35 Jahre Tschernobyl

Katastrophe. Touristenmagnet. Weltkulturerbe?

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Foto-Ausstellungen, Berichte von Augenzeugen, virtuelle Führungen durch den havarierten Reaktorblock Vier – mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen erinnert die Ukraine an die Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 35 Jahren.

Wegen der ernsten Corona-Lage gelten Zugangsbeschränkungen und besondere Auflagen. Trotzdem soll dieser 35. Jahrestag ein besonderer werden. Tschernobyl solle, so der stellvertretende Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, zu einem Symbol dafür werden, dass das Leben immer gewinnt. Es werde weiterhin an die Hunderttausenden erinnert, die das verstrahlte Gebiet unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit gesäubert haben.

Zudem wolle man aber auch nach vorne schauen – und die sogenannte „Sperrzone“ verstärkt als Ort der Entwicklung wahrnehmen. In den vergangenen Jahren ist die mehr als 2.500 Quadratkilometer große Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk zu einem Touristenmagneten geworden. 2019 – dem Jahr vor der Pandemie – kamen mehr als 125.000 Besucher. Die ukrainische Regierung investiert mittlerweile Millionen in den Ausbau neuer Routen und der touristischen Infrastruktur. Gleichzeitig bereitet sie einen Antrag an die UNSESCO vor, um das Gebiet um Tschernobyl zum Weltkulturerbe zu erklären und dadurch auch nachhaltig zu schützen.

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