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Dieses Bild, herausgegeben am 20.05.2009 von der Weltraum-Organisation NASA, zeigt das Weltraum-Teleskop Hubble

Weltraum-Teleskop feiert 25. Geburtstag Happy Hubble!

Vor 25 Jahren, am 24. April 1990, startete das Hubble-Weltraumteleskop ins All. Erstmals hatte ein Teleskop einen kristallklaren Blick in die Tiefen des Alls, ungestört von Wolken und flimmernder Erdatmosphäre. Das Instrument in der Umlaufbahn ist längst zur Legende geworden. Nun feiert es seinen 25. Geburtstag.

Der 24. April 1990, Kennedy Space Center in Florida: In den blauen Morgenhimmel stemmt sich die US-Raumfähre Discovery – an Bord wertvolles Gepäck: das Hubble-Weltraumteleskop - das neue Fenster zum Universum. Das Teleskop, benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble, war ein alter Traum, der nun endlich in Erfüllung gehen sollte.

Kosmische Wolken

Kosmische Wolken und stellare Winde des Sterns "LL Orionis"

Falscher Spiegel

Doch die ersten Daten, die Hubble zur Erde funkte, sorgten für Entsetzen, erinnert sich Rudolf Albrecht von der Europazentrale des Weltraumteleskops in Garching. Das "Wunderteleskop" lieferte nur verschwommene Bilder. Denn beim Schleifen des zwei Meter vierzig großen Hauptspiegels hatte man einen ganz simplen optischen Effekt nicht berücksichtigt. Eine Kleinigkeit – mit verheerenden Folgen.

Hubble drohte zur peinlichsten NASA-Panne überhaupt zu werden. Doch drei Jahre später bekommt das Teleskop eine Brille verpasst, die es an den Spiegel anpassen sollte. Und mittlerweile hat das Weltraumteleskop ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel. Während Autos in so einem Alter meist schon auf dem Schrottplatz sind, hat Hubble dagegen fast die ewige Jugend inne, freut sich Bob Fosbury, langjähriger Leiter der Europäischen Hubble-Zentrale.

Das Weltraum-Teleskop Hubble feiert im Jahr 2015 seinen 25. Geburtstag

NGC 6302, auch als Käfer-Nebel bezeichnet, ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Skorpion, welcher 4000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist

Freie Sicht

In 600 Kilometern Höhe kreist das Teleskop alle 95 Minuten einmal um die Erde – den Blick immer in die Tiefen des Alls gerichtet. Zwar gibt es auf dem Erdboden längst viel größere Instrumente als das vergleichsweise kleine Weltraumteleskop. Aber Hubbles Blick wird nie von wabernden Luftmassen oder durchziehenden Wolken gestört.

Mit Hubble hat die Astronomie schon die Atmosphären von Planeten untersucht, die um fremde Sterne kreisen. Das Teleskop war an der Entdeckung beteiligt, dass sich der Kosmos offenbar immer schneller ausdehnt und es hat in den Zentren von Galaxien zahlreiche Schwarze Löcher aufgespürt. Hubbles Erfolge hat die NASA von Anfang an mit großem Aufwand vermarktet.

Der Pferdekopfnebel ist eine 3 Lichtjahre große Dunkelwolke im Sternbild Orion und von der Erde ungefähr 1.500 Lichtjahre entfernt

Der Pferdekopfnebel ist eine 3 Lichtjahre große Dunkelwolke im Sternbild Orion und von der Erde ungefähr 1.500 Lichtjahre entfernt

Neue Blicke

Die bunten Bilder aus dem All schaffen es oft in die Fernsehnachrichten oder auf Titelseiten von Zeitungen, freut sich Mario Livio vom wissenschaftlichen Institut des Weltraumteleskops in Baltimore in den USA. Hubble hat nicht nur überragende wissenschaftliche Bedeutung. Es ist buchstäblich bis ins Wohnzimmer von vielen, vielen Millionen Menschen rund um den Globus vorgedrungen.

Für viele gilt Hubble mittlerweile als bekanntestes Forschungsinstrument der Geschichte – und als das teuerste. Rund 15 Milliarden US-Dollar wird das Teleskop am Ende seiner Mission verschlungen haben. Doch bei den Kosten hat Mario Livio, natürlich als befangener Insider, eine ebenso eigenwillige wie charmante Sichtweise. Er ist mal gefragt worden, ob Hubble die Milliarden von Dollar wert war. Seine Antwort war: Nun, es hat uns das Universum gegeben – und dafür ist es sehr preiswert.

Bild des circa 7500 Lichtjahre entfernten Carina-Nebels, aufgenommen vom Hubble-Teleskop im Februar 2010

Bild des circa 7500 Lichtjahre entfernten Carina-Nebels, aufgenommen vom Hubble-Teleskop im Februar 2010

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