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Die Hausstaubmilbe In feuchtwarmen Betten

Sie fressen unsere Hautschuppen und tummeln sich millionenfach in unserer Wohnung oder in unseren Betten: Haustaubmilben. Manche Menschen bemerken die bizarr und fremdartig aussehenden Winzlinge erst gar nicht. Andere reagieren allergisch auf sie. Besser gesagt auf das, was diese Tierchen so absondern.

Hausstaubmilbe

Hausstaubmilbe als Allergieauslöser

Wie beschreibt man ein Tier, das nur unter der Lupe sichtbar ist, (und das eigentlich auch niemand sehen will). Ein kleines Tier, das so bizarr und fremdartig aussieht, dass man es mit keinem anderen Tier vergleichen kann. Fangen wir damit an: Es gibt 50 000 Milbenarten, beinahe täglich werden neue entdeckt und alle sehen anders aus, jedenfalls wenn man genau hinschaut. Und das muss man, wenn man wissen will, was es für eine Milbe ist: Hat die Milbe Schildbildung oder hat sie keine Schildbildung, in welcher Art und Weise sind die Beine gebaut und ob diese zwei Krallen haben oder Scheinkrallen - Milbenexperten müssen lernen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Schöne Scheinkralle

Dermatophagoides farinae

Hausstaubmilbe: Dermatophagoides farinae

Auf den ersten Blick wirkt sie bedrohlich. Jedenfalls nicht so, als wollte man mit ihr kuscheln, obwohl wir alle genau das jede Nacht tun. Dieses Tierchen hat einen dicken, plumpen Körper und acht krallenartige Beine. Der Körper der Hausstaubmilbe ist fein gestreift und sehr, sehr klein. 0,1 bis 0,5 mm. Allein der Anblick erzeugt Juckreiz. Es gibt drei Arten Hausstaubmilben. Experten nutzen diesen Begriff übrigens nicht. Für den Laien wäre es aber viel zu kompliziert, sich die richtige Bezeichnung zu merken und sie dann auch noch auszusprechen. Die Hausstaubmilben heißen beispielsweise Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Diese Arten leben mit dem Menschen unter einem Dach. Dort besonders gerne in den Betten, denn sie mögen es feucht und warm.

Tropisches Klima und deutsche Betten

Kopfkissen

Kuchelig und warm - lieben es auch die Milben

Die Hausstaubmilbe lebt von Pilzen, die auf verschiedene Substanzen wachsen, insbesondere auf den vom Menschen abgeschilferten Hautschuppen. Und natürlich gibt es auch im natürlichen Lebensraum überall Pilze, wovon diese Milben leben könnten. Aber es ist so, dass sie gerade unter den Bedingungen unserer heutigen Wohnungen besonders gute Lebensbedingungen finden und besonders gut sind die Lebensbedingungen dann, wenn eine hohe Luftfeuchte und eine hohe Temperatur da ist. Der menschliche Körper gibt in der Nacht Wasser ab und er verliert Hautschuppen. Damit bietet er der Hausstaubmilbe beste Bedingungen. Besonders wohl fühlt sie sich, wenn das Bett am Morgen nicht aufgeschüttelt wird.

Endlich ein Grund, das Bett zu machen

Frau schneuzt sich die Nase

Hausstauballergie

Eine Milbe wird 30 bis 100 Tage alt. In dieser Zeit legen sie zwischen 40 bis 80 Eier. Vor allem aber sondern sie jeden Tag viele kleine, für uns nicht sichtbare Kotkügelchen ab. Die sind verantwortlich für allergische Reaktionen beim Menschen. Der Kot verteilt sich wie feiner Staub in der Wohnung und kommt so in die Atemwege. In dem Kot wurden einige allergische Substanzen festgestellt. Die wichtigsten sind Verdauungsenzyme.

Krabbelt es schon bei Ihnen? Wenn Sie ihren Schlafraum immer schön lüften, sich für Naturmatratzen entscheiden und diese ab und zu mit Neem-Öl einsprühen, können sie beruhigt schlafen. Es sei denn, sie haben Bettwanzen. Aber dieses Tierchen besprechen wir auch noch.

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