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Macht stiftet Frieden – Ein neues sozialpsychologisches Konzept (1/2)

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Der Mensch ist von Natur aus auf Fairness und Kooperation geeicht, das schweißt Gemeinschaften zusammen und ermöglicht Machtstrukturen, die der Befriedigung von Konflikten dienen. Ralf Caspary im Gespräch mit dem Philosophen Michael Pauen.

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Ein neues Konzept von Macht

Normalerweise wird in der Philosophie und Sozialpsychologie Macht gleichgesetzt mit Gewalt, mit der Unterdrückung von Schwächeren. Das greift aber zu kurz: Machtstrukturen innerhalb menschlicher Gemeinschaften sind Resultat sozialer Intelligenz und von kooperativem Verhalten. Wenn Gruppenmitglieder merken, dass es sich lohnt, sich dem Stärkeren zu unterwerfen, dann vermeiden sie damit gewalthaltige Konflikte; sie handeln in sozialer Hinsicht intelligent. Weil die Machtverhältnisse nun geklärt sind, ist jetzt der Weg frei für die Kooperation mit anderen gleichrangigen Gruppenmitgliedern.

Soziale Intelligenz: Bedürfnisse des anderen adäquat wahrnehmen

Soziale Intelligenz bedeutet, ich kann die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse des anderen adäquat wahrnehmen. Ich kann darauf angemessen eingehen. Erst so wird faires kooperatives Verhalten möglich.

Jäger und Sammler: Beute teilen und mal ein Werkzeug ausleihen

Das betrifft schon die menschliche Urhorde, die Jäger und Sammler. Sie konnten überleben, weil die Mitglieder zum Beispiel auf faire Weise die Beute miteinander teilten. Und wenn sie sich gegenseitig etwas ausgeliehen haben, also einen Feuerstein oder Pfeil und Bogen, konnten sie davon ausgehen, dass sie nicht übers Ohr gehauen werden. So konnten erst komplexe menschliche Gemeinschaften entstehen.

Kooperation und Fairness: evolutionsgeschichtliches Erfolgsmodell

Viele psychologische Experimente zeigen, dass der Mensch auf Kooperation und Fairness geeicht ist, im Gegensatz zu den Primaten. Der Mensch ist ein Wesen mit hoher sozialer Intelligenz. Deshalb sind Gemeinschaften mit eher flachen Hierarchien und Strategien zur Vermeidung brutaler Konflikte ein evolutionsgeschichtliches Erfolgsmodell.

Aula Macht stiftet Frieden – Der Weg zur demokratischen Gesellschaft (2/2)

Der Mensch ist von Natur aus auf Fairness und Kooperation geeicht, das schweißt Gemeinschaften zusammen und ermöglicht Machtstrukturen, die der Befriedigung von Konflikten dienen. Allerdings kann die Kooperation auch empfindlich gestört werden.  mehr...

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Sind Tiere Kulturwesen? Streitende Vögel, lernende Affen

Die eine Schimpansengruppe jagt Termiten immer mit langen Stöcken und im Liegen, die andere sitzend mit kurzen Stöcken. Das ist Kennzeichen der Gruppe und Hinweis auf „Kultur“.  mehr...

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Aula Gierig nach Macht: Der Machiavellismus (1/2)

Der Begriff "Machiavellismus" hat es in den politischen Diskursen zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht. Sabine Appel fragt nach der Aktualität des florentinischen Philosophen und Politikers.  mehr...

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Aula Gierig nach Macht: Der Machiavellismus (2/2)

"Machiavellismus" nennt man die skrupellosen Machenschaften eines Gewaltherrschers - außerhalb aller ethischen Normen. Beispiele gibt es auch in der aktuellen Politik.  mehr...

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Hannah Arendt

Porträt Hannah Arendt – Widerstand, Revolution und Freiheit

„Der Sinn von Politik ist Freiheit“, sagt die jüdische Philosophin Hannah Arendt. Doch wie entsteht Freiheit, und warum ist sie immer wieder bedroht?  mehr...

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9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin und ehemalige Heidegger-Schülerin Hannah Arendt beobachtete in Israel den Eichmann-Prozess und schrieb ihre Gedanken darüber in einem Buch mit dem Titel "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen" nieder. Sie gelangte darin zu einer neuen Deutung der Nazi-Verbrechen. In einem Gespräch mit dem damaligen NDR-Redakteur und späteren FAZ-Herausgeber Joachim Fest erläuterte sie ihre Thesen.

