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Falsche Theorien über die Gefahren des Virus können in der aktuellen Situation im Extremfall tödlich sein. Das Faktische und tatsächlich Nachweisbare bekommt eine ganz neue Brisanz und Aktualität.

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Zusammenfassung

Die Realität schlägt zurück

Fakten sind bedroht wie selten zuvor. Aber es stimmt eben auch: Sie sind so wichtig wie selten zuvor, auch das wird nun für die Breite der Gesellschaft sichtbar. Und Fake-News, auch das wird jetzt klar, können Menschen in einem sehr direkten Sinne schaden.

Denn die Realität schlägt zurück. 

Bernhard Pörksen

Jetzt schlägt die Stunde der redaktionellen Gesellschaft

Weil das Faktische eine neue Brisanz hat, weil die Realität sich nicht unterdrücken lässt, könnte das die Geburtsstunde der redaktionellen Gesellschaft sein. Das ist eine Gesellschaft, in der die Maximen und Ideale des guten Journalismus zu einem Element der Allgemeinbildung geworden sind.

Im guten Journalismus steckt ein allgemeines Ethos, ein Handwerk und eine Vision werteorientierten Publizierens:

„Kommuniziere wahrheitsorientiert. Prüfe erst, publiziere später. Verlasse Dich nie nur auf eine einzige Quelle. Höre immer auch die andere Seite. Orientiere Dich an Relevanz und Proportionalität. Unterscheide das Wichtige vom Unwichtigen und mache ein Ereignis nicht größer als es ist."

Wir brauchen eine Irrtumswissenschaft

Die Irrtumswissenschaft ist ein Pfeiler dieser redaktionellen Gesellschaft. Sie vermittelt Wissen, das davon handelt, wie Wissen zustande kommt und wie fehlerhaft und manipulationsanfällig die Wahrnehmung des Einzelnen oder auch ganzer Gruppen und Gesellschaften potenziell sein kann. Es geht darum, den Geist gegen die Verführung von Dogmatismus und Ideologie zu immunisieren.

Professor Bernhard Pörksen ist Medienwissenschaftler an der Universität Tübingen.

Baden-Württemberg

Seit Februar 2020 in BW aktiv Verschwörungen rund um Corona: Hohe Fallzahl in zentraler Beratungsstelle

Corona-Leugner, die an Verschwörungsmythen glauben, sorgen für Konflikte in Familien oder am Arbeitsplatz und beschäftigen zunehmend Beratungsstellen. In Baden-Württemberg haben die Verantwortlichen viel zu tun - und Kurioses zu berichten.  mehr...

Wort der Woche Corona-Skeptiker - erklärt von Bernhard Pörksen

Was mit dem Klima-Skeptiker und dem Impf-Skeptiker begann, setzt sich mit dem Corona-Skeptiker konsequent fort. Ein eigentlich positiv konnotierter Begriff, der aufklären will - die Skepsis als Tugend -, wird für eigene Belange und Interessen besetzt. Vom Verschwörungstheoretiker bis hin zum Rechtsextremen. Bernhard Pörksen plädiert dafür, die bunte Szene der Corona-Demonstranten nicht pauschal in eine Schublade zu stecken, aber zu erkennen, dass sich hinter dem Begriff Corona-Skeptiker sowohl besorgte Bürger und Kämpfer für Bürgerrechte als auch Wissenschafts-Leugner und Extremisten verbergen können.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Wort der Woche Alternative Fakten - erklärt von Bernhard Pörksen

Kellyanne Conway, die frühre Beraterin des us-amerikansichen Präsidenten Donald Trump, hat den Begriff erfunden: alternative Fakten. Das heißt Gefühle und Gerüchte als Tatsachen auszugeben, sich die Welt so hinzubiegen, wie es einem gefällt. Seitdem Donald Trump an der Macht ist, macht er nichts anderes. Die New York Times hat bereits bis zum vergangenen Juni 20.000 Lügen gezählt. Der Tübinger Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen bezeichnet alternative Fakten eine "neue Schamlosigkeit des Lügens" und sieht unsere Diskussionskultur in Gefahr.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Gespräch „Blue Lies“: Warum Anhänger von Donald Trump seine Lügen glauben

Reichen mehr Fakten oder Faktenchecks, um populistische Lügen zu entlarven und den Anhängern von Populisten die Augen zu öffnen? Das sei ein „Irrglaube“, ist die Autorin und Internet-Expertin Katharina Nocun überzeugt.  mehr...

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