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Der Mensch ist von Natur aus auf Fairness und Kooperation geeicht, das schweißt Gemeinschaften zusammen und ermöglicht Machtstrukturen, die der Befriedigung von Konflikten dienen. Ralf Caspary im Gespräch mit dem Philosophen Michael Pauen.

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Ein neues Konzept von Macht

Normalerweise wird in der Philosophie und Sozialpsychologie Macht gleichgesetzt mit Gewalt, mit der Unterdrückung von Schwächeren. Das greift aber zu kurz: Machtstrukturen innerhalb menschlicher Gemeinschaften sind Resultat sozialer Intelligenz und von kooperativem Verhalten. Wenn Gruppenmitglieder merken, dass es sich lohnt, sich dem Stärkeren zu unterwerfen, dann vermeiden sie damit gewalthaltige Konflikte; sie handeln in sozialer Hinsicht intelligent. Weil die Machtverhältnisse nun geklärt sind, ist jetzt der Weg frei für die Kooperation mit anderen gleichrangigen Gruppenmitgliedern.

Soziale Intelligenz: Bedürfnisse des anderen adäquat wahrnehmen

Soziale Intelligenz bedeutet, ich kann die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse des anderen adäquat wahrnehmen. Ich kann darauf angemessen eingehen. Erst so wird faires kooperatives Verhalten möglich.

Jäger und Sammler: Beute teilen und mal ein Werkzeug ausleihen

Das betrifft schon die menschliche Urhorde, die Jäger und Sammler. Sie konnten überleben, weil die Mitglieder zum Beispiel auf faire Weise die Beute miteinander teilten. Und wenn sie sich gegenseitig etwas ausgeliehen haben, also einen Feuerstein oder Pfeil und Bogen, konnten sie davon ausgehen, dass sie nicht übers Ohr gehauen werden. So konnten erst komplexe menschliche Gemeinschaften entstehen.

Kooperation und Fairness: evolutionsgeschichtliches Erfolgsmodell

Viele psychologische Experimente zeigen, dass der Mensch auf Kooperation und Fairness geeicht ist, im Gegensatz zu den Primaten. Der Mensch ist ein Wesen mit hoher sozialer Intelligenz. Deshalb sind Gemeinschaften mit eher flachen Hierarchien und Strategien zur Vermeidung brutaler Konflikte ein evolutionsgeschichtliches Erfolgsmodell.

Aula Macht stiftet Frieden – Der Weg zur demokratischen Gesellschaft (2/2)

Der Mensch ist von Natur aus auf Fairness und Kooperation geeicht, das schweißt Gemeinschaften zusammen und ermöglicht Machtstrukturen, die der Befriedigung von Konflikten dienen. Allerdings kann die Kooperation auch empfindlich gestört werden.  mehr...

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Die eine Schimpansengruppe jagt Termiten immer mit langen Stöcken und im Liegen, die andere sitzend mit kurzen Stöcken. Das ist Kennzeichen der Gruppe und Hinweis auf „Kultur“.  mehr...

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9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin Hannah Arendt erläutert in einem Radiointerview die Thesen ihres Buchs "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen".  mehr...

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Porträt Die Philosophin Ágnes Heller – Kämpferin für ein solidarisches Europa

Die ungarische Philosophin Ágnes Heller (1929 – 2019) misstraute allen Utopien und Zukunftsverheißungen. Dennoch kämpfte sie Zeit ihres Lebens für ein freies und pluralistisches Europa. Von Natalie Kreisz  mehr...

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Diskussion Zum 100. Geburtstag des Philosophen Hans Blumenberg

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Aula Der Philosoph Hans Blumenberg – Radikaler Kritiker der Moderne

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Smartphone-abhängige Programmierer im Silicon Valley erfinden technische Tricks, um die eigene Internetsucht zu überlisten. Von Christoph Drösser (SWR 2019)  mehr...

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Jahrzehntelang wurden Millionen Kinder in Kuren geschickt. Dort sollten sich die Verschickungskinder erholen. Doch viele wurden systematisch gequält. Von Ulrich Neumann und Philipp Reichert (in Zusammenarbeit mit Report Mainz). Film in ARD Mediathek: http://x.swr.de/s/verschickungskinderard  mehr...

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Diskussion Comeback für Corona - Wie überstehen wir eine zweite Welle?

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