Der Publizist Micha Brumlik sagte im Gespräch mit SWR2 über das Interview: "So recht Hannah Arendt im Grundsätzlichen hat, hat doch die historische Forschung inzwischen herausgefunden, dass sie sich in Adolf Eichmann getäuscht hat. Das war nicht nur ein Funktionär, sondern ein hasserfüllter und ressentimentgeladener Antisemit. Er hat damals in Jerusalem, flapsig gesprochen, eine Show abgezogen, auf die Arendt hereingefallen ist."  mehr...

Philosophie

Psychologie Was ist Glück und wie können wir es finden?

Im aktuellen „World Happiness Report“ der WHO (http://x.swr.de/s/worldhappinessreport2021) ist trotz der Corona-Pandemie in einigen Ländern das Glücksgefühlt der Bürger*innen gestiegen. Deutschland verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr von Platz 17 auf Platz 7. Allerdings ist laut aktuellem Glücksatlas der Deutschen Post (http://x.swr.de/s/gluecksatlas2021) die Lebenszufriedenheit der Deutschen im Jahr 2021 auf ein historisches Tief gesunken. Was macht Menschen glücklich? Die Forschung sagt: materielle Sicherheit, gute soziale Beziehungen und Sinn im Leben. Möglicherweise kommen Umweltschutz und Naturerleben als vierter Baustein des Glücks noch hinzu. Von Maxim Flößer | Mehr zur Sendung: http://swr.li/glueck-erkennen-und-finden | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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Diskussion Immer am Abgrund – Dostojewski, ein Autor der Extreme

Er war ein Spieler in jeder Hinsicht: Fjodor Dostojewski hat nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Figuren Äußerstes abverlangt. In seinen Romanen lotet der vor 200 Jahren geborene russische Schriftsteller menschliche Abgründe und Komplexität aus. Woher kommt die Faszination für diesen Autor, worin besteht das Geheimnis seiner Wirkung? Und welche Bedeutung hatte Dostojewski als öffentlicher Intellektueller? Silke Arning diskutiert mit Prof. Dr. Christoph Garstka, Slavist - Universität Bochum, Vorsitzender Deutsche Dostojewski-Gesellschaft, Christine Hamel - Dostojewski-Biographin, Klaus Mertes SJ - Deutscher Jesuit, Superior Ignatiushaus, Berlin  mehr...

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Ethik Die “Würde“ des Menschen – Mehr als eine schöne Idee?

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, steht in den Verfassungen unserer westlichen Gesellschaften. Und aus diesem Grundsatz folgen konkrete politische Vorstellungen von einem Recht auf Wohnen, auf soziale Unterstützung, auf Asyl. In Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie stellt sich die Frage nach der Menschenwürde. Bis wohin kann ein Staat Bürger in die Pflicht nehmen? Welche Grenze darf er nicht überschreiten? Von Anat Kalman. | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/wuerde-menschen | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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Psychologie

Gesellschaft Kinderschutz – Signale der Gewalt erkennen

2020 wurden rund 5.000 Mädchen und Jungen körperlich misshandelt, 152 starben durch grausame Gewalt der Erziehungsberechtigten. Zu oft werden blaue Flecken und Knochenbrüche, Verbrennungen und Stichwunden nicht als Signale der Gewalt erkannt von all jenen, die in Kitas, Schulen, Arztpraxen und Jugendämtern mit Kindern zu tun haben. Doch nicht nur Fachkräfte sind angesprochen: Die ganze Gesellschaft muss sensibilisiert werden. Von Silvia Plahl | Mehr zur Sendung und Kontaktadressen für Hilfesuchende: http://swr.li/kinderschutz | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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Psychologie Zerstreut, abgelenkt, unaufmerksam – Verlieren wir die Fähigkeit zur Konzentration?

Unsere Aufmerksamkeitsspanne leidet durch Unterbrechungen, z.B. verursacht durch Social Media & Smartphones. Selbst wenn wir einer Unterbrechung nicht nachgehen, sie also erstmal aufschieben, driften die Gedanken zur unerledigten Aufgabe. In der Psychologie spricht man vom "Zeigarnik-Effekt". Die gute Nachricht: Aufmerksamkeit lässt sich trainieren. Auch durch bewusste Arbeitspausen – am besten ohne Bildschirm. Von Johanne Burkhardt | Mehr zur Sendung: http://swr.li/aufmerksamkeit | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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Pädagogik Schulverweigerung – Was hilft, wenn Jugendliche nicht zum Unterricht kommen?

Die Gründe für Schulverweigerung sind vielfältig: Häufig haben die Kinder und Jugendlichen Angst vor der Schule, weil sie Mobbing, Stress durch Leistungsdruck oder Probleme mit Lehrkräften erlebt haben. Aber auch psychische Erkrankungen oder ein instabiles Elternhaus können Gründe für Schuldistanz sein, wie es Fachleute nennen. Von Katja Hanke | Mehr zur Sendung: http://swr.li/schulverweigerung | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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