Ein Mann schaut deprimiert aus dem Fenster (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

SWR2 Wissen: Aula Das Rätsel der negativen Emotionen

Über tierisches und menschliches Leiden

Von Thomas Metzinger

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Viele Wissenschaftler und Philosophen nehmen das Leiden ganz automatisch als ein unattraktives Forschungsthema wahr, so dass es großen Forschungs- und Analysebedarf gibt, der weitreichende gesellschaftliche und ethische Konsequenzen haben könnte. Wenn die Wissenschaft zum Beispiel zweifelsfrei nachweisen könnte, dass Tiere, die wir jetzt noch bedenkenlos töten, um sie zu essen, im Ansatz so etwas wie ein phänomenales Selbstmodell besäßen, also eine Innenperspektive samt dazugehörigem Selbst-Gefühl, wenn sie also ähnlich wie Menschen Schmerz oder Todesangst empfinden könnten, dann wäre unser Handeln ethisch nicht mehr nachzuvollziehen. Doch wir brauchen, um dieses Problem zu lösen, wesentlich mehr empirische Daten und vor allem begriffliche Klarheit. Was wären die notwendigen Bedingungen dafür, dass ein Wesen die Fähigkeit zu leiden besitzt? Wie kann man sie definieren und was für ethische Konsequenzen hätte das? Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Universität Mainz, erläutert seine Ansätze.

Prof. Dr. Thomas Metzinger, geboren 1958, Studium der Philosophie, Ethnologie und Religionswissenschaften in Frankfurt am Main, 1992 Habilitation im Fach Philosophie, er ist heute Leiter des Arbeitsbereich Theoretische Philosophie und der Forschungsstelle Neuroethik/Neurophilosophie an der Universität Mainz und Direktor der Mind Group, ein Zusammenschluss von Philosophen, die sich mit den Themen Geist, Bewusstsein und Kognition auseinandersetzen. Forschungsschwerpunkte: Analytische Philosophie des Geistes, Philosophie der Kognitionswissenschaft, Philosophische Probleme der Neurowissenschaften, Angewandte Ethik.

Bücher (Auswahl):
- Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst. (zus. mit Thorsten Schmidt), Piper-Taschenbuch, 2014.
- Grundkurs Philosophie des Geistes, Band 1 – 3, mentis-Verlag 2009-2013.

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