Universität

Streit um Namen der Uni Tübingen – Senat entscheidet im Sommer über Änderung

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Proteste an der Universität Tübingen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Fotograf: Sebastian Gollnow)
Studierende in Tübingen fragen: Wer war der Universitätsgründer Graf Eberhard im Barte und der spätere Rektor der Universität, Herzog Karl Eugen? Fotograf: Sebastian Gollnow

Eine Historiker-Kommission der Universität Tübingen empfiehlt eine breite und offene Diskussion über die Frage der Beibehaltung des Namens der Hochschule. Eine Entscheidung, ganz gleich, wie sie ausfällt, wird für Unmut und Widerspruch sorgen“, heißt es in dem auf der Seite der Uni veröffentlichten Gutachten, das am 12. Mai vorgestellt wurde. Bis Mitte des Jahres soll aber entschieden werden, ob sich die Hochschule umbenennt oder alles so bleibt wie es ist. Die Senatorinnen und Senatoren würden gerne diese Debatte noch im Sommersemester abschließen, sagte Universitätsrektor Bernd Engler.

Eberhard ein Antisemit und Karl ein Menschenhändler?

Die Universität ist nach Graf Eberhard und Herzog Karl Eugen von Württemberg benannt. Gegen sie wendet sich aktuelle Kritik. Eberhard, der 1477 die Universität gründete, gilt als Antisemit. Herzog Karl Eugen, der 1769 seinen ersten Namen als Rektor der Universität selbst hinzufügte und den heute gültigen Namen festlegte, soll junge Männer als Soldaten ins Ausland verkauft haben. Der Senat der Hochschule beauftragte im Vorjahr eine Arbeitsgruppe, ein Gutachten zu den Namensgebern zu erstellen.

„Eberhard ist judenfeindlich und unterscheidet sich damit in keiner Weise von dem allergrößten Teil seiner Zeit- und Standesgenossen.

Darin heißt es, die Mitglieder der Kommission sähen ihre Aufgabe nicht darin, sich in der Auseinandersetzung zu positionieren. Über die Frage von Beibehaltung oder Änderung des Namens gebe es auch in der Kommission unterschiedliche Auffassungen. Die zusammengestellten Informationen sollten den Forschungsstand dokumentieren und eine historische Interpretation anbieten. Die Universitätsgremien müssten die Frage beantworten, „was man mit der Aufgabe des historischen Namens gewinnt und was man verliert.

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