufen

Bislang haben sich die meisten Studien nur mit den Corona-Langzeitfolgen von Klinikpatienten beschäftigt. Was es noch kaum gab: Forschung zu nicht-klinischen Corona-Verläufen. Dabei sind etwa 80 Prozent der Corona-Verläufe vergleichsweise leicht und müssen nicht in der Klinik behandelt werden.

Was sind Symptome dieser eher leichten Verläufe?

Junge Menschen berichten z.B. über folgende Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, kurzzeitiger Geschmacksverlust, stechen in der Lunge, starker Husten.

Nach überstandener Krankheit mitunter leichte Gewichtszunahme, schneller außer Atem.

Woher kommen die Daten für die Studie?

Die Datengewinnung und auch der Datenschutz sind in diesem Fall schwieriger zu bewerkstelligen, da die Patienten eben nicht in einer Klinik konzentriert, sondern bei verschiedenen Hausärzten in Behandlung sind. Dort gibt es die unterschiedlichsten Dokumentationssysteme.

Prof. Stefanie Joos und ihr Kollege Dr. Christian Förster wollen eine erste breit angelegte Studie zu leichten Corona-Verläufen bieten. Dafür arbeiten die Mediziner mit Gesundheitsämtern zusammen – unter anderem in Reutlingen, Tübingen und Mannheim.

Per Fragebogen geben die Patienten Auskunft über ihre Symptome, mögliche Langzeitfolgen, aber auch ihren Lebensstil oder ob sie Medikamente einnehmen. So könne man herausfinden, ob etwa die Einnahme bestimmter Medikamente aufgrund von anderen Krankheiten den Krankheitsverlauf bei Covid-19 günstig beeinflussen.

Wann ist mit Ergebnissen aus der Studie zu rechnen?

Mindestens 2.000 Antwortbögen wollen die Tübinger Mediziner auswerten. Erste Ergebnisse könnten Anfang 2021 vorliegen.

Was bringt die Studie?

Die Studie zu den Corona-Langzeitfolgen dürfte für Mediziner und Politiker gleichermaßen interessant sein, schätzt Stefanie Joos. Denn wenn klarer ist, wer wie von der Krankheit betroffen ist, ist auch klarer, wer speziell geschützt werden muss und wer nicht.

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