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„Gruß und Kuss – Briefe digital. BürgerInnen erhalten Liebesbriefe“ – so lautet der Titel eines Projekts, bei dem die TU Darmstadt und die Uni Koblenz zusammen mit interessierten Laien unzählige Liebesbriefe durchforsten wollen. Das Ziel ist ein digitales Liebesbriefarchiv für jedermann.

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Die Darmstädter Germanistin Andrea Rapp hat das Privileg, in vielen fremden Liebesbriefen stöbern zu dürfen. Sie koordiniert das Projekt, bei dem der Bestand des Koblenzer Liebesbriefarchivs ins digitale Zeitalter überführt werden soll.

Briefkasten mit der Aufschrift :"Nur Liebesbriefe" (Foto: Pressestelle, Fritzi Lengersdorf)
Nur Liebesbriefe! Pressestelle Fritzi Lengersdorf

Nachkommen spenden Briefe an die Wissenschaft

Darin befinden sich vor allem Briefe aus dem späten 19. Jahrhundert. Viele stammten aus Haushaltsauflösungen, erklärt Rapp: „Dann denken viele Leute: Ich möchte eigentlich nicht, dass das verloren geht, aber ich kann auch nicht alles mitnehmen und stellen das dann gerne auch der Wissenschaft zur Verfügung.“

Außerdem können Leute eigene Briefe abgeben und zur Nutzung überlassen — die Worte werden analysiert, der Ausdruck und Aufbau untersucht: Wie wird über Gefühle gesprochen, wie wird der Alltag organisiert?

Ein Porträt der Gesellschaft und der Beziehungen

Feldpostkarten an Verlobte oder lange Liebesschwüre werden heute kaum noch zum Briefkasten gebracht, sondern eher per Handy verschickt. Deshalb werden im Liebesbriefarchiv auch Chatverläufe und SMS-Nachrichten gesammelt.

Mitmachen beim „Liebesbriefarchiv“

In einem Citizen Science-Projekt sollen auch interessierte Laien mitarbeiten können, bei der Transkription und Analyse. So können die Texte digital zugänglich gemacht werden, Orte und Dialektwörter identifiziert.

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